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23.10.2026 | PRESSEMITTEILUNG 041/2026 vfa-Herbstprognose: Aufschwung steht auf wackeligen Beinen – private Investitionen fehlen

  • Wirtschaftsleistung dürfte 2026 um 1,3 Prozent zulegen, 2027 um 1,1 Prozent
  • Private Investitionsschwäche hält an und bremst kräftigen Aufschwung
  • Pharmaproduktion dürfte 2026 um 2,2 Prozent sinken, GKV-Spargesetz belastet Investitionen und Forschung

Die deutsche Wirtschaft lässt die Jahre der Stagnation hinter sich, der Aufschwung ist jedoch fragil. Für 2026 erwartet der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) ein Wachstum von 1,3 Prozent, für 2027 von 1,1 Prozent. Getragen wird die Erholung vor allem von Exporten und staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur. Private Investitionen und Konsum bleiben dagegen schwach. Das zeigt die Herbstprognose in der neuesten Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs.

Mit den Investitionen fehlt einem dauerhaften und selbsttragenden Wachstum eine zentrale Säule. Umso schwerer wiegt, dass mit der Pharmaindustrie eine der wenigen Branchen unter Druck gerät, die in den vergangenen Jahren in Deutschland Investitionen ausgeweitet und Beschäftigung aufgebaut hat. Für 2026 erwartet der vfa einen Rückgang der Pharmaproduktion um 2,2 Prozent. Der Beschäftigungsaufbau dürfte vorerst zum Stillstand kommen. Für das kommende Jahr zeichnet sich ein Rückgang der Investitionsausgaben ab.

„Die wirtschaftliche Erholung steht noch auf einem schwachen Fundament. Für einen dauerhaften Aufschwung müssten die Unternehmen mehr investieren”, sagt Dr. Claus Michelsen, Chefvolkswirt des vfa. „In der Pharmaindustrie verschärft sich der Druck auf den Standort. Die USA setzen gezielt Anreize, Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Gleichzeitig verringert das Beitragssatzstabilisierungsgesetz den finanziellen Spielraum für Investitionen in Forschung und Produktion am Standort Deutschland.”

Vorgezogene US-Lieferungen belasten

Ein wesentlicher Grund für die schwächere Pharmaproduktion in diesem Jahr sind vorgezogene Lieferungen in die Vereinigten Staaten. Angesichts drohender US-Zölle hatten Unternehmen hierzulande bereits 2025 einen Teil dessen produziert und exportiert, was sonst erst in diesem Jahr geliefert worden wäre. Darauf folgt nun die Gegenbewegung. Zusätzlich dürfte das Niedrigwasser insbesondere am Rhein die Produktion beeinträchtigt haben.

Für 2027 erwartet der vfa wieder einen Produktionszuwachs von 4,3 Prozent. Dieser beruht aber im Wesentlichen auf Nachholeffekten und dem niedrigen Vergleichsniveau des laufenden Jahres. Eine breite Erholung zeichnet sich damit noch nicht ab. Auch die Beschäftigung dürfte im kommenden Jahr nur leicht zulegen.

Investitionen und Forschung geraten unter Druck

Die Belastungen durch das Beitragssatzstabilisierungsgesetz treffen nach Einschätzung des vfa zunächst vor allem die Erträge und Investitionen der Unternehmen. Für 2027 rechnet der Verband mit einem nominalen Rückgang der Investitionsausgaben um 1,8 Prozent. In den Jahren zuvor stiegen diese kräftig. Der gesetzliche Herstellerrabatt für patentgeschützte Arzneimittel steigt zum Jahresbeginn von sieben auf 15,5 Prozent und schmälert damit die Rentabilität von Investitionen in Deutschland.

Bis 2030 dürften die Investitionen in Anlagen und Forschungsaufwendungen insgesamt um gut vier Milliarden Euro niedriger ausfallen als ohne die zusätzlichen Belastungen. Die Folgen könnten sich über Jahre aufbauen: durch verschobene Projekte, ausbleibende Erweiterungen von Produktionsanlagen und gekürzte Forschungsbudgets.

Michelsen: „Die pharmazeutische Industrie hat lange Investitionszyklen. Verlässliche politische Zusagen sind deshalb ein entscheidender Faktor. Die geplante Standortklausel muss zügig wirksam werden und Anreize für die Industrie in der Breite setzen. Wer in Deutschland forscht, produziert und investiert, braucht dafür dauerhaft wettbewerbsfähige Bedingungen.”

Die gesamte Prognose lesen Sie hier in der neuesten Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) .


Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 51 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
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