Fragen zum Impfen

Impfungen haben etliche gefährliche Krankheiten zurückgedrängt - und das ist auch weithin bekannt. Andererseits will niemand seinen Körper durch eine Impfung einer Belastung oder Gefahr aussetzen, wenn das nicht oder nicht mehr nötig ist. Deshalb möchten Menschen ihre Chancen und Risiken genau kennen, ehe sie sich oder ihre Kinder impfen lassen. Hier einige Fragen und Antworten dazu:

Wie viel Schutz kann man von einer Impfung erwarten?
Manche Impfstoffe schützen mehr als 98 % aller Geimpften vor einer Erkrankung. Andere Impfstoffe erzielen bei der Mehrzahl einen vollständigen Infektionsschutz und bei den anderen zumindest einen solchen Immunschutz, dass die Krankheit leichter verläuft. Wichtig ist: Viele Impfungen müssen mehrfach verabreicht werden, damit sie ihre volle Schutzwirkung erzielen.

Wie stark belasten Kombinationsimpfstoffe das Immunsystem?
Weniger als eine echte Infektion! Das zeigt sich schon an den leichten Impfreaktionen des Körpers; sonst bekäme man nach der Impfung hohes Fieber. Die Impfstoffe, die es heute gibt, immunisieren gegen bis zu sechs verschiedene Erreger oder bis zu 23 Stämme der gleichen Erregerart. Das mag nach viel klingen, doch auf jeder Busfahrt kommt ein Mensch mit mehr Erregern in Kontakt. Moderne Kombinationsimpfstoffe enthalten zudem meist nur noch ausgewählte Erreger-Antigene; und auch wenn es 23 sind, sind das immer noch weniger als bei den meisten Infektionen.

Kann man von Impfungen bleibende Schäden bekommen?
Kaum. Bleibende Schäden sind bei den heutigen Impfstoffen nur bei weniger als einem unter einer Million Geimpften nach einer Mumps- oder Masernimpfung aufgetreten. Zum Vergleich: Ungeimpfte bekommen beide Krankheiten fast immer, und jeder zehnte leidet bei Mumps auch an Hirnhautentzündung, jeder 500ste bei Masern auch an einer Gehirnentzündung. Beide Komplikationen hinterlassen oft bleibende Schäden.

Haben Allergien etwas mit Impfungen zu tun?
Es wurde viel darüber geforscht, ob Impfungen zu Allergien beitragen. Resultat: Nein, es lässt sich kein Zusammenhang finden. So traten Allergien in der DDR mit ihrer allgemeinen Impfpflicht sogar seltener auf als in Westdeutschland.

Es heißt, was nicht trainiert wird, verkümmert. Verhindern Impfungen nicht, dass das Immunsystem trainiert?
Nein, Impfungen sind selbst ein Training für das Immunsystem. Und die Immunisierung gegen eine Krankheit geht auch nicht auf Kosten der Abwehrkräfte gegen andere Erreger. Einige Infektionskrankheiten hingegen können die allgemeine Immunabwehr für Wochen (echte Grippe) oder sogar Monate (Masern) erheblich schwächen.

Können Impfungen bei Babies überhaupt wirken - haben die denn schon ein aktives Immunsystem?
Schon Neugeborene haben ein effektives Immunsystem - andernfalls würden sie bereits in den ersten Lebenstagen von Krankheitskeimen getötet. Teil dieses Immunsystems sind von der Mutter übernommene Antikörper. Aber auch die meisten Zellen, die für Immunreaktionen gegen neue Erreger und für das „Impfgedächtnis" sorgen, arbeiten schon.

Müssen Kinder nicht manche Krankheiten einfach gehabt haben?
Nichts weist darauf hin, dass es irgendeine Krankheit gibt, die man gehabt haben muss – auch nicht die oft angeführten Masern. Das wird schon daran deutlich, dass es vor Kolumbus in ganz Amerika keine Masern gab. Auch für eine Förderung der intellektuellen oder charakterlichen Reife durch Krankheiten gibt es keinen Beleg.