Ausgaben der vfa-Mitgliedsunternehmen für Forschung und Entwicklung 2008 in Millionen Euro
2008: vorläufige Werte; Quelle: vfa-Mitgliederbefragung


Die forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland haben 2008 ihr Engagement zur Forschung und Entwicklung (F&E) neuer Arzneimittel erneut intensiviert und ausgebaut. Die F&E-Aufwendungen stiegen um 6,9 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro, das sind über 13 Millionen Euro pro Tag. Damit ist nicht nur das Volumen deutlich gestiegen. Auch die Forschungsintensität hat zugenommen. Mit 13,2 Prozent wurde ein höherer Anteil vom Umsatz in die F&E-Aktivitäten investiert als im Vorjahr (12,8 Prozent).

Quelle: Stifterverband für die deutsche Wissenschaft (2005), vfa (2008)
Die F&E-Quote der vfa-Unternehmen bleibt damit weiterhin wesentlich höher als bei den F&E betreibenden Unternehmen in Deutschland insgesamt, die im Durchschnitt eine Quote von 4 Prozent erreichen (2005, letzter verfügbarer Wert).

Obwohl auf pharmazeutische Produkte insgesamt nur etwa 2,5 Prozent des Umsatzes der deutschen Industrie entfallen, haben die forschenden Pharma-Unternehmen schon 2007 mehr als 10 Prozent der F&E-Ausgaben aufgebracht. Dieser Anteil dürfte sich 2008 noch erhöht haben. Die forschenden Pharma-Unternehmen tragen damit überproportional dazu bei, dem erklärten Ziel der EU-Staaten, mindestens drei Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Forschung und Entwicklung aufzuwenden, zumindest näher zu kommen. In Deutschland lag dieser Wert 2007 bei 2,5 Prozent.

Im Vergleich der wichtigsten F&E-Standorte der Pharmaindustrie weltweit liegt Deutschland nach den USA, Japan und dem Vereinigten Königreich an vierter Position.

Der Schlüsselfaktor für den Pharmastandort ist das Vorhandensein einer starken wissenschaftlichen Basis, die aus einer ausreichend hohen Anzahl von Wissenschaftlern und Fachkräften besteht. Die forschenden Pharma-Unternehmen tragen durch die Bereitstellung entsprechender Arbeitsplätze dazu bei.

Beschäftigte der vfa-Mitgliedsunternehmen
2008: vorläufige Werte; Quelle: vfa-Mitgliederbefragung


Die Zahl der F&E-Beschäftigten bei den vfa-Unternehmen stieg 2008 weiter auf 17.050 (Vorjahr: 17.016). Die F&E-Quote (Anteil der F&E-Beschäftigten an den Beschäftigten insgesamt) hat sich auf 19,4 Prozent erhöht (Vorjahr: 18,6 Prozent), d.h. mittlerweile ist jeder fünfte Beschäftigte in diesem Bereich tätig.

Quelle: Stifterverband für die deutsche Wissenschaft (2005), vfa (2008)
Auch hier liegt die Quote der forschenden Pharma-Unternehmen über der Quote der F&E betreibenden Unternehmen in Deutschland insgesamt (8 Prozent 2005, letzter verfügbarer Wert).
Bei den übrigen Beschäftigten ist 2008 ein Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt sank die Zahl der Beschäftigten um rund 3.500 auf rund 88.000.

Investitionen der vfa-Mitgliedsunternehmen in Millionen Euro
2008: vorläufige Werte; Quelle: vfa-Mitgliederbefragung


Die Investitionen in langlebige Sachanlagen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (von 1,46 auf 1,53 Milliarden Euro). Sie sind damit weiterhin deutlich höher als in den Jahren 2002 bis 2005, in denen sie sich um 1,3 Milliarden Euro bewegten. Der Anteil der Investitionen am Umsatz betrug 2008 4,1 Prozent und liegt damit weit über dem Durchschnitt der Industrie (3,2 Prozent). Neben den üblichen Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen sind 2008 von mehreren vfa-Unternehmen aufwändige, teilweise mehrjährige Investitionsprojekte in Forschungslabore und Produktionsanlagen durchgeführt oder neu in Angriff genommen worden. In der gegenwärtigen Krise zeigen sich die forschenden Pharma-Unternehmen damit als verlässlicher Kunde der inländischen Investitionsgüterindustrie. Wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) gezeigt hat, erzeugt die pharmazeutische Produktion eine zusätzliche, nahezu gleichhohe Wertschöpfung in vorgelagerten Industrien und Dienstleistungssektoren.

Umsatz der vfa-Mitgliedsunternehmen in Milliarden Euro

2008: vorläufige Werte; Quelle: vfa-Mitgliederbefragung


Wichtiger Wachstumsträger der pharmazeutischen Industrie in Deutschland ist nach wie vor das Auslandgeschäft. Arzneimittel „Made in Germany“ sind nicht zuletzt aufgrund ihrer hohen Qualität weltweit gefragt. Der Auslandsumsatz der vfa-Unternehmen stieg 2008 trotz der Wechselkurserhöhungen des Euro gegenüber dem US-Dollar um 3,9 Prozent. Die Exportquote der vfa-Unternehmen beträgt weiterhin 52 Prozent.
Im Gegensatz zu früheren Jahren hat 2007 und 2008 auch der Inlandsumsatz wieder positiv zu Buche geschlagen. 2008 ist hier eine Steigerung von 3,6 Prozent erzielt worden. Insgesamt (In- und Ausland) stieg der Umsatz der vfa-Unternehmen um 3,8 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro.