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24. Oktober 2026 mRNA-basierte Therapeutische Krebsimpfungen in Entwicklung

Seit vielen Jahren arbeiten Unternehmen und Forschungsinstitute an Krebstherapien, die auf therapeutischen Impfungen mit mRNA beruhen: sogenannte Neoantigen-Therapien. Es gibt erste Erfolgsmeldungen; jedoch noch keine zugelassenen Therapien dieser Art.

Ziel dieser zur Immunonkologie zählenden Therapien ist es, Zellen des Immunsystems deutlich zu machen, an was es die Krebszellen erkennen kann, damit es sie bekämpft. Denn Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen immer durch einige mutierte Proteine (sogenannte Neoantigene); sie sind also für das Immunsystem in mancher Hinsicht fremd. Bei Krebspatient:innen hat das Immunsystem diese Abweichung nur nicht – oder nicht rechtzeitig – bemerkt.

Das brachte Forschende auf die Idee, dass man das Immunsystem (wie bei einer Schutzimpfung gegen fremde Keime) auf die Fremdmerkmale hinweisen kann, indem man einen Impfstoff injiziert, der sie enthält. Eine fortgeschrittene Variante dieser Idee war dann, dass man statt der mutierten Proteine selbst mRNA herstellt, die gesunde Zellen im Körper dazu veranlasst, die Herstellung der mutierten Proteine (oder charakteristischen Teilen davon) zu übernehmen. Denn passende mRNA lässt sich vergleichsweise schnell herstellen – nötigenfalls sogar genau auf die individuellen Tumorzellen eines Patienten oder einer Patientin abgestimmt.

Die mRNA wird vor der Injektion in submikroskopisch kleine Lipidnanopartikel eingebettet, wie das auch bei Schutzimpfstoffen auf mRNA-Basis gemacht wird. Der fertige Impfstoff wird der Patientin oder dem Patienten mehrfahr injiziert; meist in Kombination mit einem Medikament vom Typ Checkpoint-Inhibitor, weil das von den Tumorzellen hervorgerufene Blockaden in Immunzellen überwinden kann.

Weltweite Entwicklungstätigkeit

Eine ganze Reihe von Forschungsinstituten, Kliniken und Unternehmen weltweit arbeiten daran, zulassungsfähige therapeutische Krebsimpfungen zu entwickeln. Derzeit finden sich allerdings (vfa-Recherchen zufolge) nur zwei Unternehmen (Moderna und BioNTech) und das Ruijin Hospital der Universität Shanghai, die klinische Studien ab Phase II mit solchen Impfstoffen durchführen. Alle anderen Entwicklungen befinden sich noch in Phase I oder im Laborstadium.

Eine Übersicht zu experimentellen therapeutische Krebsimpfungen auf mRNA-Basis, die sich bereits in Erprobung mit Patient:innen in Studien ab Phase II befinden, liefert die folgende Tabelle (Stand: 24.10.2026):

Name des therapeutischen Krebsimpfstoffs Hersteller Typ / Inhalt in Erprobung zur Behandlung folgender Krebsarten in Kombination mit Status für die EU (und die USA) Bemerkungen
Intismeran autogene Moderna / MSD individualisierte Neoantigen-Therapie / mit mRNA, die für bis zu 34 Neoantigene kodiert Adjuvante Therapie nach OP bei Malignem Melanom oder Nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) (jeweils nicht metastasiert) Pembrolizumab (Checkpoint-Inhibitor) Phase III Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA: Phase III) Zwei-Jahres-Ergebnisse Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) für die adjuvante Anwendung bei Malignem Melanom liegen vor
Intismeran autogene Moderna / MSD individualisierte Neoantigen-Therapie / mit mRNA, die für bis zu 34 Tumor-Neoantigene kodiert Adjuvante Therapie nach OP bei Nierenzellkarzinom oder muskelinvasivem Harnblasenkarzinom; Therapie bei nicht-muskelinvasivem Harnblasenkarzinom, metastasiertem Malignen Melanom oder metastasiertem Nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) Pembrolizumab (Checkpoint-Inhibitor) Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA: Phase II) k. A.
BNT116 BioNTech fixe Antigentherapie / mit mRNA, die für sechs NSCLC-typische, unmutierte Antigene kodiert Therapie von metastasiertem Nicht-Kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) Cemiplimab (Checkpoint-Inhibitor) Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA: Phase II) k. A.
Autogene Cevumeran BioNTech / Genentech individualisierte Neoantigen-Therapie / mit mRNA für patientenspezifische Tumor-Neoantigene Adjuvante Therapie nach OP bei Darmkrebs oder Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse im Fall der Karzinoms der Bauchspeicheldrüse: Atezolizumab (Checkpoint-Inhibitor) und Wirkstoffkombination mFOLFIRINOX Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA: Phase II) k. A.
KRAS G12V mRNA Vaccine Ruijin Hospital fixe Neoantigen-Therapie / mit mRNA, die für das Neoantigen kodiert metastasiertes duktales Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse Sintilimab (Checkpoint-Inhibitor) und Multimodal Thermal Therapy (MTT) Phase II Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (USA: Phase II) k. A.

Quelle: vfa-Rercherchen anhand von clinicaltrials.gov; Websites und Pressemitteilungen der genannten Unternehmen

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