19.06.2026 | PRESSEMITTEILUNG 022/2026 Arzneimittelausgaben bleiben hinter GKV-Dynamik zurück
- Ministerium gibt GKV-Finanzergebnisse für das erste Quartal bekannt
- Arzneimittelausgaben wachsen weniger stark als die gesamten GKV-Leistungsausgaben
- Finanzreserven wieder auf Höhe der Mindestreserve
Heute hat das Bundesministerium für Gesundheit die Finanzergebnisse der gesetzlichen Krankenversicherung für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Die GKV-Ausgaben sind im ersten Quartal dieses Jahres um 7,6 Prozent angestiegen. Als maßgeblichen Treiber für die Entwicklung benennt das Haus selbst die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen. Die Finanzreserven sind infolge von Beitragssatzanhebungen wieder auf die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve angestiegen.
Der Blick auf die Zuwächse bei den Arzneimittelausgaben zeigt, dass der Leistungsbereich mit einem Wachstum von 6,4 Prozent auf ähnlichem Niveau liegt wie noch im Vorjahreszeitraum. Zudem entwickelten sich die Arzneimittelausgaben deutlich unterhalb der Leistungsausgaben.
Die Entwicklung bei Arzneimitteln ist geprägt durch saisonale Effekte und Veränderungen in der Versorgung – etwa durch Arzneimittelwechsel sowie geänderte Packungsgrößen, Dosierungen und Darreichungsformen. Wie das Ministerium selbst hervorhebt, übt die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) im Bereich der Arzneimittel einen wesentlichen Einfluss auf die Ausgabenentwicklung aus. Hierbei handelt es sich um eine politisch gewollte und erwartbare Entwicklung im Rahmen der verstärkten ambulanten Behandlungen vormals rein stationärer Leistungen.
„Das Ministerium betont wiederholt, dass die GKV-Ausgaben stärker wachsen als die Beitragseinnahmen. Die Fakten bestätigen das, allerdings darf eine Branche nicht für die gesamtwirtschaftliche Lage in Haftung genommen werden – etwa durch den geplanten dynamischen Herstellerabschlag und andere Maßnahmen. Dies entzieht der Branche jegliche Planungssicherheit. Die Politik sollte die veränderte Versorgungslage und die wirtschaftlichen Herausforderungen in ihren Reformvorhaben zusammendenken“, sagt vfa-Präsident Han Steutel. „Für stabile Beitragssätze braucht es nachhaltige Antworten auf die strukturellen Finanzierungsprobleme der GKV statt punktueller Maßnahmen in einzelnen Leistungsbereichen. Das diskutierte Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird diesem Anspruch aus Sicht des vfa bislang nicht ausreichend gerecht.“
Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
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