04.11.2026 | PRESSEMITTEILUNG 042/2026 It’s a Match: Deutschland und RNA-basierte Medikamente
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat heute ihre Stellungnahme zur RNA-basierten Medizin veröffentlicht und eine nationale Strategie zur Förderung dieses Entwicklungsgebiets angeraten.
Dazu sagte der vfa-Präsident Han Steutel: „Hier findet das eine zum anderen: Patientinnen und Patienten brauchen neuartige Medikamente und Deutschland braucht Wachstum durch international gefragte Produkte. Beides können Unternehmen und Forschungsinstitute im Feld der RNA-basierten Medikamente liefern, wenn man sie stärkt. Denn Deutschland verfügt hier nicht nur über einzelne Pioniere, sondern ein ganzes Ökosystem von Entwicklern, Zulieferern und Auftragsproduzenten.“
Der RNA-Standort Deutschland in Zahlen
Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen (vfa) dokumentiert die Entwicklungen im „RNA-Land“ Deutschland in einer interaktiven und einer statischen Standortkarte unter www.vfa.de/rna-land Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) .
Nach vfa-Recherchen gibt es in Deutschland:
- 26 Unternehmen, die RNA-basierte Medikamente entwickeln (neun mit mRNA, 18 mit RNA-Oligonukleotiden, zwei mit RNA-Aptameren);
- 25 akademische Forschungseinrichtungen (Universitäten, Fraunhofer- und Helmholtz-Institute etc.), die RNA-basierte Medikamente entwickeln (13 mit mRNA, 17 mit RNA-Oligonukleotiden, eine mit tRNA);
- 22 Unternehmen und 27 akademische Forschungseinrichtungen, die neue Technologien für RNA-basierte Medikamente entwickeln;
- 11 Unternehmen, die die Auftragsproduktion von RNA für Medikamente oder von fertigen Medikamenten anbieten;
- 8 Unternehmen, die Vorprodukte oder Geräte für die Produktion von RNA-basierten Medikamente anbieten (z.B. Lipide, Plasmide, Synthese-Reagenzien)
Es gibt einiges an Zusammenarbeit in akademisch-industriellen Kooperationen. Auch die Anbindung an die Grundlagenforschung ist eng.
Nur fehlt es dem Branchensegment noch an ökonomischer Reife in Deutschland; denn von den bislang 19 EU-zugelassenen Medikamenten auf RNA-Basis stammt erst ein einziges – ein Coronaimpfstoff – aus deutscher Forschung. Andere Projekte haben es erst bis maximal in die zweite klinische Erprobungsphase geschafft, auf die noch eine Phase III und ein Zulassungsverfahren folgen müssten.
Eine Förderung empfahl auch schon die Deep Tech-Studie „Wie Zukunftstechnologien Wachstum und Resilienz stärken können“ von BCG im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) von 2025. Sie reiht die mRNA-basierten Medikamente unter den Top-Technologien ein, in die zu investieren sich für Deutschland lohne: neben Gen- und Zelltherapien, Robotik, KI und Quantentechnologie.
RNA-Medikamente
Mit RNA wird eine Vielzahl von Biomolekülen bezeichnet, die eine gemeinsame kettenförmige Grundstruktur aufweisen, sich aber in ihrer Kettenlänge, Form und Funktion stark unterscheiden: Messenger-RNAs (mRNA) beispielsweise sorgen für die Bildung bestimmter Proteine, einige andere RNAs hemmen diese.
An mRNA-basierten Medikamenten sind bislang in der EU sechs Impfstoffe zugelassen. Von diesen sind drei in Deutschland verfügbar (gegen Covid-19 und RSV-Infektionen). In Entwicklung sind neben weiteren Impfstoffen auch Therapeutika für Menschen mit Krebs, Infektionskrankheiten und seltenen Gendefekten.
EU-zugelassene Medikamente mit hemmenden (inhibitorischen) RNAs gibt es derzeit 13 – überwiegend zur Therapie bestimmter Stoffwechselstörungen. In Entwicklung sind viele weitere, unter anderem gegen Herz- und Atemwegserkrankungen sowie Infektionskrankheiten.
Weitere Informationen
- Pressemitteilung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zur RNA-basierten Medizin: https://www.leopoldina.org/newsroom/nachrichten/detail/rna-basierte-medizin-leopoldina-empfiehlt-nationale-strategie-fuer-die-forschung-an-neuen-therapien-gegen-krebs-und-seltene-krankheiten Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
- Interaktive und statische Karte zum RNA-Land Deutschland:
www.vfa.de/rna-land Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) und www.vfa.de/rna-standortkarte-a.png Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) - Übersicht über zugelassene Therapeutika auf RNA-Basis:
www.vfa.de/rna-dna-therapeutika Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) - Übersicht über mRNA-Impfstoffe für Schutzimpfungen:
www.vfa.de/mrna-schutzimpfungen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) - Übersicht über mRNA-basierte therapeutische Krebsimpfungen:
www.vfa.de/therapeutische-krebsimpfungen-mrna Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) - Die Deep Tech-Studie „Wie Zukunftstechnologien Wachstum und Resilienz stärken können“ von BCG im Auftrag des BDI vom 18.09.2025:
https://bdi.eu/de/publications/deep-tech-fuer-den-industriestandort-deutschland Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
Folgen Sie uns auf unseren Social Media Kanälen:
LinkedIn
Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Instagram
Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
YouTube
Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)