30.09.2026 | PRESSEMITTEILUNG 036/2026 Bürokratieabbau bringt 42 Milliarden Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung
- 42 Milliarden Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung in fünf Jahren möglich
- Allein in der Pharmaindustrie könnten elf Millionen Arbeitsstunden frei werden
- Weniger Bürokratie stärkt Produktivität, Investitionen und Staatseinnahmen
Weniger Bürokratie kann Deutschland einen erheblichen Wachstumsschub bringen. Würde der bürokratische Arbeitsaufwand um ein Viertel reduziert, könnten rechnerisch mehr als 250 Millionen Arbeitsstunden für produktive Tätigkeiten frei werden. Die reale Wirtschaftsleistung könnte dadurch innerhalb von fünf Jahren um insgesamt rund 42 Milliarden Euro wachsen. Das ist das Ergebnis einer Auswertung für die neueste Ausgabe MacroScope Pharma Economic Policy Brief des vfa.
Deutschland weist hohe bürokratische Belastungen auf. Die Bürokratiekosten für Unternehmen belaufen sich auf rund 67,5 Milliarden Euro jährlich. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Bürokratiekosten der Wirtschaft um 25 Prozent zu senken. Entscheidend ist nach der Analyse, dass daraus tatsächlich weniger Dokumentations- und Nachweispflichten, schnellere Verfahren und eine effizientere Verwaltung entstehen.
„Deutschland fehlen nicht nur Fachkräfte. Ein erheblicher Teil der vorhandenen Arbeitszeit wird für administrative Aufgaben gebunden. Wird diese Zeit stattdessen für produktive Tätigkeiten frei, entstünde zusätzliches Wachstum, ohne dass dafür mehr gearbeitet werden muss“, sagt vfa-Chefvolkswirt Dr. Claus Michelsen. „Bürokratieabbau ist daher echte Wachstumspolitik.“
Pharma besonders belastet
Besonders groß ist das Potenzial in hochproduktiven und stark regulierten Branchen. In der Pharmaindustrie wurden 2023 rund 44 Millionen Arbeitsstunden für bürokratische Tätigkeiten aufgewendet. Eine Verringerung um ein Viertel würde rund elf Millionen Arbeitsstunden für andere Aufgaben freisetzen. Zugleich gehört die Pharmaindustrie zu den produktivsten Branchen der deutschen Wirtschaft.
Der gesamtwirtschaftliche Effekt geht laut der Modellrechnung deutlich über die eingesparte Arbeitszeit hinaus. Mehr Produktivität erhöht langfristig Produktion und Einkommen und stärkt Investitionen. Der private Konsum könnte über fünf Jahre um rund 18 Milliarden Euro, die Investitionen um rund 14 Milliarden Euro höher ausfallen. Auch der Staat profitiert: Der Finanzierungssaldo verbessert sich über fünf Jahre um insgesamt rund 15 Milliarden Euro.
Michelsen betont: „Bürokratieabbau darf nicht bedeuten, Qualitäts- oder Sicherheitsstandards abzusenken. Es geht unter anderem darum, doppelte Nachweise zu vermeiden, Verfahren zu digitalisieren, Zuständigkeiten zu bündeln und Entscheidungen zu beschleunigen. Gerade in Forschung und Produktion kann eine effiziente Verwaltung selbst zum Standortvorteil werden.“
Die gesamte Auswertung lesen Sie hier in der neuesten Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) .
Die Folge "Weniger Regularien, mehr Wachstum - Was Bürokratieabbau für die Wirtschaft bringt" von MacroScope - Der wirtschaftspolitische Podcast hören Sie hier Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) .
Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 50 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
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