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1. Juli 2026 Pharma Summit Brüssel 2026: Europas Pharma- und Biotechstandort stärken

Ein starkes Europa braucht einen starken Pharma- und Biotechstandort. Beim Pharma Summit Brüssel 2026 haben das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie die deutschen Pharmaverbände vfa, BPI, BIO Deutschland, Pro Generika, Pharma Deutschland und die Pharmainitiative Bayern eine gemeinsame Erklärung für eine starke europäische Standortpolitik vorgestellt.

Dr. Rainer Hutka vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention beim Pharma Summit Brüssel 2026

Europa verfügt über starke Wissenschaft, leistungsfähige Gesundheitssysteme und innovative Unternehmen. Entscheidend ist jetzt, daraus wieder mehr industrielle Stärke, Versorgungssicherheit und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu machen. Gute Forschung allein reicht im globalen Wettbewerb nicht aus. Sie muss in Entwicklung, Produktion und verlässlichen Zugang für Patientinnen und Patienten übersetzt werden können.

Innovation, Investitionen und Zugang zusammendenken

Die gemeinsame Botschaft des Pharma Summit lautet: Europa muss Innovation, Investitionen und Zugang konsequent zusammendenken. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, die Forschung ermöglichen, Investitionsentscheidungen zugunsten Europas erleichtern und neue Therapien schneller in die Versorgung bringen.

Dazu gehören verlässliche Schutzrechte für geistiges Eigentum, beschleunigte und digitalisierte Zulassungsverfahren sowie weniger Bürokratie entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Gerade im Vergleich zu den USA und China muss Europa regulatorisch wettbewerbsfähiger werden, ohne hohe Standards bei Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit aufzugeben.

Vier Handlungsfelder für eine starke europäische Standortpolitik

Dr. Rainer Becker von der EU-Kommission

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Erklärung stehen vier Handlungsfelder:
Erstens soll die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft Europas gestärkt werden. Zweitens müssen Versorgungssicherheit und strategische Autonomie ausgebaut werden. Drittens soll die Biotechnologie in Europa gezielt vorangebracht werden. Viertens braucht europäische Stärke eine verlässliche nationale Standortpolitik in Deutschland und in den Ländern, insbesondere in starken Pharma- und Biotechregionen wie Bayern.

Diese Handlungsfelder verbinden Gesundheits-, Wirtschafts-, Forschungs- und Industriepolitik. Arzneimittelversorgung ist nicht nur eine Frage des Gesundheitssystems. Sie ist auch eine Frage resilienter Lieferketten, industrieller Wertschöpfung und strategischer Handlungsfähigkeit Europas.

Versorgungssicherheit und strategische Autonomie ausbauen

Dr. Remo Gujer von Bristol Myers Squibb

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sein können. Abhängigkeiten bei Wirkstoffen, Vorprodukten und kritischen Arzneimitteln gefährden die Versorgungssicherheit. Europa braucht deshalb gezielte Investitionen in eigene Produktionskapazitäten und bessere Bedingungen für bestehende Standorte.

Der Critical Medicines Act bietet dafür einen wichtigen politischen Ansatz. Entscheidend ist, dass Versorgungssicherheit auch in Vergabe- und Erstattungssystemen stärker berücksichtigt wird. Der niedrigste Preis darf nicht das alleinige Steuerungsprinzip sein. Resilienz, Diversifizierung und Standortkriterien müssen bei versorgungskritischen Arzneimitteln stärker zählen.

Biotechnologie und Regulierung gezielt weiterentwickeln

Die Europaparlamentarier:innen Markus Ferber, Oliver Schenk und Prof. Dr. Angelika Niebler

Biotechnologie ist eine strategische Schlüsseltechnologie für medizinischen Fortschritt, industrielle Wertschöpfung und künftige Wettbewerbsfähigkeit. Mit dem European Biotech Act I kann Europa wichtige Weichen stellen. Dafür braucht es besseren Zugang zu Wachstumsfinanzierung, schnellere Genehmigungsverfahren, starke Forschungsnetzwerke und eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten.

Bayern und Deutschland bringen dafür gute Voraussetzungen mit: starke Forschung, spezialisierte Unternehmen, klinische Kompetenz und industrielle Erfahrung. Diese Stärken müssen auf europäischer Ebene besser verbunden werden.

Von gemeinsamen Zielen zu belastbaren Rahmenbedingungen

Der Pharma Summit Brüssel 2026 hat gezeigt: Politik und Industrie teilen das Ziel, Europas Gesundheitswirtschaft zu stärken. Jetzt muss aus diesem gemeinsamen Ziel ein belastbarer Rahmen für Forschung, Produktion und Versorgung werden.

Das betrifft die europäische Ebene mit EU-Pharma-Paket, Critical Medicines Act und European Biotech Act I. Es betrifft aber auch Deutschland und Bayern: Nur mit innovations- und produktionsfreundlichen Bedingungen, Planungssicherheit, Bürokratieabbau und einem schnellen Zugang zu neuen Therapien kann der Pharmastandort dauerhaft stark bleiben.

Europa steht vor einer Richtungsentscheidung. Wer medizinischen Fortschritt, sichere Arzneimittelversorgung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zusammendenkt, stärkt zugleich die strategische Autonomie Europas.

FAQs

Der Pharma Summit Brüssel 2026 sollte ein gemeinsames Signal für eine starke europäische Pharma- und Biotechpolitik setzen. Im Mittelpunkt standen Innovation, Versorgungssicherheit, strategische Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit.

Beteiligt waren das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie die Verbände vfa, BPI, BIO Deutschland, Pro Generika, Pharma Deutschland und die Pharmainitiative Bayern.

Der Pharmastandort ist wichtig für medizinischen Fortschritt, hochwertige Beschäftigung, industrielle Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Zugleich steht Europa im Wettbewerb mit den USA und China.

Der Critical Medicines Act soll helfen, die Versorgung mit kritischen Arzneimitteln in Europa sicherer zu machen. Dazu gehören resilientere Lieferketten und stärkere Produktionskapazitäten in Europa.

Biotechnologie ist zentral für neue Therapien, klinische Forschung und industrielle Innovation. Europa muss bessere Bedingungen für Finanzierung, Wachstum, Datenzugang und schnellere Verfahren schaffen.

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