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#MacroScopePharma 05/26

Der Economic Policy Brief des vfa



Industriekrise: Drei große Schocks fordern Europa heraus


Europas Industrie steht unter Druck. Drei tiefgreifende Schocks haben die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Branchen geschwächt: Chinas Aufstieg als Industrienation, die Energiekrise und die US-Zollpolitik seit 2025. In allen drei Fällen verlor Deutschland mehr an Boden als andere große EU-Länder. Zugleich ist keiner dieser Schocks nur ein vorübergehender Dämpfer. Sie verändern die Wettbewerbslandschaft strukturell. Europas Antwort darauf wäre in großen Teilen die eigene Stärke. Doch vor allem das Gewicht des eigenen Binnenmarkts bleibt als größtes Potenzial ungenutzt.

Weltwirtschaft: ausgebremst, aber widerstandsfähig

Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland verliert erheblich

Seit 2017 wächst der Welthandel schneller als die deutschen Exporte. Drei Viertel der Marktanteilsverluste gehen auf angebotsseitige Faktoren zurück: gestiegene Energiepreise, Lieferkettenprobleme, steigende Lohnstückkosten und hohe Bürokratiekosten.(4) Gleichzeitig haben chinesische Wettbewerber ihre Position auf den Weltmärkten ausgebaut, besonders in Automobil und Maschinenbau.

Der Wettbewerbsindikator der EU-Kommission (vgl. Box „Daten und Methoden“) macht diese Entwicklung sichtbar. Bis etwa 2017/18 folgte er dem üblichen Konjunkturverlauf ohne klaren Trend (siehe Abbildung unten). Etwa im Verlauf des Jahres 2018 schwenkt die Wettbewerbsfähigkeit auf einen Abwärtstrend ein und fällt bereits vor der Pandemie in den negativen Bereich. In den Corona-Jahren sackt sie zunächst ab, erholt sich aber rasch. Ab dem Frühjahr 2022 setzt eine beschleunigte Abwärtsbewegung ein, die bis zuletzt anhält.

Seit 2025 zeigt sich ein weiterer Bruch. Lange entwickelte sich die Wettbewerbsfähigkeit auf EU-Märkten und auf Drittmärkten im Gleichschritt (siehe Abbildung unten, blaue Linie). Seit 2018 driften die Einschätzungen auseinander, seit 2022 beschleunigt sich diese Divergenz, und seit dem vergangenen Jahr ist der Abstand deutlich gewachsen. Ähnliches gilt im Vergleich zwischen Deutschland und dem EU-Durchschnitt. Lange war die deutsche Industrie strukturell besser aufgestellt und bewertete ihre Wettbewerbsposition entsprechend positiver. Seit 2018 hat sich dieses Bild gewandelt (vgl. Abbildung unten die dunkelblaue Linie, die ab 2018 und vor allem nach Corona mehr und mehr hinter der blauen zurückfällt). Wie stark die drei Schocks dabei einzelne Branchen getroffen haben, zeigt der folgende Blick auf China, Energie und Zölle.

Zweiter China-Schock: Chinas Industrie holt auf und drängt in neue Märkte

Mit der Strategie „Made in China 2025“ hat China sein industriepolitisches Ziel klar formuliert: technologische Führerschaft in strategischen Hochtechnologiesektoren. Eine Motivation war zudem eine hohe Abhängigkeit von ausländischer Technologie und ein oft eingeschränkter Zugang zu ihr. Maschinenbau, Robotik, Elektromobilität, Hightech-IT und Biotechnologie standen dabei im Mittelpunkt. Die Strategie ist in weiten Teilen aufgegangen. Chinesische Unternehmen haben sich auf den Weltmärkten als ernstzunehmende Anbieter etabliert und die globalen Marktanteile deutlich zu ihren Gunsten verschoben.

Global betrachtet waren die Verschiebungen der Marktanteile insgesamt moderat – deutlicher zeigen sie sich in einzelnen Sparten. In der Pharmabranche baute Irland seinen Weltmarktanteil um sieben (Prozent-)Punkte aus (siehe Abbildung unten). Dahinter folgten Slowenien (+ zwei Punkte) sowie Südkorea und Singapur (jeweils ein Punkt). Bei Halbleitern und elektronischen Gütern legte Taiwan massiv zu, Vietnam folgte. Im Energiebereich profitierten die USA vom Fracking-Boom und weiteten ihren Weltmarktanteil um siebeneinhalb Punkte aus.

Den stärksten Eindruck hinterließ Chinas Aufstieg in den Branchen, die im Zentrum der Industriestrategie stehen. In der Chemie verdoppelte das Land seinen globalen Marktanteil binnen eines Jahrzehnts auf zwölf Prozent. Der Zweitplatzierte Indien legte lediglich einen halben Punkt zu. Im Maschinenbau baute China seinen Anteil um vier Punkte auf 15 Prozent aus und zog 2018 an Deutschland vorbei. Im Automobilbau gewann China viereinhalb Punkte hinzu, Mexiko profitierte gleichzeitig von seiner wachsenden Rolle als Zulieferer für den US-Markt. (siehe Abbildungen unten).

Wo China zulegte, gaben vor allem etablierte Industrieländer Anteile ab. Im Maschinenbau entfiel der größte Teil des europäischen Rückgangs auf Deutschland, das zwei Prozentpunkte verlor. In ähnlicher Größenordnung verlor auch Japan und mit einem Punkt etwas weniger die USA und Italien. Im Automobilbau übernahm China Anteile, die zuvor bei den USA, Deutschland und Japan lagen – je rund dreieinhalb beziehungsweise drei Punkte. In der Chemie und im Pharmabereich traf es neben Deutschland vor allem das Vereinigte Königreich und Frankreich. Deutschland gehört damit branchenübergreifend zu den Ländern, die dem Aufstieg chinesischer Wettbewerber am stärksten ausgesetzt waren. Lediglich im Bereich hochwertiger IT-Güter wie Halbleitern ging Chinas Strategie nicht auf: Chinas bislang dominanter Weltmarktanteil sackte ab – bedrängt durch die Konkurrenz aus Taiwan und Vietnam – auf zuletzt nur noch ein Drittel, nachdem gut zehn Jahre zuvor noch die Hälfte dieser Güter aus China stammte (siehe Abbildung unten).

Um zu messen, wie stark chinesische Wettbewerber einzelne Branchen und Länder unter Druck gesetzt haben, werden in der Analyse internationale Handelsströme ausgewertet (siehe Box). Der Ansatz ist einfach: Wo China auf den Weltmärkten zulegte und europäische Anbieter gleichzeitig Anteile abgaben, gilt die chinesische Konkurrenz als wesentlicher Treiber. Als Maß dient die Summe beider Verschiebungen. Im deutschen Maschinenbau etwa sank der Anteil deutscher Hersteller an den globalen Importen binnen eines Jahrzehnts um zwei Prozentpunkte, während China vier Punkte hinzugewann (vgl. Abbildung "Weltmarktanteile bei Maschinen" oben). Diese
Verschiebung von insgesamt sechs Punkten beschreibt das Ausmaß des China-Schocks für diese Branche. Dieses Maß für den China-Schock wird anschließend für die betroffenen Schlüsselindustrien und ausgewählte EU-Länder mit den beobachteten Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit seit Ende 2017 zusammengeführt.

Die Analyse fokussiert auf die Phase zwischen Ende 2017 und Mitte 2022, also die Zeit, in der der China-Schock wirkte, bevor die Energiekrise die Wettbewerbsfähigkeit überlagerte (siehe Abbildung unten). Je weiter rechts eine Branche liegt, desto stärker hat der China-Schock gewirkt – je weiter unten sie liegt, desto mehr büßte sie an Wettbewerbsfähigkeit ein. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Metallindustrie blieb vergleichsweise wenig betroffen. Maschinenbau, Chemie und allen voran der Automobilbau in Deutschland erlebten dagegen besonders starke Konkurrenz aus China. In allen drei Branchen haben chinesische Wettbewerber Marktanteile gewonnen und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter spürbar unter Druck gesetzt – in Deutschland stärker als in Frankreich, Italien oder Spanien.

Energiekrise: Ein Schock trifft die gesamte Wertschöpfungskette

Die Energiekrise 2022/23 traf Europas Industrie hart. Der europäische Gaspreis stieg im Sommer 2022 zeitweise auf mehr als das Zehnfache des Vorkrisenniveaus. Deutschland war besonders verwundbar: Die hohe Abhängigkeit von russischem Gas hatte sich über Jahre aufgebaut und ließ sich kurzfristig nicht ersetzen. Die Kostenschübe wirkten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. Unternehmen mussten deutlich höhere Kosten für Vorleistungen, Produktion und Transport tragen. Energieintensive Branchen gerieten am stärksten unter Druck. Aber die steigenden Preise mündeten nicht nur in höherer Inflation für die Haushalte – sie lasteten auch auf der Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen und ihrer Zulieferer.

Staatliche Entlastungspakete, Preisbremsen für Strom, eine rasch ausgebaute LNG-Infrastruktur und die Bemühungen zur Senkung der Gasnachfrage entspannten die Lage schrittweise. Auch ein milder Winter half. Die Gasspeicher blieben ausreichend gefüllt, die Energiepreise gaben nach, die Inflation ebbte ab. Dennoch blieben Energiepreise und Produktionskosten in Europa strukturell höher als vor der Krise und lagen teils deutlich über dem Niveau anderer Regionen, etwa den USA.

Am stärksten betroffen waren naturgemäß die energieintensiven Branchen: Raffinerien, Holz-, Glas-, Metall- und Chemieindustrie sowie Stromproduzenten. Input-Output-Tabellen für das Jahr 2022 machen sichtbar, wie stark der Anteil energiebezogener Vorleistungen in diesen Branchen gegenüber dem Vorkrisenniveau angestiegen ist. Da die Tabellen nominale Werte ausweisen, spiegeln sie unmittelbar die massiven Preissteigerungen wider, die sich während der Krise entlang der Wertschöpfungsketten ausgebreitet haben. Branchen, in denen dieser Anteil besonders stark anschwoll, waren von der Krise überdurchschnittlich betroffen. Und tatsächlich zeigt sich der kräftigste Anstieg genau dort, wo er zu erwarten war: in den energieintensiven Industrien (siehe Abbildung unten).

Der Energieschock traf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands besonders hart(5) (siehe Abbildung unten: Die deutschen, dunkelblau markierten Branchen sind vergleichsweise weit unten platziert). In der chemischen Industrie stieg der Anteil energiebezogener Vorleistungen um nahezu sieben Prozentpunkte, die Wettbewerbsfähigkeit brach massiv ein. Maschinen- und Autobauer sowie die Metallindustrie folgten. Das Muster ist dabei konsistent: Je stärker der Kostenschub, desto deutlicher die Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit. Auch Spanien verzeichnete einen kräftigen Anstieg der Energiekosten. Die Wettbewerbsfähigkeit verschlechterte sich dort aber deutlich weniger stark als in Deutschland.

Nicht überall war der direkte Energiekostenanteil entscheidend. Branchen, die stark auf Vorleistungen aus der Chemie oder Metallindustrie angewiesen sind, zahlten die gestiegenen Kosten über höhere Einkaufspreise mit. Die Pharmabranche etwa beglich im Jahr 2022 eine um mehr als zwei Milliarden Euro höhere Rechnung für chemische Vorprodukte als im Mittel der Vorjahre. Neben den energieintensiven Branchen gab es damit eine ganze Reihe weiterer Betroffener, nicht zuletzt die Haushalte.

US-Zollschock: Einschnitte vor allem bei Schlüsselindustrien

Seit Beginn der zweiten Trump-Administration hat die US-Zollpolitik den bereits angelegten protektionistischen Kurs deutlich verschärft. Mit dem Liberation Day kündigte die Regierung(6) ein breites Zollpaket an: einen allgemeinen Basiszoll von zehn Prozent auf nahezu alle Importe sowie „reziproke“ Zölle gegen Länder mit US-Warenhandelsdefiziten, in teils astronomischer Höhe. Dabei gerieten nicht nur klassische Industriebranchen wie Autos, Maschinenbau und Stahl ins Visier, sondern auch die Pharmaindustrie(7) . Gerade für die deutsche Pharmaindustrie sind die USA der mit Abstand größte Einzelmarkt. Es schloss sich eine Phase hoher Unsicherheit, Verhandlungen und Spannungen an, in der die EU Gegenzölle vorbereitete. Im vergangenen Sommer einigten sich EU und die USA auf ein Abkommen, dennoch blieb der Zugang zum US-Markt ein zentraler Unsicherheitsfaktor.

Hinzu kommt, dass die Zölle weniger als klassisches Handelshemmnis fungieren, sondern vielmehr als strategisches Instrument, mit dem die USA gezielt Investitionen im Inland sowie Preiszugeständnisse auf ihrem Markt durchsetzen wollen. Gerade für die Pharmaindustrie greift somit der Blick rein auf den Anteil der Exporte, der in den USA abgesetzt wird, zu kurz. Nichtsdestotrotz stellt dieser Anteil ein gutes Maß dar, um die Betroffenheit europäischer Industriebranchen miteinander zu vergleichen.

Die USA sind für die europäische Pharmaindustrie der wichtigste Einzelmarkt (siehe Abbildung unten). Im Ländermittel geht ein Viertel der Pharmaausfuhren in die USA, mit besonders hohen Anteilen in Irland, Indien und der Schweiz. Auch im Maschinenbau ist die USExponierung überdurchschnittlich. Deutschland weist branchenübergreifend einen hohen US-Anteil auf, besonders ausgeprägt in der Pharmaindustrie.

Die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit(8) zeigt seit Anfang 2025 ein klares Muster: Wo die Abhängigkeit vom US-Markt hoch ist, verschlechterte sie sich besonders deutlich (siehe Abbildung unten). Deutschland sticht dabei erneut hervor. In nahezu allen betroffenen Branchen verbindet sich eine hohe US-Exponierung mit spürbaren Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang in der Pharmaindustrie, aber auch im Automobil- und Maschinenbau zeigt sich eine deutliche Verschlechterung. Weniger eindeutig fällt das Bild in der chemischen Industrie aus. Ihre Wettbewerbsfähigkeit hat sich im vergangenen Jahr zumindest nicht weiter verschlechtert. Das liegt aber wohl weniger an einer Erholung als daran, dass die Branche durch den Energieschock bereits stark belastet war.

Auch außerhalb Deutschlands ergibt sich ein differenziertes Bild. Im Maschinenbau verschlechterte sich die Wettbewerbsfähigkeit in Frankreich, Italien und Spanien kaum, obwohl ihre US-Anteile nur wenig unter dem deutschen liegen. Im Automobilsektor sind die Einbußen deutlicher: In Frankreich, Italien und Deutschland ging die Wettbewerbsfähigkeit zurück, wobei Deutschland den höchsten US-Anteil und einen der stärksten Rückgänge aufweist. Spanien bildet eine Ausnahme: Die Wettbewerbsfähigkeit verbesserte sich dort, was aber vor allem daran liegt, dass der US-Markt für spanische Autoexporte mit einem Anteil von gut einem Prozent kaum eine Rolle spielt.

Insgesamt spricht die Evidenz dafür, dass der US-Zollschock die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Schlüsselindustrien stärker belastet hat als die entsprechender Branchen in anderen großen EU-Ländern.

Fazit: Markt macht Europa

Europa ist durch drei Schocks getroffen, die eines gemeinsam haben: Deutschland ist von allen dreien am stärksten betroffen. Dies erklärt die anhaltende wirtschaftliche Krise in erheblichem Maße und muss Anlass für ambitionierte Reformen sein.

Die Antwort darauf liegt in großen Teilen in Europa. Der Binnenmarkt ist das größte ungenutzte Potenzial. Gerade für die Pharmaindustrie sind die Rahmenbedingungen unnötig kompliziert: 27 fragmentierte Erstattungssysteme, fehlende Skalierbarkeit und verzögerter Marktzugang kosten Europas Industrie Investitionen, die stattdessen in die USA oder nach China fließen. Eine koordinierte europäische Industrie- und Handelspolitik würde dem Druck aus Washington und Peking geschlossen begegnen, statt ihn Land für Land zu absorbieren. Eine funktionsfähige Kapitalmarktunion würde die erheblichen europäischen Ersparnisse mobilisieren und in Wachstum sowie Innovation lenken, statt sie in fragmentierten nationalen Finanzsystemen zu binden. Ein einheitlicher Marktzugang für innovative Produkte würde Europa als Innovations- und Produktionsstandort attraktiver machen als jeder Subventionswettbewerb.

Europa braucht zugleich einen starken deutschen Kern. Die lokalen Hausaufgaben sind bekannt: Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren, damit Investitionen nicht an Verwaltungshürden scheitern. Verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, damit Unternehmen langfristig planen und standortgebunden investieren können. Um technologisch weiterhin eine führende Rolle spielen zu können, braucht es eine Innovationsagenda, die Forschung und Produktion in Deutschland gezielt stärkt.

Dabei hat Europa eine Stärke, die in einer Welt zunehmender geopolitischer Unsicherheit an Wert gewinnt: Verlässlichkeit. Stabile rechtliche Rahmenbedingungen, berechenbare Märkte und langfristige Planungssicherheit sind Assets, mit denen derzeit weder die USA noch China ohne Weiteres konkurrieren können. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. Nationale Reformen wie das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wirken dabei in die falsche Richtung: Sie erhöhen Unsicherheit, untergraben Planbarkeit und schwächen genau die Standortqualitäten, die Europa im globalen Wettbewerb auszeichnen.

Fußnoten:

(1) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) (2026): Frühjahrsprojektion 2026. Vom 22. April 2026, online verfügbar, The Economist (2023): “Is Germany once again the sick man of Europe?”, vom 17. August 2023.

(2) Der erste China-Schock bezieht sich auf den Aufstieg Chinas auf den Weltmärkten seit der Jahrtausendwende. Niedrige Kosten und wachsende Kapazitäten setzten arbeitsintensive Industrien unter Druck, vor allem in den USA. Dies führte dort zu Arbeitsplatzverlusten und Produktionsverlagerungen. Europa war nicht so stark betroffen, vor allem Deutschland profitierte durch steigende Exporte nach China; vgl. Autor, D. H., Dorn, D., und Hanson, G. H. (2013): “The China Syndrome: Local Labor Market Effects of Import Competition in the United States”, American Economic Review, 103(6), 2121 – 2168, online verfügbar.

(3) China hat sich vom komplementären Handelspartner zum direkten Wettbewerber entwickelt, produziert zunehmend technologieintensive Güter, reduziert seine Importabhängigkeit und konkurriert immer stärker mit Industrieländern in deren Kernsektoren; vgl. de Soyres, F., Fisgin, E., Gaillard, A., Santacreu, A.M. & Young, H. (2025): “The sectoral evolution of China’s trade”, FEDS Notes, Board of Governors of the Federal Reserve System, online verfügbar. Tordoir, S., Setser, B. (2025): “How German industry can survive the second China shock”, Centre for European Reform, online verfügbar. Marin, D. (2025): “The China shock hits Germany”, CEPR/VoxEU, online verfügbar.

(4) Deutsche Bundesbank (2025): „Was steckt hinter dem mehrjährigen Rückgang der deutschen Exportmarktanteile?“, Monatsbericht Juli 2025, Deutsche Bundesbank, online verfügbar.

(5) Lan, Ting; Sher, Galen; Zhou, Jing (2022): The Economic Impacts on Germany of a Potential Russian Gas Shutoff. IMF Working Paper 2022/144. International Monetary Fund, online verfügbar. Deutsche Bundesbank (2024): “German economy: rising to the challenges”. Rede von Bundesbankpräsident Nagel am 12. September 2024, online verfügbar.

(6) The White House (2025): Regulating Imports with a Reciprocal Tariff to Rectify Trade Practices that Contribute to Large and Persistent Annual United States Goods Trade Deficits. Executive Order, 2. April 2025, online verfügbar.

(7) Baur, A., Flach, L., Scheckenhofer, L. (2025): „Von Zolllücken und Zolleffekten: Trumps Handelspolitik 2.0 und ihre Folgen für die deutsche Wirtschaft“, ifo Schnelldienst, 2025 (78), Nr. 06 04-11 ifo Institut, online verfügbar.

(8) Die EU-Daten zur Wettbewerbsfähigkeit weisen vereinzelte Lücken auf. So fehlen Meldungen aus der irischen Pharmaindustrie seit Anfang 2025 vollständig; alle seither ausgewiesenen Werte liegen exakt bei null. Das Gesamtbild wird dadurch nicht grundsätzlich verändert, einzelne Ausreißer sollten aber nicht übergewichtet werden.

Autor:

Dr. Claus Michelsen
Geschäftsführer Wirtschaftspolitik
Dr. Claus Michelsen

Telefon +49 151 57414460

c.michelsen@vfa.de

Autor:

Dr. Simon Junker
Senior Manager Konjunkturpolitik
Dr. Simon Junker

Telefon +49 151 22157308

s.junker@vfa.de

Pressekontakt:

Henrik Jeimke-Karge
Pressesprecher Wirtschaftspolitik
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