02.09.2026 | PRESSEMITTEILUNG 031/2026 Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik nötig
- Nächste Sitzung des Pharmadialogs
- Nutzenorientierung muss wieder im Mittelpunkt stehen
- Beitragssatzstabilisierungsgesetz schwächt Versorgung und Standort
- US-Preispolitik verschärft den internationalen Wettbewerb um Innovationen
Für den vfa ist eine Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik unumgänglich. Deutschland will seinen Pharma- und Biotechnologiestandort stärken. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz weist jedoch in die entgegengesetzte Richtung.
„Mit kleinteiligen Reparaturen kommen wir jetzt nicht mehr weiter“, sagt vfa-Präsident Han Steutel vor der morgigen Sitzung des Pharmadialogs. „Wer Deutschland als Pharma- und Biotechnologiestandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Bedingungen für Innovation verschlechtern. Jetzt braucht es eine Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik.“
Die Maßnahmen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes müssen deshalb rückabgewickelt werden. Zusätzliche Abschläge, Rabattverträge und Preis-Mengen-Regeln überlagern die evidenzbasierte Preisverhandlung. Der Nutzen einer neuen Therapie sollte wieder Ausgangspunkt der Preisfindung sein.
Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugt die US-Preispolitik. Wenn deutsche Erstattungspreise künftig stärker auf den US-Markt ausstrahlen, verändert das die Bedingungen für weltweite Markteinführungen und Investitionsentscheidungen. Für Deutschland steigt damit das Risiko, dass neue Arzneimittel später oder gar nicht mehr hier verfügbar sind. Umso wichtiger ist eine rasche Verständigung mit den USA.
„Die Erwartungen an die Bundesregierung sind hoch“, so Steutel. „Es reicht nicht, nur an der Feinmechanik der Nutzenbewertung zu drehen, wenn die Grundrichtung nicht stimmt. Entscheidend ist, ob aus dem Pharmadialog eine schlüssige Arzneimittelpolitik entsteht, die Versorgung, Innovation und Standort zusammen denkt.“
Hintergrund zum Pharmadialog:
Die Bundesregierung hat den Pharma- und Medizintechnikdialog im November 2025 gestartet. In sechs Arbeitsgruppen erarbeiten Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Patientenvertretungen Handlungsempfehlungen zu Fragen von Versorgung, Forschung und Standortbedingungen. Eine der Arbeitsgruppen befasst sich mit der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel und damit mit zentralen Fragen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG). Die Ergebnisse sollen in die Pharma- und Medizintechnikstrategie der Bundesregierung einfließen, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 finalisiert werden soll.
Mehr zum AMNOG:
https://www.vfa.de/arzneimittelversorgung-sichern
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Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
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