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AMNOG

AMNOG steht für das „Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz“. Inzwischen ist die Abkürzung zu einem Eigennamen geworden und meint das Verfahren der Preisregulierung innovativer Arzneimittel in Deutschland.

Zahlen, Daten, Fakten: AMNOG in 10 Zahlen

Kurzreport "AMNOG in 10 Zahlen"

Die folgenden Schaubilder ziehen eine Zwischenbilanz und analysieren relevante Entwicklungen des AMNOG-Verfahrens.
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...neue Arzneimittel durchliefen die frühe Nutzenbewertung zwischen dem Inkrafttreten des AMNOG im Jahr 2011 und März 2026. Viele davon in mehr als einem Verfahren mit über 1.200 G-BA-Beschlüssen zu mehr als 2.000 Patientengruppen.

... Prozent der AMNOG-Verfahren in den letzten drei Jahren sind erneute Bewertungen der Arzneimittel. Eine Mehrfachbewertung ist also die Regel und keine Ausnahme. Denn die meisten Verfahren erfolgen nach Zulassung eines neuen Anwendungsgebiets oder als Neubewertungen nach Fristablauf.

...der abgeschlossenen Verfahren konnten für das jeweilige Arzneimittel einen Zusatznutzen im AMNOG-Verfahren belegen. In 2% mit einem erheblichen, in 16% einem beträchtlichen, in 15% einen geringen und in 19% mit einem nicht quantifizierbaren Ausmaß.

...markiert das Jahr, seit dem der Anteil der Verfahren mit einem belegten Zusatznutzen sinkt. Dieser Trend ist alarmierend und zeigt u.a., dass das AMNOG den zunehmend kleineren Patientenpopulationen und zielgerichteten Therapieansätzen häufiger nicht gerecht wird.

...der Verfahren zu onkologischen Arzneimitteln konnten einen Zusatznutzen belegen. Arzneimittel zur Behandlung von chronischen Erkrankungen schneiden in der Bilanz jedoch weniger erfolgreich ab. Der Nachweis eines Zusatznutzens ist in diesen Therapiegebieten durch den starren Bewertungsrahmen deutlich schwerer zu erbringen.

...geringer war zuletzt die Häufigkeit der Erkrankungen, die mit neuen Arzneimitteln behandelt werden können, als in den ersten Jahren des AMNOG. Denn: die Therapieansätze der letzten Jahre sind zunehmend zielgerichteter geworden für eng definierte und kleine Gruppen von Betroffenen. Eine Entwicklung mit wachsenden Herausforderungen für solche besonderen Therapiesituationen.

bzw. für zwei Drittel aller AMNOG-Arzneimittel (66 Prozent) erfolgen mindestens zwei Preissenkungen. Bei knapp der Hälfte der Arzneimittel (46 Prozent) wurde der Preis sogar mindestens dreimal abgesenkt. Ein bedeutsamer Anteil der Arzneimittel erfuhr weitere Preissenkungen. Für die meisten Arzneimittel löst das bestehende Preisregulierungsverfahren also eine stetige Preisspirale nach unten aus (Kellertreppeneffekt).

...der Orphan Drug-Umsätze unterliegen bereits der regulären AMNOG-Bewertung. Denn: ab einem Jahresumsatz von 30 Mio. Euro wird ein Orphan Drug im AMNOG erneut und wie jedes andere innovative Medikament bewertet. Der überwiegende Teil der Orphan Drugs generiert hingegen Jahresumsätze weit unter 30 Mio. Euro.

...Euro Entlastung für die Krankenkassen werden für das Jahr 2026 erwartet. Denn: die durch das AMNOG realisierten Einsparungen erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Über den betrachteten Zeitraum summieren sich die Einsparungen auf gut 55 Mrd. Euro.

...der Verfahren führen zu einem frei verhandelten und nutzenbasierten Erstattungsbetrag und damit zu einem Interessenausgleich zwischen dem GKV-Spitzenverband und pharmazeutischen Unternehmen. Lediglich in 5% mussten Erstattungsbeträge durch die AMNOG-Schiedsstelle festgesetzt werden.

Ausgehend von eienr Fesnterbank zieht sich ein Riss durch die Hausfassade.

BStabG: Eingriff in Verordnungsfreiheit und Bruch mit evidenzbasiertem AMNOG-Prinzip

Mit dem Gesetzesvorhaben droht ein Paradigmenwechsel: weg von evidenzbasierter Nutzenbewertung, ärztlicher Therapiefreiheit und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen, hin zu einer preisgetriebenen Verordnungssteuerung.
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Ein Mann sitzt auf einem Stuhl und schaut verwirrt auf ein Gekritzel an der Wand

AMNOG schnell erklärt

AMNOG steht für das „Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz“ und meint die Preisregulierung innovativer Medikamente in Deutschland. Nach diesem Verfahren werden seit Januar 2011 die Preise für neue, patentgeschützte Arzneimittel auf Basis einer Zusatznutzenbewertung bestimmt.
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Stilisiertes Motiv, das einen Augenscan darstellt

Mehr Zahlen, Daten und Fakten: AMNOG im Fokus

Ziel des Verfahrens ist eine Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit. Das System steht am Kipp-Punkt und hält in manchen Therapiesituationen nicht mehr mit. Für mehr Zukunftsfähigkeit bedarf es einer Modernisierung.
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Das Bild zeigt das Cover der

Zukunft AMNOG: Neue Impulse für die Patientenversorgung

Deutschland war lange Vorreiter bei pharmazeutischen Innovationen und moderner Arzneimittelversorgung. Doch schwindende Rahmenbedingungen erfordern Reformen, um den Innovationsstandort und den schnellen Zugang zu neuen Therapien zu sichern
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"Pay-for-Performance" im AMNOG - Wie die Umsetzung gelingen kann

Erfolgsabhängige Erstattungsmodelle („Pay-for-Performance“, kurz P4P) sind derzeit noch eine Seltenheit im AMNOG. Dabei können solche Modelle helfen, Patientinnen und Patienten zukünftig einen zeitnahen Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen.
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Zwei Männer und eine Frau sitzen an einem Konferenztisch und beratschlagen über ein Dokument.

Spotlight 03.25: AMNOG-Markt

In der siebten Ausgabe der Reihe „Spotlight Pharma Market“ betrachten wir anhand von sechs Indikatoren, relevante Entwicklungen im AMNOG-Markt.
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Mehr Beiträge
Eine Apothekerin hält eine Verschreibung und verschiedene Packungen in der Hand.

Abschaffung der Orphan Drug-Regelung: Nur zu Lasten der Patientenversorgung

Eine Abschaffung der Orphan Drug-Regelung im AMNOG würde stark zu Lasten der Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen gehen, weil mehr als die Hälfte der Orphan Drugs aus der Versorgung fallen würden.
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Eine seniorige Dame im Business-Look zählt mit den Fingern bis drei.

AMNOG: Einsparungen addieren sich auf 55 Milliarden Euro

Entgegen ursprünglichen Befürchtungen entlasten Erstattungsbeträge die Krankenkassen maßgeblich: 2026 um 12,7 Milliarden Euro.
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Ein Büromitarbeiter in Hemd und Krawatte liest angestrengt und macht sich Notizen.

vfa-Faktencheck zum Gutachten des Sachverständigenrates Gesundheit & Pflege 2025

Die Ausführungen der Autor:innen werden weder dem bestehenden System der Preisbildung und Innovationsförderung noch der Schlüsselrolle der pharmazeutischen Industrie für den Standort Deutschland gerecht. Die einseitigen Empfehlungen können nicht als Leitfaden für sinnvolle Reformen dienen.
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Geschäftsleute sprechen in einer Produktionshalle miteinander

Zweckmäßige Vergleichstherapie - mehr Verlässlichkeit und bessere Kommunikation erforderlich

Die Vorgaben zur zweckmäßigen Vergleichstherapie müssen mehr Planungssicherheit für die Durchführung klinischer Studien, die Nutzenbewertung und die Erstattung bieten. Nur so bleiben die Entwicklung innovativer Arzneimittel und die Versorgung von Patient:innen gewährleistet.
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Anwendungsbegleitende Datenerhebung: nur in Einzelfällen zielführend

Seit 2020 kann der Gemeinsame Bundesausschuss Verfahren zu anwendungsbegleitenden Datenerhebungen für bestimmte Arzneimittel einleiten. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieses Instrument nur vereinzelt eine sinnvolle Anwendung finden kann.
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Kacheln mit einem großen Buchstaben und darunter einem Begriff aus der Welt des AMNOG nebeneinander und untereinander angeordnet. Farben: blau, dunkelblau, grün, grau, dunkelgrau

Das AMNOG-Alphabet

Ein systematischer Überblick über Schlüsselbegriffe, Verfahren und Webfehler, die für die Bewertung, Preisfindung und Erstattung von Medikamenten in Deutschland entscheidend sind.
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Gelbe Weizenähren in der Hand in der Natur.

„Die Spreu vom Weizen trennen“ - wie nützlich ist ein nicht belegter Zusatznutzen?

Ein „nicht belegter“ Zusatznutzen bedeutet keineswegs Wertlosigkeit – doch genau das könnte die gängige Interpretation im AMNOG suggerieren. Warum sind solche Bewertungen oft irreführend, und welche Bedeutung haben sie wirklich für die medizinische Versorgung?
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Radrennen aus der Rückansicht, ein Radfahrer fällt zurück von der Gruppe.

Nutzenbewertung: Abkopplung vom wissenschaftlichen Fortschritt vermeiden

Neue Therapien werden zielgerichteter, die Gruppe von behandelbaren Patient:innen kleiner. Randomisierte kontrollierte klinische Studien sind praktisch nicht durchführbar. Die Medizin setzt dann auf andere Studienkonzepte. Die Zulassungsbehörden arbeiten damit – das AMNOG nicht.
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Frau mit weiß-schwarz gestreifter Bluse unter einem weißen Kittel sitzt am Schreitisch und füllt ein Formular auf einem Klemmbrett konzentriert mit einem Kugelschreiber aus. Primäre Farbe des Fotos: weiß.

Besondere Therapiesituationen brauchen besondere Bewertung

Neue Therapien werden zielgerichteter, die Gruppe der Patient:innen wird kleiner. Randomisierte kontrollierte Studien sind nicht immer durchführbar. Das muss bei der Bewertung des Zusatznutzens von Arzneimitteln abbildbar sein. Besondere Therapiesituationen bedürfen einer Sonderstellung im AMNOG-Verfahren.
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Eine Kinderärztin untersucht einen kleinen Jungen mit einem Stethoskop

Kinderarzneimittel und pädiatrische Studien im AMNOG

Entwicklung und Zugänglichkeit von Kinderarzneimitteln unterliegen einer speziellen Regulierung. Wichtig ist u.a., dass die pädiatrischen klinischen Prüfungen eine spezifische Expertise und eine spezifische Methodik erfordern können.
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Rückenansicht eines einsamen Satdionbesuchers alleine auf einer Tribüne

Die Orphan Drugs im AMNOG

Die Versorgung mit neuen Medikamenten bei seltenen Erkrankungen ist in Deutschland nach wie vor vorbildlich. Nach der neuesten Analyse des europäischen Pharmaverbands (EFPIA) belegt Deutschland den ersten Platz bei der Verfügbarkeit von Orphan Drugs.
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Versorgungsprobleme in Deutschland durch Parallelhandel mit Medikamenten

Wegen der im EU-Vergleich sehr niedrigen Preise für innovative Arzneimittel in Deutschland kommt es zu Medikamentenabflüssen aus Deutschland. Es lohnt sich nämlich für Parallelhändler, die durch das AMNOG rabattierten Medikamente hier aufzukaufen und in großem Stil in anderen Ländern teurer zu verkaufen.
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Geschäftsmann hält digitalen Ordner und stilisierte Dokumentsymbole.

AMNOG-Dossiervorlagen: Reduzierung nötig

Seit der Einführung des AMNOG müssen Hersteller immer umfangreichere Dossiers einreichen, wenn sie neue Arzneimittel auf den Markt bringen. Dabei wird aber nur ein kleiner Teil der Dateneinreichungen tatsächlich berücksichtigt. Es gilt die Dossiers auf notwendige Vorlagen zu reduzieren.
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