23.09.2026 | PRESSEMITTEILUNG 035/2026 Volkskrankheiten: Kosten umfassend betrachten
- Barmer Arzneimittelreport: Debatte braucht Gesamtblick
- Arzneimittelanteil bei vielen Erkrankungen gesunken
- Prävention und moderne Therapien können Folgekosten vermeiden
Der Barmer Arzneimittelreport 2026 nimmt die Kosten von Volkskrankheiten in den Blick. Entscheidend ist dabei der Gesamtblick auf Krankheitslast, Versorgung und vermeidbare Folgekosten.
„Volkskrankheiten werden zu einer immer größeren Herausforderung, weil immer mehr Menschen betroffen sind und zugleich unsere Gesellschaft älter wird“, sagt vfa Präsident Han Steutel. „Medizinischer Fortschritt hilft, diese Entwicklung zu bewältigen. Arzneimittel können Krankheiten und ihre Folgen verhindern, Krankenhausaufenthalte vermeiden und Pflegebedürftigkeit hinauszögern. Damit verbessern sie die Versorgung und können erhebliche Folgekosten reduzieren.“
Häufige chronische Erkrankungen nehmen zu
Bei vielen häufigen chronischen Erkrankungen ist die Zahl der Betroffenen gestiegen, etwa bei Adipositas, Depressionen, Diabetes, Hypertonie und Niereninsuffizienz. Besonders deutlich ist die Entwicklung bei Adipositas: Die Zahl der Betroffenen stieg zwischen 2015 und 2023 von rund 10 auf 16,7 Millionen.
Kostenentwicklung differenziert betrachten
Bei acht häufigen chronischen Erkrankungen stiegen die Behandlungskosten zwischen 2015 und 2023 weniger stark als die Behandlungskosten in Deutschland insgesamt. Das gilt zum Beispiel für Depressionen, Hypertonie und Asthma. Gleichzeitig nahm die Zahl der Betroffenen bei fast allen betrachteten Erkrankungen zu.
Auch die Kostenstruktur hat sich verändert: Der Anteil der Arzneimittelversorgung und der Krankenhausbehandlungen an den jeweiligen Krankheitskosten ging bei den untersuchten Erkrankungen überwiegend zurück. Größere Anteile entfielen dagegen auf Pflege, ärztliche Versorgung oder Ausgaben der privaten Haushalte.
„Entscheidend ist, Krankheiten durch Prävention zu verhindern und Betroffene möglichst früh zu behandeln“, sagt Steutel. „Eine alternde Gesellschaft braucht mehr Prävention, eine gute Versorgung chronisch Kranker und Zugang zu medizinischem Fortschritt.“
Mehr dazu auf vfa.de im Spotlight Pharma Market: https://www.vfa.de/de/gesundheit-versorgung/spotlight-pharma-market/chronische-erkrankungen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
In der laufenden AMNOG-Diskussion, an der sich heute auch die BARMER beteiligt, hat der vfa bereits Position bezogen:
Mehr zum AMNOG-Konzept des vfa:
https://www.vfa.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-034-2026-vfa-legt-arzneimittel-reformkonzept-vor.html
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Das ganze AMNOG-Konzept des vfa:
https://www.vfa.de/de/gesundheit-versorgung/amnog/amnog-reform-konzept
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Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
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