An einer Studie teilnehmen?

Krankheiten machen leider auch vor Kindern und Jugendlichen nicht Halt. Glücklicherweise gibt es auch für diese Altersgruppen in den meisten Fällen bewährte Behandlungsmöglichkeiten. Und ständig kommen weitere Medikamente und Impfstoffe für diese Altersgruppen dazu (siehe www.vfa.de/kinder).

(© Getty Images)


Vor ihrer Zulassung werden diese Mittel – wie für Erwachsene auch – in Studien erprobt. Wer gefragt wurde, ob das eigene Kind an einer Studie teilnehmen könnte, oder wer das auf eigene Initiative hin erwägt, hat meist viele Fragen. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind dafür die besten Ansprechpartner: Sie können nicht nur, sie müssen sogar umfassend über die betreffende Studie informieren, und ebenso über die Behandlungsmöglichkeiten außerhalb der Studie.

Aber es gibt auch einige Fragen zu Studien, die eher allgemeiner Art sind. Auf diese geht dieser Text ein. Er erklärt, wie Studien mit Kindern oder Jugendlichen geplant und durchgeführt werden. Die Chancen und Risiken werden beschrieben, die generell mit einer Teilnahme verbunden sind. Es wird erläutert, was zum Schutz von Minderjährigen, die teilnehmen, getan wird. Hier steht auch, welche Rechte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ihre Eltern haben, und zu was das medizinische Fachpersonal verpflichtet ist, das die Studie betreut.

Damit können die hier gegebenen Informationen vielleicht ein Beitrag dazu sein, das Für und Wider zur Studienteilnahme abzuwägen.

Was ist eine klinische Studie?

Bei einer klinischen Studie erproben Ärztinnen und Ärzte zusammen mit Erkrankten eine neue Methode, eine Krankheit zu erkennen, zu behandeln oder ihr vorzubeugen. Die Methode kann beispielsweise ein neues Röntgenverfahren oder eine Operationstechnik sein. Oder es kann um eine neuartige Behandlung mit Medikamenten oder eine Impfung gehen; hiervon handelt dieser Text.

Solche Studien heißen auch dann „klinisch", wenn sie gar nicht in einer Klinik, sondern in einer Arztpraxis stattfinden. Man nennt sie manchmal auch „klinische Prüfungen". Eine Klinik, ein Krankenhaus oder eine Praxis, in der eine klinische Studie stattfindet, wird dementsprechend auch als „Prüfzentrum" bezeichnet, und die mitwirkenden Ärztinnen und Ärzte heißen „Prüfärzte" oder „Prüfer".

Häufig ist ein Pharma-Unternehmen der Auftraggeber. Aber auch Universitäten oder Kliniken können klinische Studien veranlassen. Der Auftraggeber einer Studie wird auch „Sponsor der Studie" genannt. Die Ärztin oder der Arzt, mit dem Sie über eine Studie reden, kann Ihnen sagen, wer sie veranlasst hat.




"Kinder und Jugendliche in klinischen Studien"
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