Tuberkulose, Malaria und tropische Armutskrankheiten bedrohen die Gesundheit eines wesentlichen Teils der Menschheit. „Aber sie lassen sich bekämpfen! Öffentlich-private Produktentwicklungsgesellschaften sind dabei besser als jede andere Forschungsförderung geeignet, für neue therapeutische Medikamente und Impfstoffe zu sorgen.“ Das erklärte Harald Zimmer, Seniorreferent Internationales des Verbands forschender Pharma-Unternehmen am 26.01.11 im Vorfeld einer Anhörung des Unterausschusses „Gesundheit in Entwicklungsländern“ des Deutschen Bundestages. Zimmer war neben Vertretern von Nicht-Regierungsorganisationen als Sachverständiger zur Anhörung über „Forschung zu vernachlässigten und armutsbedingten Krankheiten“ geladen.

(© GlaxoSmithKline)


Der in dieser Legislaturperiode erstmals eingerichtete Bundestags-Unterausschuss „Gesundheit in Entwicklungsländern“ wird geleitet von Uwe Kekeritz, MdB (Bündnis90/Die Grünen), und der Stellvertreterin Sabine Katharina Weiss, MdB (CDU). Er sondiert Wege, wie die deutsche Politik zu einer Verbesserung der Gesundheitssituation in Entwicklungsländern beitragen kann. Diese ist oft so desolat, dass sie die Bevölkerung doppelt trifft: direkt durch Krankheiten und indirekt durch Verhindern eines Erstarkens der Volkswirtschaft.

Gleich mehrere Aspekte sprechen für Öffentlich-private Produktentwicklungs-Gesellschaften (PDPs) wie zum Beispiel das Medicines for Malaria Venture, oder die Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi). So haben sie bereits gezeigt, dass sie tatsächlich neue Produkte hervorbringen können, die Betroffenen zugute kommen.

Das wichtigste sei jedoch ihre Effizienz: Sie optimieren den Mitteleinsatz angesichts des Kardinalproblems der Pharmaforschung: der hohen Rate von Entwicklungsprojekten, die erfolglos eingestellt werden müssen. Wegen dieses Umstands genügt es nicht, hier und da ein Forschungsprogramm zu einer der relevanten Krankheit aufzulegen. Vielmehr muss dafür gesorgt werden, dass gleichzeitig mehrere Projekte vorangetrieben werden. Genau dies leisten die PDPs. Sie verteilen ihre Finanzmittel bewusst auf mehrere Projekte unterschiedlicher Arbeitsgruppen und Firmen, aber stellen diese Förderung auch in kurzen Zyklen immer wieder auf den Prüfstand. Jedem Projekt, das nicht die gewünschten Zwischenergebnisse liefert, werden die Mittel auch schnellstmöglich wieder entzogen. Auf diese Weise haben Geldgeber die Gewissheit, dass ihre Beiträge optimal eingesetzt werden.

Die Stellungnahme des vfa zur Anhörung (schriftlich eingereichte Langfassung) können Sie hier lesen und herunterladen.