Diese Entwicklung macht deutlich: Es muss mehr für die Attraktivität des Standorts getan werden. Vor allem die Bedingungen der innovativen Schlüsselindustrien des Landes müssen jetzt verbessert werden, um Wachstumsperspektiven zu entwickeln.
Die Weltwirtschaft stagniert, und die US-Handelspolitik sorgt für Unsicherheit. Handelshemmnisse belasten Investitionen und treffen die exportabhängige deutsche Wirtschaft. Ein zügiger Regierungsabschluss ist nötig. Infrastrukturinvestitionen beleben zwar, lösen aber keine Grundprobleme der Industrie. Die Pharmabranche zeigt sich trotz Zolldebatte stabil.
Die USA setzen die Handelspolitik aus der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump fort. Er blickt vor allem auf Automobile, den Maschinenbau und die Pharmaindustrie. Häufig übersehen: Die USA haben im Bereich der Dienstleistungen selbst erhebliche Handelsüberschüsse mit Europa.
Die Zahl der Studierenden kann den Fachkräftebedarf nicht decken. Im Zuge der Demografie scheiden in den kommenden Jahren Tausende hochqualifizierte Beschäftigte aus dem Erwerbsleben aus. Zugleich stagniert die Zahl der angehenden Akademiker:innen. Das ist für den Forschungsstandort Deutschland problematisch.
Die US-Handelspolitik droht zu internationalen Konflikten zu führen. Zölle und weitere Handelshemmnisse wurden angekündigt, mit besonderem Augenmerk auf sicherheitsrelevante Sektoren. Hierzu zählen nach seiner Lesart auch Medikamente. Für die deutsche Wirtschaft wäre ein Handelskonflikt mit den USA ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin angespannten Lage.
Gerade besonders innovative und produktive Branchen weisen eine große Strahlkraft in andere Wirtschaftszweige auf. Die Pharmaindustrie sticht unter diesen hervor: Die Herstellung von Pharmazeutika im Wert von einem Euro regt weitere Produktion in Höhe von rund anderthalb Euro an – bei der Wertschöpfung sind es sogar zwei Euro.
Deutschland braucht klare wirtschaftspolitische Signale. Unsicherheit hemmt Investitionen und Konsum. Das Scheitern der Haushaltsverhandlungen verschärft die Lage. Jetzt sind Aufbruch und entschlossene Kommunikation gefragt
Deutschlands Wirtschaft stagniert seit drei Jahren. Die Gründe: Unsicherheit, Investitions-, Konsumzurückhaltung und schwache Exportmärkte. Das Wachstum 2025 dürfte mit 0,9 Prozent verhalten ausfallen. Trotz Rückschlägen stützt Pharma die Konjunktur, mit positiven Aussichten für Produktion und Investitionen im nächsten Jahr.
Der Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft in Deutschland, und mit der alternden Gesellschaft wird sich das Problem verschärfen. Trotz einer jungen Beschäftigtenstruktur in der Pharmaindustrie müssen hier rund 40.000 Stellen neu besetzt werden.
Das Wachstumspaket der Ampel soll Investitionen fördern, Bürokratie abbauen und Energiekosten senken. Den wichtigsten Beitrag leisten die Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel.
Die Pharmaindustrie bleibt besonders forschungsintensiv. Fehlende Fachkräfte sind indes eine zunehmende Herausforderung. Wichtig ist daher, die MINT-Ausbildung zu stärken, Angebote für internationale Expert:innen attraktiver zu gestalten und eigene Potenziale besser auszuschöpfen.
Fast jede zweite Patentanmeldung kommt aus China. Um im globalen Technologiewettbewerb zu bestehen, muss Europa deshalb strategisch investieren, insbesondere in die Hightech-Schlüsselindustrien.