Drucken
öffnen / schließen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier: https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html

Patienten in klinischen Studien

Was für Studien mit Medikamenten gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Medikamenten­-Studien. Das wird deutlich, wenn man sich anschaut, in welchen Schritten ein Medikament entwickelt und erprobt wird:

Ein neuer Wirkstoff wird nach seiner Erfindung zunächst intensiv im Labor und dann an Tieren überprüft. Nur, wenn er sich dort bewährt (sich also nicht als giftig erweist, keine Erbgutschädigungen oder Krebserkran­kungen oder anderen Probleme verursacht), darf er weiter erprobt werden.

Dann testen gesunde Freiwillige den Wirkstoff in ersten klinischen Studien.
Diese heißen Studien der Phase I. Dabei ist noch keine heilende oder lindernde Wirkung zu sehen (die Freiwilligen sind ja gesund); aber es zeigt sich, wie der Wirkstoff durch den Körper wandert, wie schnell er wieder ausgeschieden wird und ob er gut vertragen wird.

Hat sich der Wirkstoff bewährt, wird er zu einem Medikament verarbeitet (z.B. einer Tablette oder einer Lösung zum Spritzen). Damit können dann Studien mit Kranken durchgeführt werden. In diesen Studien der Phase II zeigt sich dann, ob das Medikament wirkt. Typischerweise nehmen 100 bis 500 Erkrankte in mehreren Länder teil (bei seltenen Krankheiten weni­ger). Es wird untersucht, ob das Medikament wirkt, ob es gut vertragen wird und welche Dosis für die Behandlung die beste ist.

Hat sich das Medikament in Phase II als wirksam gezeigt, wird es in der Phase III noch einmal mit mehreren Tausend Erkrankten in medizinischen Einrichtungen weltweit überprüft (bei seltenen Krankheiten wiederum mit weniger). Dabei wird auch auf seltenere Nebenwirkungen geachtet, die vielleicht nur bei einer von hundert oder von tausend Behandlungen auf­treten. Verläuft auch die Phase III gut, kann der Hersteller für das Medika­ment die Zulassung beantragen. Wenn die Behörden das Medikament zugelassen haben, kann es schließlich verordnet werden.

Nach der Zulassung werden weitere Studien mit dem Medikament durchge­führt. Es wird z.B. geprüft, wie gut es sich für Kranke mit bestimmten Begleit­erkrankungen eignet. Oder es wird getestet, ob sich das Medikament sinnvoll mit anderen Medikamenten kombinieren lässt. Studien mit zugelassenen Medikamenten heißen Studien der Phase IV. Oft nehmen an solchen Studien mehr als 10.000 Patientinnen und Patienten teil.

Wenn Sie aus eigenem Antrieb nach einer Studie suchen, in der eine neue Behandlung für Ihre Krankheit erprobt wird, können Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt ansprechen. Auch Patienten­-Selbsthilfegruppen oder ­-organisa­tionen kennen sich oft gut damit aus; viele solche Organisationen sind unter www.nakos.de und www.vfa-patientenportal.de aufgelistet. Außerdem können Sie die Studiensuchmaschinen www.pharmnet-bund.de/dynamic/de/klinische-pruefungen/index.html und (wenn Sie Englisch verstehen) www.myclinicaltriallocator.com verwenden.