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6. November 2025 Vogelgrippe H5N1: Aviäre Influenza und aktuelle Maßnahmen zur Gefahrenabwehr

Weltweit zirkulieren nicht nur Grippeviren, die an den Menschen angepasst sind, sondern auch solche, die in erster Linie Vögel betreffen. Unter diesen gibt es einige Virenstämme, die meist kollektiv als „Vogelgrippe H5N1“ bezeichnet werden. Epidemiologen beobachten sie aufmerksam; denn es besteht die Möglichkeit, dass sie sich irgendwann so weit adaptieren, dass auch sie von Mensch zu Mensch übertragen werden können und dann für schwere Krankheitsverläufe verantwortlich sind. Deshalb wurden auch bereits mehrere Impfstoffe gegen Vogelgrippe entwickelt; und weitere sind in Entwicklung. Zudem gibt es Therapeutika.

Verbreitung des H5N1-Virus und Infektionen

Aktuell gibt es wieder viele Fälle von Vogelgrippe (auch Geflügelpest genannt) unter Wildvögeln; und in den vergangenen Jahren gab es riesige Ausbrüche von Vogelgrippe bei Wildvögeln und gehaltenem Geflügel. Befallen wurden aber auch Säugetiere wie Katzen oder Mäuse. Im Frühjahr 2024 wurde bekannt, dass eine besonders ansteckende Variante des Vogelgrippevirus H5N1 mehrere Milchkuh-Herden in den USA infiziert hatte. Internationale Gesundheitsbehörden reagierten alarmiert, weil das Virus mit diesem Ausbruch einen Schritt näher an den Menschen gerückt ist. Inzwischen haben sich auch einige Personen bei den Rindern angesteckt – bisher glücklicherweise aber nur mit leichten Symptomen an Augenbindehaut und Atemwegen. Eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nirgendwo auf der Welt beobachtet. Zudem haben Forschungsteams aus Deutschland und den USA festgestellt, dass die Viren bei den Kühen nur das Euter Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) befallen und nicht die Atemwege.

Derzeit beschränkt sich diese Infektionswelle in der Rinderzucht auf die USA. Aber auch hierzulande sind Milchkühe empfänglich für eine Ansteckung mit dem amerikanischen Virenstamm, wie Versuche am Bundesinstitut für Tiergesundheit FLI zeigen. Und weiterhin finden sich infizierte Wildvögel.

Einzelne Fälle, in denen sich Menschen mit H5N1 angesteckt haben (meist bei Geflügel), werden auch aus anderen Teilen der Welt gemeldet; Anfang Dezember 2024 beispielsweise aus Vietnam.

Seuchenschutzbehörden zu Vogelgrippe H5N1

Trotzdem sieht die europäische Seuchenschutzbehörde derzeit Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (Stand 17.10.2025) ein geringes Risiko für die allgemeine Bevölkerung. Was die Allgemeinbevölkerung betrifft, stufte auch die US-amerikanische Seuchenbehörde CDC Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) das Risiko bislang als gering ein; allerdings stammen ihre aktuellsten Angaben vom 16.09.2025. Das Robert Koch Institut sieht für Deutschland auch keine erhöhte Gefahr und empfiehlt Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) lediglich Personen, die mit Geflügel in Kontakt kommen können, zur Vorbeugung eine saisonale Grippeimpfung.

Aber: Seit Jahren rechnen Experten damit, dass sich H5N1-Viren durch die genetische Vermischung mit anderen Viren, etwa der saisonalen Grippe, besser an Menschen anpassen, sich dann schnell zwischen ihnen ausbreiten und schwere bis tödliche Erkrankungen hervorrufen können. Schwer deshalb, weil bislang so gut wie niemand schon Kontakt mit H5N1-Viren hatte, die Viren also völlig neu für das menschliche Immunsystem sind. Dann käme es zu einer H5N1-Grippepandemie.


Subtypen und Stämme des Vogelgrippevirus

Grippeviren – auch Influenzaviren genannt – gehören zu den Orthomyxo-Viren, deren Erbgut nicht aus DNA, sondern aus RNA besteht. Sie sind in ständiger Evolution: Ihr Erbgut verändert sich durch Mutationen und auch dadurch, dass sich gelegentlich Erbgut-Teile von zwei verschiedenen Grippeviren in einer Zelle mischen, die zwei verschiedene Grippeviren befallen haben. Deshalb gab und gibt es viele verschiedene Stämme von Grippeviren. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wie gut sie verschiedene Tiere und den Menschen infizieren können und wie schwerwiegend eine Erkrankung verläuft.

An Bezeichnungen wie A(H5N1) können Fachleute einiges ablesen. So gibt es grundsätzlich drei verschiedene Influenza-Virustypen, die mit A, B und C bezeichnet werden. Infektionen mit Influenza-A-Viren verlaufen oft besonders schwer. Innerhalb des Typs wird genauer unterschieden nach Subtypen. Die werden danach bezeichnet, wie die Proteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) gebaut sind, die aus der Hülle der Viren hervorragen. Von Hämagglutinin kennt man bei Vögel-infizierenden Grippeviren beispielsweise die Versionen H1 bis H16. Aber meist ist, wenn von Vogelgrippe gesprochen wird, der Subtyp A(H5N1) gemeint. Viele saisonal bei Menschen aufgetretene Grippeviren der letzten Jahre waren hingegen vom Subtyp A(H1N1) oder A(H3N2).

Eine noch genauere Unterscheidung innerhalb eines Typs (alternativ zur Subtyp-Klassifikation) wird als "Klade" bezeichnet; die Unterscheidung beruht auf einer noch genaueren Analyse des Aufbaus eines Virenproteins – meist des Hämagglutinins. So werden die aktuell in den USA gefundenen Vogelgrippeviren mit vollem wissenschaftlichen Namen als HPAI A(H5N1), Klade 2.3.4.4b bezeichnet. Das steht für „Hochpathogene aviäre Influenza vom Virustyp A und Subtyp A(H5N1) sowie Klade 2.3.4.4b“. Dass es sich bislang im Wesentlichen um eine Viruserkrankung der Vögel handelt, kommt in dem Begriff „aviäre“ (von lateinisch avis, Vogel) zum Ausdruck. Innerhalb der Klade 2.3.4.4b gibt es aber auch Viren mit Subtyp A(H5N8).

Impfstoffe gegen Vogelgrippe H5N1

Gegen Influenza H5N1 sind bereits Impfstoffe verfügbar. Sie sind insbesondere für Personen wie Veterinär:innen gedacht, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Schutzlos ausgeliefert ist die Menschheit dem Vogelgrippevirus keineswegs. Sowohl Impfstoffe als auch erprobte Therapien stehen zur Verfügung. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) sind in der EU mehrere Impfstoffe zugelassen, darunter sogenannte pandemische und präpandemische Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) .

Ein präpandemischer Impfstoff, auch „zoonotischer Impfstoff“ genannt, ist dazu gedacht, besonders gefährdete Personen vor Erregern einer Tierkrankheit zu schützen, die womöglich in Zukunft eine Pandemie bei Menschen verursachen könnten. Gefährdet können beispielsweise Tierärzt:innen oder Beschäftigte in der Tierhaltung sein. Präpandemische Vogelgrippe-Impfstoffe werden also auf Basis eines verbreiteten Vogelgrippe-Virenstamms entwickelt und dann zur Zulassung eingereicht. Nach der Zulassung werden sie eingesetzt, wenn auch in vergleichsweise geringem Umfang.

Ein pandemischer Impfstoff soll und kann im Gegensatz dazu erst zum Einsatz kommen, wenn eine Pandemie schon ausgebrochen ist. Er wird in zwei Schritten entwickelt, von denen der erste vor einer Pandemie erfolgt: Da wird er als Muster- oder Prototyp-Impfstoff entwickelt, basierend auf einem ausgewählten Grippevirenstamm, der nicht derjenige sein muss, der später eine Pandemie verursacht. Liegen genügend Daten zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und technischen Qualität vor, erhält der Impfstoff eine Musterzulassung Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) . Eine weitergehende Produktion erfolgt aber noch nicht. – Schritt 2 erfolgt erst, wenn später die Weltgesundheitsorganisation offiziell eine Grippepandemie erklärt hat. Dann tauscht der Hersteller in der Rezeptur den Muster-Virusstamm gegen den pandemieverursachenden Stamm aus und beantragt die Zulassung des endgültigen Impfstoffs als Pandemieimpfstoff. Die kann dann binnen kurzer Frist erteilt werden. Das Verfahren ähnelt der jährlichen Anpassung saisonaler Grippeimpfstoffe an die jeweils aktuellen Virusvarianten.

Schon entwickelte Impfstoffe gegen Vogelgrippe

Für eine Verwendung in Deutschland sind derzeit sieben Impfstoffe gegen Vogelgrippe durch H5-tragenden Grippeviren zugelassen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ; sie werden teils mithilfe von bebrüteten Hühnereiern, teils durch Vermehrung der Viren in Zellkulturen hergestellt. Sechs sind Totimpfstoffe mit inaktivierten Virusantigenen; einer ist ein sogenannter Lebendimpfstoff für Kinder und Jugendliche. Er enthält abgeschwächte (= attenuierte) Viren, die vermehrungsfähig, aber nicht infektiös sind. "In Betracht" bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder davon derzeit verfügbar wäre, denn mehrere müssten erst zentral – etwa durch Bundes- oder Landesministerien – bestellt werden, andere werden in Europa bisher nicht vermarktet, und weitere sind pandemische Impfstoffe, die vor der Großproduktion und Auslieferung erst noch Stamm-angepasst werden müssten.

Im Juni 2024 hat sich die EU-Kommission in einem Rahmenvertrag Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) mit dem Unternehmen Seqirus den Zugang zu 665.000 Dosen eines präpandemischen Impfstoffs zum Schutz vor Vogelgrippe gesichert. Möglich ist die Lieferung zusätzlicher 40 Millionen Dosen im Vertragszeitraum von vier Jahren. An dem Abkommen beteiligen sich 15 EU-Mitgliedsländer; Deutschland ist nicht dabei. Die erste Lieferung ging an Finnland Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) , wo Hochrisikogruppen, etwa Beschäftigte auf Pelztierfarmen, einen Impfschutz erhalten.

Pipeline: Weitere Vogelgrippeimpfstoffe in Entwicklung

In Entwicklung befinden sich noch weitere Impfstoffe gegen Vogelgrippe. Darunter sind einige neuartige mRNA-basierte Impfstoffe Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) . Sie haben den Vorteil, dass sie schnell an neue Stämme angepasst und produziert werden können. In ihnen enthalten sind Gene oder Genabschnitte des Erregers in Form von messenger RNA (kurz mRNA). In einem mehrstufigen Prozess wird das Immunsystem durch sie angeregt, sich bei einer Infektion gegen H5N1-Viren zu verteidigen.

Unter anderem entwickelt die Weltgesundheitsorganisation WHO zusammen mit einem argentinischen Hersteller Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) einen solchen Impfstoff speziell für Menschen auf der Südhalbkugel.

Übersicht über die Impfstoffe gegen Vogelgrippe H5N1

Mehrere Impfstoffe gegen Vogelgrippe H5N1 wurden bereits zugelassen; andere sind in Entwicklung. Das zeigt die folgende Tabelle (Stand 06.08.2025). Dabei bezieht sich Phase I bis Phase III auf die Erprobung mit Freiwilligen. Impfstoffe in vorklinischer Entwicklung oder in der Forschungsphase wurden noch nicht mit Freiwilligen erprobt.

Unternehmen bzw. Forschungsinstitut Art des Impfstoffs Bezeichnung Impfstofftyp Antigene bzw. mRNA-kodierte Antigene und ggf. Adjuvans Herstellungsart Status
CSL Seqirus (Australien) präpandemisch Zoonotic Influenza Vaccine Seqirus Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) proteinbasierter Impfstoff: inaktiviert, adjuvantiert Antigene aus Influenza-Stamm A/Astrakhan/3212/2020 (H5N8)-like strain (CBER-RG8A) (clade 2.3.4.4b) [1] und das Adjuvans MF59C.1 aus Viren, die in Hühnereiern Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) vermehrt wurden in der EU zugelassen; nicht regelhaft in Apotheken erhältlich; kann zentral durch das Bundesgesundheitsministerium oder durch Ministerien der Bundesländer bestellt und bereitgestellt werden
CSL Seqirus (Australien) präpandemisch Aflunov Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) proteinbasierter Impfstoff: inaktiviert, adjuvantiert Antigene aus Influenza-Stamm A/Turkey/Turkey/1/2005 (H5N1)-ähnlicher Stamm (NIBRG-23) (Klade 2.2.1) und das Adjuvans MF59C.1 aus Viren, die in Hühnereiern Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) vermehrt wurden in der EU zugelassen; nicht regelhaft in Apotheken erhältlich; kann zentral durch das Bundesgesundheitsministerium oder durch Ministerien der Bundesländer bestellt und bereitgestellt werden
CSL Seqirus (Australien) präpandemisch Celldemic Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) proteinbasierter Impfstoff: inaktiviert, adjuvantiert Antigene aus Influenza-Stamm A/Turkey/Turkey/1/2005 (H5N1)-ähnlicher Stamm (NIBRG-23; Klade 2.2.1) und das Adjuvans MF59C.1 aus Viren, die in Zellkultur Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (MDCK-Zellen) vermehrt wurden in der EU zugelassen, nicht in der EU vermarktet
GlaxoSmithKline (UK) pandemisch Adjupanrix Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) proteinbasierter Impfstoff: Spaltvirus, inaktiviert, adjuvantiert in der Musterversion: Antigene aus Influenza-Stamm A/VietNam/1194/2004 NIBRG 14’ (H5N1) und das Adjuvans AS03 aus Viren, die in Hühnereiern Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) vermehrt wurden als Musterimpfstoff zugelassen; vor Auslieferung Stammanpassung erforderlich
CSL Seqirus (Australien) pandemisch Foclivia Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) proteinbasierter Impfstoff: inaktiviert, adjuvantiert Antigene (Hämagglutinin und Neuraminidase) aus Influenza-Stamm A/Vietnam/1194/2004 (H5N1) und das Adjuvans MF59C.1 aus Viren, die in Hühnereiern Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) vermehrt wurden als Musterimpfstoff zugelassen; vor Auslieferung Stammanpassung erforderlich
CSL Seqirus (Australien) pandemisch Incellipan Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) proteinbasierter Impfstoff: inaktiviert, adjuvantiert Antigene (Hämagglutinin und Neuraminidase) aus Influenza-Stamm A/turkey/Turkey/1/2005 (H5N1)-ähnlicher Stamm (NIBRG-23) und das Adjuvans MF59C.1 aus Viren, die in Zellkultur Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (MDCK-Zellen) vermehrt wurden als Musterimpfstoff zugelassen; vor Auslieferung Stammanpassung erforderlich
AstraZeneca (UK) pandemisch Pandemic influenza vaccine H5N1 AstraZeneca Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) Lebendimpfstoff mit attenuirten Viren A/Vietnam/1203/2004 (H5N1)-Stamm (A/Vietnam/1203/2004, MEDI 0141000136) aus Viren, die in Hühnereiern Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) vermehrt wurden als Musterimpfstoff zugelassen; vor Auslieferung Stammanpassung erforderlich
Moderna Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA) pandemisch mRNA-1018 monovalenter mRNA-Impfstoff Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) mRNA für das Influenza A H5-Antigen (ein Hämagglutinin) synthetisch Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (Studie abgeschlossen)
Sanofi (Frankreich) pandemisch SP0289 mRNA-Impfstoff Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) mRNA für das Influenza A H5-Antigen (ein Hämagglutinin) synthetisch Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Sanofi (Frankreich) pandemisch SP0335 Impfstoff auf Basis inaktivierter Viren oder Virenbestandteilen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) aus Influenza A-Viren mit H5 (ein Hämagglutinin) synthetisch Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
CureVac / GSK (Deutschland / UK) präpandemisch k. A. monovalenter mRNA-Impfstoff auf Basis des firmeneigenen mRNA-Gerüsts der zweiten Generation Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) mRNA für das Influenza A H5-Antigen (ein Hämagglutinin) synthetisch Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (Studie abgeschlossen)
CSL Seqirus (Australien) tbd CSL406 sa-mRNA Influenza (H5N1) Vaccine sa-RNA-Impfstoff selbstamplifizierende mRNA, die für Influenza-Antigene kodiert synthetisch Phase I Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Arcturus Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA) / CSL Seqirus (Australien) pandemisch LUNAR-FLU ARCT-2304 mRNA-Impfstoff oder sa-RNA-Impfstoff mRNA oder selbstamplifizierende RNA, die für Influenza-Antigene kodiert, in "Lipid-enabled and Unlocked Nucleomonomer Agent" synthetisch Phase I Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (gefördert von der BARDA Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) )
DioSynVax (UK) präpandemisch DVX-pan-H5Nx mRNA-Impfstoff k.A. synthetisch vorklinische Entwicklung Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
DioSynVax (UK) k.A. DIOSvax-H5inter Homotypic Nanocages Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) Protein-basierter Impfstoff k. A. k. A. vorklinische Entwicklung Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Vicebio (UK) k. A. k. A. Protein-basierter Impfstoff Antigen H5 k. A. vorklinische Entwicklung (Phase I für Q2 2026 angekündigt) Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Sinergium Biotech Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (Argentinien) und weitere Partner, von der WHO unterstützt k. A. k. A. mRNA-Impfstoff tbd synthetisch Forschungsphase Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)

[1] Derzeit einziger EMA-zugelassener Impfstoff, der an die H5-Stämme der Klade 2.3.4.4b angepasst wurde. Die Stamm-Auswahl kommentiert die EMA im zugehörigen EPAR Assessment Report Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) so: “Given the evolution of reassortant highly pathogenic avian influenza (HPAI) viruses (H5N1) and since an increasing number of avian influenza spillover into mammals with a limited number human cases have been registered recently, a strain update for the “Zoonotic Influenza Vaccine Seqirus” has been considered appropriate to more adequately target the currently circulating clade of the HPAI H5 virus [...]. Therefore, as agreed with the EMA and the ETF and on the basis of influenza surveillance data and monitoring of HPAI virus outbreaks from ECDC and of development and availability of A(H5) Candidate Virus Vaccine (CVV) as published by the WHO, it was agreed that the CVV for a novel zoonotic vaccine with the greatest potential coverage against the avian viruses of concern, which are currently of clade 2.3.4.4b, would be based on antigenic prototype strain: A/Astrakhan/3212/2020 (H5N8) (clade 2.3.4.4b).”


Quellen: Paul-Ehrlich-Institut Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) + Websites der Unternehmen

Behandlung bei Menschen im Fall eines Vogelgrippe- Ausbruchs

Herstellung eines Neuraminidasehemmers zur Behandlung von Influenza

Sollte tatsächlich ein großer Ausbruch der Vogelgrippe bei Menschen kommen, stehen in Europa mehrere bereits zugelassene antivirale Therapien zur Verfügung. Sie eignen sich nach Auskunft des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auch für mit aviärer Influenza Infizierte. Zu den infrage kommenden Medikamenten zählen Neuraminidase-Hemmer wie Oseltamivir Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) , Zanamivir und Peramivir sowie der Endonuklease-Inhibitor Baloxavir marboxil Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) . Sie können die Vermehrung von Grippeviren behindern, das Ansteckungsrisiko senken, die Krankheitsdauer etwas verkürzen und möglicherweise dazu beitragen, schwere Komplikationen zu vermeiden.

Die Wirksamkeit dieser Humanarzneimittel gegen das aktuell in amerikanischen Milchviehbeständen kursierende Influenza-A-Virus wurde in Laborversuchen bestätigt Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) .

Wichtige Akteure im Fall einer Pandemie mit Vogelgrippe H5N1

Im Fall einer Vogelgrippe-Pandemie kommt es auf die gute Zusammenarbeit internationaler und nationaler Akteure an. Wie wichtig sie ist, hat die COVID-19-Pandemie gezeigt. Maßgeblich für die deutsche Bevölkerung sind im Pandemiefall diese Institutionen:

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Sie ist zuständig für die Ausrufung und Einstufung von Pandemien, erlässt Regeln für die internationale Zusammenarbeit und gibt Empfehlungen zum Umgang mit der Krise. Sobald das geplante internationale Pandemieabkommen in Kraft tritt, wird die WHO erforderliche Maßnahmen ihrer 194 Mitgliedsstaaten koordinieren.
  • Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ( ECDC Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ): Es soll als Agentur der Europäischen Union die Verhütung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten verbessern. Das ECDC erstellt wissenschaftsbasierte Empfehlungen für Politik und Gesellschaft und koordiniert Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene.
  • Europäische Arzneimittel-Agentur ( EMA Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ): Sie ist als EU-Agentur zuständig für die Beratung, Bewertung und Zulassung von Impfstoffen und Arzneimitteln zur Verhütung und Behandlung von Infektionen. Bei drohenden Krisen kann die EMA die Zulassung von Arzneimitteln beschleunigen; sie ist auch zuständig für die Überwachung und Behebung von Engpässen bei Arzneimitteln.
  • Paul-Ehrlich-Institut ( PEI Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ): Es ist in Deutschland für Impfstoffe verantwortlich und überwacht ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit. Das PEI berät Impfstoffhersteller, es genehmigt klinische Prüfungen, sammelt und bewertet unerwünschte Wirkungen und ist zuständig für die Zulassung und Chargenprüfung von Impfstoffen. Das am PEI angesiedelte Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika ( ZEPAI Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ) konzipiert die Versorgung der Bevölkerung mit Pandemie-Impfstoffen und -Therapeutika, etwa im Rahmen der Pandemiebereitschaftsverträge, und steuert deren Verteilung in Deutschland.
  • Robert Koch-Institut ( RKI Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ): Es erfasst die epidemiologische Situation, schätzt aktuelle Risiken für die Bevölkerung in Deutschland ein, berät die Politik und zuständige Behörden und erstellt Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit.

Eine Rolle für die Pandemiebereitschaftsverträge?

Sollte irgendwann eine Vogelgrippe-Pandemie ausbrechen und es dann schon zugelassene mRNA-basierte pandemische Impfstoffe geben, könnte die Bundesregierung auf zwei 2022 abgeschlossenen Pandemiebereitschaftsverträge zurückgreifen. Mit den Verträgen sichert sie sich grundsätzlich den schnellen Zugriff auf Herstellungskapazitäten für pandemische Vektor- und mRNA-Impfstoffe. Derzeit haben sich drei Unternehmen bzw. Bietergemeinschaften verpflichtet, für Deutschland im Falle einer Pandemie jeweils 80 Millionen Impfstoffdosen pro Jahr zu liefern, und zwei davon können mRNA-Impfstoffe herstellen.