Suche Inline - Login

21. Mai 2026 Zugelassene gentechnische Arzneimittel in Deutschland

Derzeit sind in Deutschland nach vfa-Recherchen 479 Biopharmazeutika mit 412 Wirkstoffen zugelassen, die gentechnisch hergestellt werden. Wichtige Anwendungsbereiche sind u.a. Diabetes (Insuline), Multiple Sklerose und Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis und Psoriasis (Immunmodulatoren), Krebserkrankungen (monoklonale Antikörper), angeborene Stoffwechsel- und Gerinnungsstörungen (Enzyme, Gerinnungsfaktoren) sowie Schutzimpfungen (Gebärmutterhalskrebs, Hepatitis B) und Osteoporose.

Von den jährlich neu eingeführten Wirkstoffen werden rund 40 % gentechnisch hergestellt.

Einige gentechnisch hergestellte Medikamente stammen aus derselben Produktionsstätte, sind aber unter verschiedenen Markennamen zugelassen (sogenannte Zweitmarken); Details zu den Zweitmarken bei Biosimilars finden sich über folgenden Link: https://www.vfa.de/download/biosimilars-uebersicht-originalpraeparate.pdf Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)

Im Folgenden sind alle zugelassenen Biopharmazeutika aufgelistet. Die Zulassungsdaten basieren auf öffentlichen Bekanntmachungen. Die Produktionsorte sind für Präparate, die das seit 1995 geltende EU-Zulassungsverfahren durchlaufen haben, den öffentlichen Bewertungsberichten (EPAR) entnommen. Zulassungsdatum und Anwendungsgebiet (Indikation) beziehen sich auf die erstmalige Zulassung.

Wirkstoff Weitere Angaben
Natalizumab Indikation: Multiple Sklerose
Arzneimittel / Firma Tysabri® / Biogen
Zulassung: Jun 2006
Produktionsort: Vereinigte Staaten , Dänemark
Produziert mit: Säugerzellen (Maus, NS/0)
Natalizumab (Biosimilar) Indikation: Multiple Sklerose
Arzneimittel / Firma Tyruko® / Sandoz
Zulassung: Sep 2023
Produktionsort: Polen
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nemolizumab Indikation: Atopische Dermatitis / Prurigo Nodularis
Arzneimittel / Firma Nemluvio® / Galderma
Zulassung: Feb 2025
Produktionsort: Japan
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nipocalimab Indikation: Myasthenia gravis, generalisierte
Arzneimittel / Firma Imaavy® / Janssen
Zulassung: Nov 2025
Produktionsort: China
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nirsevimab Indikation: RSV-Infektion, Prävention
Arzneimittel / Firma Beyfortus® / Sanofi Winthrop
Zulassung: Okt 2022
Produktionsort: Vereinigte Staaten
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nivolumab Indikation: Melanom, fortgeschritten
Arzneimittel / Firma Opdivo® / Bristol Myers Squibb
Zulassung: Jun 2015
Produktionsort: Vereinigte Staaten , Südkorea , Irland
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nivolumab / Relatlimab Indikation: Melanom, fortgeschritten
Arzneimittel / Firma Opdualag® / Bristol Myers Squibb
Zulassung: Sep 2022
Produktionsort: Vereinigte Staaten
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nogapendekin alpha inbakicept Indikation: Blasenkrebs, nicht-muskelinvasiv
Arzneimittel / Firma Anktiva® / Immunity Bio
Zulassung: Feb 2026
Produktionsort: Vereinigte Staaten
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nonacog alfa Indikation: Hämophilie B
Arzneimittel / Firma BeneFIX® / Pfizer
Zulassung: Aug 1997
Produktionsort: Vereinigte Staaten
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nonacog beta pegol Indikation: Hämophilie B
Arzneimittel / Firma Refixia® / Novo Nordisk
Zulassung: Jun 2017
Produktionsort: Dänemark
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Nonacog gamma Indikation: Hämophilie B
Arzneimittel / Firma Rixubis® / Baxter
Zulassung: Dez 2014
Produktionsort: Österreich , Singapur
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)

[1] Nur Komponente gegen Hepatitis B gentechnisch hergestellt

Die Liste der Zulassungen nach früheren Zulassungsverfahren erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Von den in Deutschland derzeit zugelassenen gentechnisch hergestellten Arzneimittelwirkstoffen werden einige von verschiedenen Firmen vermarktet, z.B. Faktor VIII und Somatotropin, oder sind in verschiedenen Kombinationen vorhanden, wie Hepatitis-B-Impfstoff. Wird ein Wirkstoff (z.B. Hepatitis-B-Antigen, Faktor VIII) von verschiedenen Herstellern produziert, wird er jeweils als eigener Wirkstoff gezählt, da die Herstellverfahren und daher auch die Wirkstoffe unterschiedlich sind.

Bei den monoklonalen Antikörpern wurden nur die mit Hilfe der Gentechnik chimärisierten oder humanisierten Produkte aufgenommen, nicht aber die wenigen, ohne Gentechnik hergestellten Präparate.