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Impfstoffe schützen: Dem Körper helfen, sich zu wehren

Durch Schutzimpfung wird der Körper immunisiert und widersteht Erkrankungen, die sonst lebensbedrohlich sind. Welche Impfempfehlungen gibt es und welche Risiken bestehen? Wie steht es um die Argumente der Impfgegner? Welche Impfstoffe helfen und was zu beachten ist, das erfahren Sie in unserem Impfcheck.

Impfstoffforschung und -produktion: Europa ist führend

Europa ist bei Impfstoffen führend: Hier finden sich zwei Drittel der industriellen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, 60 % der Beschäftigen und sogar 90 % der weltweiten Produktion. 84 % der europäischen Produktion werden exportiert, etwa die Hälfte davon für humanitäre Projekte in Entwicklungsländern.

Moderne Impfstoffproduktion in Deutschland Diese Zahlen von 2006, publiziert von der Fachgruppe „Europäische Impfstoffhersteller" (EVM) im Europäischen Pharmaverband EFPIA, unterstreichen es: In keinem Sektor der Pharmaindustrie ist die Vorreiterrolle Europas ausgeprägter als in diesem. Und das festigen auch aktuelle Standortentscheidungen der Pharmafirmen: Zwar bauen sie derzeit auch in den USA, Kanada und China Produktionsanlagen für Impfstoffe, und ein Unternehmen will in den USA ein neues Labor für Virusimpfstoffe errichten; doch als Standorte für neue Produktionsanlagen haben ansonsten in den letzten Jahren Singen, Burgwedel (bei Hannover), Marburg, Dresden, Wavre (Belgien), Val de Reuil (Frankreich) und Rosia (Norditalien) den Zuschlag erhalten (vgl. Karte).

Weltweit produzieren Pharmaunternehmen jährlich etwa 4,7 Milliarden Impfstoffportionen (EVM). In Deutschland produzieren sie Impfstoffe gegen Grippe und Vogelgrippe, Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME), Diphtherie, Keuchhusten und Tollwut, zudem Adjuvantien für die Impfstoffproduktion weltweit. Anlagen zur Produktion eines Ebola- und eines Dengue-Impfstoffs sind im Bau.

Einer der ausschlaggebenden Punkte für diese Investitionsentscheidungen war stets die hohe Kompetenz und Verlässlichkeit der hiesigen Mitarbeiter. Positiv haben sich verstärkte Förderprogramme im Impfstoffbereich und der gestiegene Stellenwert der Prävention in der Gesundheitspolitik ausgewirkt. Hierzu zählt die Initiative des Bundesforschungsministeriums „Förderung der Entwicklung und Verwertung von Impfstoffen", die noch bis 2010 läuft. Ihr Ziel ist die Förderung akademischer Forschung über das Grundlagenstadium hinaus bis zum ersten Nachweis, dass ein experimenteller Impfstoff auch beim Menschen wirkt.

Europäische Standorte für Impfstoffforschung und -produktion

Die Karte können Sie auch als pdf herunterladen.

Damit Deutschland seinen Anteil am globalen Impfstoffmarkt mit seinen jährlichen Wachstumsraten von rund 17 % vergrößern kann, werden weitere Maßnahmen nötig sein.

Eine politische Unterstützung für die Impfstoffentwicklung und -produktion in Deutschland könnte nicht zuletzt darin bestehen,

  • dass konkrete nationale Impfziele und Aktionspläne für einzelne Impfindikationen festgelegt werden (als Ableitung der Impfziele der WHO),
  • dass man sich um mehr Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung und bei den Heilberufen bemüht, z. B. über die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung,
  • dass die Bewertung neuer Impfungen durch die Ständige Impfkommission (STIKO) stets zügig erfolgt und diese Empfehlungen zeitnah sowohl in der Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses wie in den Regionen umsetzt werden,
  • und dass sich die Impfpolitik auch der Krankenkassen verstärkt auf die Versorgungssicherung und die Impfförderung ausrichtet.

Mit modernen und auf Wachstum ausgerichteten Impfstoffherstellern kann Deutschland auch in den kommenden Jahrzehnten Hightech-Produkte bieten, die weltweit nachgefragt und – wegen ihres Nutzens für die persönliche wie die öffentliche Gesundheit – hoch geschätzt sind. Deshalb ist auch politisches Engagement in diesen Wirtschaftszweig gut investiert.