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Der Brexit und seine Folgen

Nach den Wahlen in Großbritannien hat sich die Lage etwas entspannt. Denn es sieht jetzt nach einem geregelten Brexit aus. Klar ist: Am 31. Januar 2020 sagen die Briten der EU offiziell „goodbye“. Und dann tickt die Uhr. Denn bis zum Ende des Jahres muss ein Austrittsabkommen unter Dach und Fach sein. Angesichts der Vielzahl zu regelnder Fragen kein leichtes Unterfangen! Aber es ist jede Mühe wert: Ohne Abkommen hätten wir nämlich bald wieder das Szenario eines ungeregelten Brexits. Und dann droht erneut Stress mit Grenzkontrollen und Zöllen. Zumindest auf der britischen Insel.

Ein Haufen zahlloser kleiner Fragezeichen in rot, weiß und blau

Jährlich werden 1 Milliarde Arzneimittelpackungen zwischen dem Vereinigten Königreich und den übrigen EU-Staaten gehandelt. Kommt dieser Warenstrom auch nur teilweise zum Erliegen, entstehen nicht nur wirtschaftliche Probleme. Es drohen auch medizinische Engpässe im Vereinigten Königreich.

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Im Falle eines ungeordneten Brexits ist der Vorrat von Arzneimitteln im Vereinigten Königreich schnell aufgebraucht.»

Dr. Siegfried Throm, vfa-Geschäftsführer Forschung/Entwicklung/Innovation

Ab 2020: Stresstest für die Briten?

Die Briten können einen Stresstest für die medizinische Versorgung wesentlich schwerer wegstecken als die große Europäische Union: So gibt es in UK keinen einzigen Hersteller von Insulin, auf das viele Diabetiker angewiesen sind. Deshalb hat die britische Regierung die Insulinhersteller gebeten, Vorräte anzulegen. Auch andere wichtige Medikamente wurden von den Firmen in UK über das übliche Maß hinaus bevorratet.

Entwarnung für Deutschland

Gleichwohl: Deutsche Patienten müssen sich keine Sorgen machen. Ob geregelter oder ungeregelter Brexit – in Deutschland wird es zu keinen Versorgungsproblemen mit Arzneimitteln kommen. Denn hier muss, anders als bei den Briten, nicht das ganze Wirtschafts-, Zoll- und Gesundheitssystem umgestellt werden.