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29. September 2026 Zugelassene gentechnische Arzneimittel in Deutschland

Derzeit sind in Deutschland nach vfa-Recherchen 481 Biopharmazeutika mit 413 Wirkstoffen zugelassen, die gentechnisch hergestellt werden. Wichtige Anwendungsbereiche sind u.a. Diabetes (Insuline), Multiple Sklerose und Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis und Psoriasis (Immunmodulatoren), Krebserkrankungen (monoklonale Antikörper), angeborene Stoffwechsel- und Gerinnungsstörungen (Enzyme, Gerinnungsfaktoren) sowie Schutzimpfungen (Gebärmutterhalskrebs, Hepatitis B) und Osteoporose.

Von den jährlich neu eingeführten Wirkstoffen werden rund 40 % gentechnisch hergestellt.

Einige gentechnisch hergestellte Medikamente stammen aus derselben Produktionsstätte, sind aber unter verschiedenen Markennamen zugelassen (sogenannte Zweitmarken); Details zu den Zweitmarken bei Biosimilars finden sich über folgenden Link: https://www.vfa.de/download/biosimilars-uebersicht-originalpraeparate.pdf Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)

Im Folgenden sind alle zugelassenen Biopharmazeutika aufgelistet. Die Zulassungsdaten basieren auf öffentlichen Bekanntmachungen. Die Produktionsorte sind für Präparate, die das seit 1995 geltende EU-Zulassungsverfahren durchlaufen haben, den öffentlichen Bewertungsberichten (EPAR) entnommen. Zulassungsdatum und Anwendungsgebiet (Indikation) beziehen sich auf die erstmalige Zulassung.

Wirkstoff Weitere Angaben
Pembrolizumab Indikation: Melanom, fortgeschritten / Lungenkrebs, nicht-kleinzelliger (NSCLC) / Hodgkin Lymphom / Urothelkarzinom / Kopf- und Halskrebs / Nierenzellkarzinom / Darmkrebs / Speiseröhrenkrebs / Brustkrebs (triple negativ) / Endometriumskarzinom / Dünndarmkarzinom / Karzinom, biliäres / Magenkrebs / Zervixkarzinom / Adenokarzinom des Magens und des gastroösophagealen Übergangs / Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres Peritonealkarzinom
Arzneimittel / Firma Keytruda® / MSD Sharp & Dohme
Zulassung: Jul 2015
Produktionsort: Vereinigte Staaten , Deutschland , Niederlande
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Pertuzumab Indikation: Brustkrebs
Arzneimittel / Firma Perjeta® / Roche
Zulassung: Mrz 2013
Produktionsort: Vereinigte Staaten
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Pertuzumab (Biosimilar) Indikation: Brustkrebs
Arzneimittel / Firma Poherdy® / Organon
Zulassung: Apr 2026
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Pertuzumab / Trastuzumab Indikation: Brustkrebs
Arzneimittel / Firma Phesgo® / Roche
Zulassung: Dez 2020
Produktionsort: Vereinigte Staaten , Deutschland , Singapur
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)
Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (10-valent) Indikation: Pneumokokken-Infektion (Prävention)
Arzneimittel / Firma Synflorix® / GlaxoSmithKline
Zulassung: Mrz 2009
Produktionsort: Belgien
Produziert mit: E. coli
Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (15-valent) Indikation: Pneumokokken-Infektion (Prävention)
Arzneimittel / Firma Vaxneuvance® / MSD Sharp & Dohme
Zulassung: Dez 2021
Produktionsort: Irland
Produziert mit: Bakterien (Pseudomonas fluorescens)
Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (21-valent) Indikation: Pneumokokken-Infektion (Prävention)
Arzneimittel / Firma Capvaxive® / MSD Sharp & Dohme
Zulassung: Mrz 2025
Produktionsort: Irland
Produziert mit: Bakterien (Pseudomonas fluorescens)
Polatuzumab Vedotin Indikation: B-Zell-Lymphom, diffus großzelliges (DLBCL)
Arzneimittel / Firma Polivy® / Roche
Zulassung: Jan 2020
Produktionsort: Schweiz
Produziert mit: Säugerzellen (CHO)

[1] Nur Komponente gegen Hepatitis B gentechnisch hergestellt

Die Liste der Zulassungen nach früheren Zulassungsverfahren erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Von den in Deutschland derzeit zugelassenen gentechnisch hergestellten Arzneimittelwirkstoffen werden einige von verschiedenen Firmen vermarktet, z.B. Faktor VIII und Somatotropin, oder sind in verschiedenen Kombinationen vorhanden, wie Hepatitis-B-Impfstoff. Wird ein Wirkstoff (z.B. Hepatitis-B-Antigen, Faktor VIII) von verschiedenen Herstellern produziert, wird er jeweils als eigener Wirkstoff gezählt, da die Herstellverfahren und daher auch die Wirkstoffe unterschiedlich sind.

Bei den monoklonalen Antikörpern wurden nur die mit Hilfe der Gentechnik chimärisierten oder humanisierten Produkte aufgenommen, nicht aber die wenigen, ohne Gentechnik hergestellten Präparate.