04.09.2026 | PRESSEMITTEILUNG 032/2026 Arzneimittelausgaben wachsen deutlich langsamer als die Leistungsausgaben der Krankenkassen
- Gesetzliche Krankenkassen mit 2,6 Mrd. Euro Überschuss im ersten Halbjahr
- Arzneimittelausgaben wachsen unterdurchschnittlich
- Jetzt sind Strukturreformen gefragt
Heute hat das Bundesministerium für Gesundheit über die GKV-Finanzen des ersten Halbjahres informiert. Demnach haben die Krankenkassen die erste Jahreshälfte mit einem Überschuss von 2,6 Milliarden Euro abgeschlossen. Dieser ist auf die gestiegenen Beitragssätze zurückzuführen und dient dem Wiederaufbau der Finanzreserven.
Die Ausgaben für Arzneimittel wuchsen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent. Damit lag ihr Wachstum 2,3 Prozentpunkte unter dem Anstieg der Leistungsausgaben insgesamt.
„Die Kassen haben wieder etwas Luft. Das ist gut, aber noch keine nachhaltige Stabilisierung“, sagt vfa-Präsident Han Steutel. „Trotzdem müssen wir aus dem permanenten Alarmismus gegenüber Pharma herauskommen. Denn die Fakten zeigen: Die Arzneimittelausgaben sind nicht der Treiber der aktuellen Ausgabendynamik.“
Der Ausgabendruck im Gesundheitssystem ist Folge einer alternden Gesellschaft und eines steigenden medizinischen Bedarfs. Darauf immer wieder mit höheren Beiträgen und neuen Regulierungen zu reagieren, löst die strukturellen Probleme nicht.
Seit Jahren dominieren kurzfristige Kostendämpfungsmaßnahmen. Auch das kürzlich verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz setzt erneut bei den Ausgaben an und belastet die forschende Pharmaindustrie und die medizinische Versorgung, ohne die Ursachen der Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen.
Im Herbst folgt der nächste Realitätscheck. Der Schätzerkreis blickt auf 2027. Auch wird der zweite Bericht der GKV-FinanzKommission im vierten Quartal erwartet. Damit rückt die eigentliche Aufgabe in den Mittelpunkt: raus aus der Spirale von höheren Beiträgen und kurzfristigen Spargesetzen.
„Wer die GKV zukunftsfest machen will, muss die Strukturen im Gesundheitssystem insgesamt anpacken“, sagt Steutel.
Gleichzeitig entscheidet sich, wie glaubwürdig die Bundesregierung ihr Ziel eines wettbewerbsfähigen Pharma- und Biotechnologiestandorts verfolgt. Dazu gehören verlässliche Rahmenbedingungen für Forschung und Produktion ebenso wie ein schneller Zugang der Patientinnen und Patienten zu Innovationen.
„Die Stabilisierung der GKV und die Pharmastrategie dürfen nicht gegeneinander laufen. Entscheidend ist, dass aus politischen Strategien verlässliche Rahmenbedingungen werden“, so Steutel.
Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
Folgen Sie uns auf unseren Social Media Kanälen:
LinkedIn
Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
Instagram
Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
YouTube
Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)