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PRESSEMITTEILUNG 023/2005
Umfrage


10. August 2005

Krankheitsspektrum der Zukunft: Antworten aus der Forschung

 
Die Patientenzahlen bei Diabetes und Alzheimer werden in den nächsten zehn Jahren erheblich ansteigen. Dies ergab eine Umfrage unter Deutschlands führenden Forschungsexperten zu den Krankheiten der Zukunft und den Chancen für innovative Therapien. Die Befragung von hundert Experten aus Industrie und Wissenschaft führte das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité (Direktor Prof. Dr. Stefan N. Willich) im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) durch.

Wie die Befragung zeigt, werden besonders Diabetes Typ 2, Übergewicht und Demenzerkrankungen ansteigen. Hintergrund dafür ist der demographische Wandel. „Eine der größten Herausforderungen für die Arzneimittelforschung ist paradoxerweise ein Resultat ihrer bisherigen Erfolge“, erläutert Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des VFA, bei der Vorstellung der Studienergebnisse auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Dank der Forschungserfolge der Pharmabranche haben Menschen heute glücklicherweise eine wesentlich höhere Lebenserwartung. Direkte Folge davon ist allerdings auch die Zunahme von Alterskrankheiten. Deshalb wird medizinischer Fortschritt von entscheidender Bedeutung sein, damit aus einer alternden Gesellschaft keine vergreisende Gesellschaft wird.“

Massenphänomen Alzheimer: Fallzahlen nehmen deutlich zu
„Alzheimer wird aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten Jahren zu einer großen gesellschaftlichen Herausforderung“, wertet Prof. Dr. Stefan N. Willich, Institutsleiter an der Charité, dieses Ergebnis. Hoffnung macht, dass zwei von drei Experten mit einem Durchbruch in der Alzheimer-Therapie durch neue Medikamente rechnen, die das Fortschreiten der Krankheit entscheidend verlangsamen können. Die Experten geben einen Entwicklungszeitraum von rund 12 Jahren an, bis dieses Ziel erreicht sein könnte. „Weltweit befinden sich in den Forschungslabors der pharmazeutischen Industrie hunderte von Substanzen mit unterschiedlichen Wirkprinzipien gegen Alzheimer in frühen Phasen der Entwicklung. Sie können der Grundstein für den Therapieerfolg von morgen sein und die Lebensqualität für Millionen Patienten verbessern“, erläutert Dr. med. Dieter Götte, Leiter Medical Affairs bei sanofi-aventis Deutschland. Den derzeit wohl hoffnungsvollsten Ansatz sehen Alzheimer-Spezialisten in einer Impfung, an der mehrere Pharmaunternehmen forschen.

Todesursache Diabetes – Die unterschätzte Gefahr
Laut Expertenmeinung sind ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung ein Risiko für unsere Gesundheit mit weiter wachsender Bedeutung, da sie insbesondere die Zahl der Diabetiker (Typ 2) und Übergewichtigen stark ansteigen lassen. Dass Diabetes eine ernst zu nehmende – da lebensbedrohliche – Volkskrankheit ist, machen eindringlich die Prognosen zur Entwicklung der Todesursachen im Jahr 2015 deutlich: 69 Prozent der Experten gehen davon aus, dass der Anteil der diabetesbedingten Todesfälle weiter ansteigen wird, stärker als bei allen anderen häufigen Todesursachen. Denn Diabetes kann – auch wenn die Blutzuckerwerte nicht akut lebensbedrohlich entgleisen – gefährliche Folgeeffekte wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Nierenschäden bewirken. „Die zunehmende Zahl der Diabetiker stellt eine große Zukunftsaufgabe für Gesellschaft und Forschung dar. Die industrielle Forschung an neuen Therapieansätzen läuft auf Hochtouren, um Diabetes und die Folgeerkrankungen noch besser behandeln oder ihnen vorbeugen zu können“, erklärt Götte. Derzeit befinden sich 15 Diabetes-Projekte in der Pipeline der forschenden Arzneimittelhersteller, die bis 2009 eine Chance auf Marktzulassung haben.

Forscher sind optimistisch: Schutzimpfung gegen HIV
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass Experten auch mit neuen Wellen von Infektionskrankheiten in Deutschland rechnen. Die Befragten nennen vor allem nachlassende Prävention als Grund für einen weiteren Anstieg von Hepatitis und HIV. Jeder Zweite zeigt sich jedoch optimistisch, dass die Forschungsanstrengungen bei HIV in den nächsten 12 Jahren zu einer ersten Schutzimpfung führen werden. „Die Einschätzung der Experten macht Mut, dass dank der intensiven Forschung auf diesem schwierigen Gebiet endlich ein Meilenstein gesetzt werden kann“, resümiert Götte.

Grippeepidemie droht!
Die Gefahr einer Grippeepidemie wächst: Über 60 Prozent der Befragten schätzen die Wahrscheinlichkeit einer schweren Grippewelle in den nächsten fünf Jahren als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. „Dieses Ergebnis ist eine weitere Warnung, die Gefahr einer Grippeepidemie in Deutschland ernst zu nehmen, ohne dabei in Panik zu verfallen. Es ist wichtig, dass wir uns auf diesen Fall, z.B. durch Impfungen oder antivirale Medikamente, gut vorbereiten“, erklärt Götte.

Pharmaforscher stellen sich den Zukunftsaufgaben
Insgesamt haben nach derzeitigem Stand fast 300 Arzneimittelprojekte der forschenden Arzneimittelhersteller eine Chance auf Marktzulassung bis 2009. Überdurchschnittlich aktiv sind die Pharmaforscher dabei gerade bei Diabetes, HIV, Alzheimer und Krebs. „Die Entwicklungspipelines der forschenden Arzneimittelhersteller zeigt, dass die Forschung an den Krankheiten von morgen längst begonnen hat“, erklärt Götte.

Weitere Unterlagen zur Pressekonferenz sind unter www.vfa.de/pk20050809 im Internet abrufbar.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.arzneimittelforscher.de

Ansprechpartner für methodisch-wissenschaftliche Fragen:
Sekretariat Prof. Stefan N. Willich
Tel: 030-450529002, Fax: 030-450529902, sozmed-epi@charite.de
Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité


Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 39 weltweit führenden Herstellern und ihren fast 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 85.000 Mitarbeiter, darunter 14.500 in Forschung und Entwicklung.
Ihr Ansprechpartner
Dr. Jochen Stemmler
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