vfa kritisiert die geplante Dynamisierung des Zwangsrabatts scharf
- Bundesregierung plant tiefgreifende Einschnitte bei Arzneimitteln
- Investitionen in Milliardenhöhe drohen auszubleiben
- Pharmastandort braucht Stabilität
Mit der geplanten Dynamisierung des Zwangsrabatts auf patentgeschützte Medikamente schwächt die Bundesregierung den Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich. Aufgrund steigender Unsicherheit dürften Investitionen in Milliardenhöhe durch die pharmazeutische Industrie ausbleiben.
„Anstatt den Standort Deutschland zu stärken, schwächt die Bundesregierung nicht nur die Pharmaindustrie, sondern die gesamte Wirtschaft zu einem Zeitpunkt, in dem Investitionen dringend notwendig sind. Mit der Dynamisierung des Zwangsrabatts werden Investitionen in Milliardenhöhe verloren gehen, zudem geht damit jegliche Planungssicherheit für Unternehmen verloren“, sagt vfa-Präsident Han Steutel. Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) verweist darauf, dass bei der Erhöhung des Zwangsrabatts im Jahr 2023 rund zwei Milliarden Euro an Investitionen verloren gingen.
Der vfa-Präsident betont: „Wer bei Arzneimitteln kürzt, verschlechtert die Versorgung für die Patientinnen und Patienten sowie die Rahmenbedingungen für eine ganze Branche.“
Rabatte sparen bereits Milliarden
„Der Arzneimittelbereich leistet längst seinen Sparbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung und zwar mit erheblichen Rabatten. Im vergangenen Jahr waren es 29 Milliarden Euro,“ so Steutel weiter.
AMNOG-Aushöhlung droht
Zudem droht mit den geplanten Rabattverträgen eine Aushöhlung des AMNOG-Prinzips: „Die Preisfindung wird damit entkoppelt vom Nutzen des einzelnen Medikaments. Das ist keine Grundlage für einen innovationsfreundlichen Markt.“
Internationaler Wettbewerb verschärft sich
Die pharmazeutische Industrie in Deutschland und Europa steht zu dem in einem erheblichen Wettbewerb mit anderen Märkten. China und auch die USA haben zuletzt deutlich an Attraktivität gewonnen. Steutel: „Wenn auf dem Weltmarkt der Druck steigt, darf Deutschland seine eigenen Bedingungen nicht zusätzlich verschlechtern. Die Pharmastrategie der Bundesregierung kann wohl kaum zum Ziel haben, die Pharmaindustrie zu verjagen.“
Die wiederkehrenden Eingriffe in die Preisgestaltung schwächen den Standort Deutschland für Investitionen. „Die internationale Lage ist von großer Unsicherheit geprägt, Deutschland hätte die Möglichkeit, sich als Stabilitätsanker für investierende Pharma-Unternehmen zu positionieren. Diese Chance wird verspielt. Das Bekenntnis der Koalition, Deutschland zum weltweit innovativsten Pharmastandort zu machen, wird zur Makulatur“, so Steutel weiter.
Hintergrund: Der Zwangsrabatt ist ein gesetzlich vorgeschriebener Abschlag auf Arzneimittelpreise, den Pharmaunternehmen den Krankenkassen gewähren müssen.
Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 49 weltweit führenden Herstellern und ihren rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa stehen für mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 100.000 Mitarbeiter:innen. Rund 20.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
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