English Drucken
öffnen / schließen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier: https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html

So funktioniert COVAX: Ziel ist der weltweite Zugang zu Covid-Impfstoffen

Mit dem Ziel, dass Länder unabhängig von ihrer Kaufkraft bestmöglichen Zugang zu Impfstoffen gegen COVID-19 erhalten, rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im April 2020 zusammen mit Partnerorganisationen die Initiative COVAX und die dazu gehörige COVAX Facility ins Leben. COVAX steht für „Covid-19 Vaccines Global Access“.

Die Hauptaufgabe der COVAX Facility ist es, Impfstoff-Dosen bei den Herstellern zu bestellen und allen Staaten zuzuteilen, die ihre Teilnahme an COVAX erklärt haben. Diese liegen in Afrika, Asien, Ozeanien, Südamerika und Europa.

In einer Podcast-Ausgabe der #vfaTonspur befragt Radio-Journalist Philipp Eins den vfa-Geschäftsführer Forschung Dr. Siegfried Throm zur europäischen Impfstoffbeschaffung: Ist die Aufhebung der Patente die Lösung für mehr Impfstoffe? Wie können sie weltweit gerecht verteilt werden? Und welche Rolle spielt die sogenannte COVAX Facility dabei?


Bis Ende 2021 sollen mindestens zwei Milliarden qualitätsgesicherte und bedarfsgerechte Impfstoffdosen bereitstehen, um die akute Phase der Pandemie zu beenden – so das erklärte Ziel von COVAX. Ärmere Länder sollen mindestens 1,8 Milliarden dieser Impfdosen erhalten, damit sie bis Anfang 2022 wenigstens einen Teil ihrer Bevölkerung schützen können. Dahinter steht der Gedanke der Solidarität und die Überzeugung, dass die Covid-19-Pandemie sich in einer eng verflochtenen Welt nur eindämmen lässt, wenn alle Regionen ausreichend geschützt sind.

«

Der Zugang zur Impfung muss für alle Länder möglich und bezahlbar sein.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende November 2020 in ihrer Videobotschaft zum G20-Gipfel
«

Ein Jahr nach dem Start von ACT stehen die Staats- und Regierungschefs der Welt vor der Wahl: Entweder sie investieren in die Rettung von Leben, indem sie die Ursache der Pandemie überall und jetzt behandeln, oder sie geben weiterhin Billionen für die Folgen aus, ohne dass ein Ende in Sicht ist.»

Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor, am 23. April 2021

Inzwischen nehmen 192 von insgesamt rund 200 Staaten weltweit an COVAX teil, darunter 100 wohlhabendere Länder und 92 Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Wenn wohlhabendere Nationen Impfstoffe über die COVAX Facility beziehen, dann zahlen sie den vollen, mit den Impfstoffherstellern ausgehandelten Preis. Angesichts des unsicheren Ausgangs von Impfstoffstudien bietet COVAX reicheren Ländern neben ihren bilateralen Verträgen mit Pharmaunternehmen eine zusätzliche Absicherung. Ärmere Länder werden um eine finanzielle Beteiligung gebeten, haben aber, falls ihnen diese nicht möglich ist, Anspruch auf Gratislieferungen. Zahlreiche wohlhabendere Länder verzichten auf eine Belieferung durch COVAX. Sie unterstützen jedoch die Beschaffung für ärmere Länder finanziell oder spenden erworbene Kontingente. Vor diesem Hintergrund lässt sich COVAX als Einkaufsgemeinschaft und Versicherung, aber auch als Hilfsgemeinschaft bezeichnen.

Bei den Impfstoffspenden geht es zu einem erheblichen Teil um Ressourcen aus bilateralen Verträgen, die viele wohlhabende Nationen mit Impfstoffherstellern abgeschlossen haben – anstatt oder zusätzlich zu einer Bestellung bei COVAX.

Finanzhilfen von vielen Seiten

Damit COVAX seine Ziele erreichen kann, verpflichteten sich etliche Staaten und Staatengemeinschaften bei internationalen Gipfeltreffen zu weit überdurchschnittlichen millionenschweren Unterstützungsleistungen. Anlässlich des digitalen G7-Gipfels am 19.02.2021 kündigte etwa die EU an, ihre Unterstützung für die COVAX Facility auf 1 Milliarde Euro aufzustocken, nachdem sie zunächst 500 Millionen Euro zugesagt hatte. Deutschland kündigte bei diesem Gipfeltreffen zusätzliche 980 Millionen Euro für COVAX an und legte am 22. Mai 2021 weitere 100 Millionen Euro drauf. Mit einem Gesamtbeitrag von mehr als zwei Milliarden Euro zählt Deutschland damit zu den größten Unterstützern der Initiative.

«

Ich danke den USA, Deutschland, der Europäischen Kommission, der Europäischen Investitionsbank, Japan und Kanada für ihre bedeutenden Finanzierungszusagen. Die heutigen Nachrichten zeigen uns, dass die Solidarität siegt.»

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, am 19. Februar 2021, nach dem Online-G7-Gipfel

Während China seit Oktober 2020 Mitglied der COVAX Facility ist, schlossen sich die USA erst nach dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden im Januar 2021 an. Die USA wird COVAX, wie Biden beim virtuellen G7-Gipfel bekanntgab, in den Jahren 2021 und 2022 mit voraussichtlich insgesamt vier Milliarden US-Dollar unterstützen.

Um die Impfstoff-Versorgung ärmerer Länder zu beschleunigen, starteten die USA und die Impfstoffallianz Gavi am 15. April 2021 eine weltweite Kampagne zur Beschaffung weiterer zwei Milliarden US-Dollar. Bei der virtuellen Auftaktveranstaltung machten zahlreiche Regierungen sowie internationale Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen Zusagen im Wert von fast 400 Millionen US-Dollar.

Beim darauffolgenden Gavi COVAX AMC-Gipfel "One World Protected" in Japan am 2. Juni 2021 konnte die Kampagne zusätzliche 2,4 Milliarden US-Dollar von mehr als 20 Spendernationen sammeln, so dass nun in der Summe 9,6 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stehen. Mit diesen Mitteln kann das COVAX AMC 1,8 Milliarden voll subventionierte Dosen für die Lieferung an Länder mit niedrigem Einkommen im Jahr 2021 und Anfang 2022 sichern.

Mit ihrer Kampagne „Go Give One“ ruft die WHO-Stiftung seit dem 18. Mai 2021 hilfsbereite Menschen weltweit zu einer Spende von 7 US-Dollar auf. Damit könne in ärmeren Ländern eine Impfdosis mehr finanziert werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Sie will 50 Millionen Unterstützer gewinnen. In Deutschland appelliert Unicef an die Spendebereitschaft der Bürgerinnen und Bürger.

Immer mehr Impfstoffspenden

Früchte tragen auch die Aufrufe zur Spende von Impfstoffen. So will die EU bis Ende 2021 mindestens 100 Millionen Impfdosen aus bereits bestellten Kontingenten an COVAX spenden. Dies kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 21. Mai 2021 beim G20-Gesundheitsgipfel in Rom an. Deutschland übernimmt davon 30 Millionen Dosen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kündigten anlässlich des Benefizkonzerts „Global Citizen's Vax Live Concert“ am 8. Mai 2021 in London an, dass sie über COVAX 1 Million Impfdosen an Länder mit geringem Einkommen spenden werden. Die VAE verpflichteten sich außerdem, über ihre globale Lieferkette 25 Millionen Impfdosen zur Unterstützung von COVAX weltweit zu verteilen.

Substanzielle Spendenzusagen kommen seit dem Frühjahr 2021 auch von viele weiteren Staaten sowie Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen, darunter Frankreich, Großbritannien, Kanada, Kroatien, Neuseeland, Norwegen, Schweden und Spanien.

Kurz vor dem G7-Gipfel vom 11. bis 13.06. in Cornwall (UK) kündigten die USA an, die Kosten für die Lieferung von 500 Millionen Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs an COVAX übernehmen. 200 Millionen dieser Dosen sollen noch 2021, 300 Millionen dann im ersten Halbjahr 2022 geliefert werden. UK kündigte ebenfalls am 10.06.2021 an, im Jahr 2022 zusätzlich zum bisherigen Commitment 100 Millionen Impfdosen zu spenden, davon 80 Millionen an COVAX und den Rest direkt an bedürftige Länder.

In der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens verpflichteten sich die G-7-Staaten, COVAX 870 Millionen Impfdosen zu spenden. Davon soll mindestens die Hälfte noch 2021 geliefert werden, der Rest im Jahr 2022. Zudem bekräftigten die sieben Staats- und Regierungschefs ihre Unterstützung für COVAX. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach beim Gipfeltreffen von insgesamt 2,3 Milliarden Impfdosen, die G7-Staaten bis Ende 2022 an ärmere Länder verteilen wollen. Dabei finanziere Deutschland vor allem über COVAX rund 350 Millionen Dosen. Internationale Organisationen wie die WHO und die Vereinten Nationen sowie Hilfsorganisationen wie AMREF Health Africa begrüßten die Ankündigungen, forderten jedoch größere und schnellere Lieferungen. COVAX versucht derzeit, so viele Dosen wie möglich zu sichern, um zunehmende Engpässe zu überwinden. Im dritten Quartal 2021 droht laut WHO eine besonders große Kluft zwischen den erwarteten Lieferungen und dem, was die Länder eigentlich verimpfen könnten.

Ein ausgeklügelter Mechanismus

Nie zuvor in der Geschichte gab es eine derart große und komplexe Impfstoffeinführung wie in der COVID-19-Pandemie. Um die faire Versorgung aller teilnehmenden Länder sicherzustellen, hat die COVAX Facility unterschiedliche Vorgehensweisen entwickelt:

  • Wohlhabende Nationen beziffern vorab den Bevölkerungsanteil (zwischen 10 und 50 %), der mit Impfstoffen aus dem COVAX-Programm geschützt werden soll. Für die entsprechende Belieferung bietet die COVAX zwei Bezahlmodelle an. Bei der „Verpflichtenden Kaufvereinbarung“ (Committed Purchase Agreement) zahlen die Länder die Hälfte des kalkulierten Preises für die erforderlichen Impfstoffdosen an und unterzeichnen für die andere Hälfte eine Abnahmeverpflichtung (COVAX rechnet pro Person mit 6,40 US-Dollar für zwei Impfdosen). Bei der „Freiwilligen Kaufvereinbarung“ (Optional Payment Agreement) zahlen die Länder vorab 6,20 US-Dollar pro Person und erwerben damit das Recht auf Belieferung mit den Impfstoffen ihrer Wahl aus dem COVAX-Sortiment. Bezogen werden die Impfstoffe entweder direkt vom Hersteller oder mithilfe von UNICEF und anderen überstaatlichen Organisationen. Nicht verwendete Mittel werden nach Auskunft der COVAX Facility zurückerstattet.
  • Wohlhabendere Länder können erworbene Bezugsrechte auch anonym zur Verwendung für mittellose Länder spenden. Von dieser Option Gebrauch machen unter anderem Deutschland und die EU-Kommission, aber auch Nichtregierungsorganisationen wie die Gates-Stiftung. Darüber hinaus können reichere Länder Impfstoffe, die sie sich in bilateralen Verträgen mit Herstellern gesichert haben, ärmeren Ländern zu fairen Konditionen zugänglich machen. Das Prozedere regeln die von der COVAX Facility veröffentlichten Grundsätze „Principles for Dose-Sharing“.
  • Staaten mit geringem oder mittlerem Einkommen werden mithilfe des Gavi COVAX Advance Market Commitment (AMC, auf Deutsch: vorgezogene Marktverpflichtung) mit Impfstoffen versorgt. Dank der Spenden wohlhabender Länder konnte das Programm anlaufen; Ende 2020 standen dafür bereits insgesamt 2,4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Die weitere Finanzierung soll unter anderem über Anleihen gesichert werden. Die Empfängerländer können bis 150 Millionen US-Dollar zur Vorbereitung auf die bevorstehende Impfkampagne beantragen und sich dabei von Institutionen wie WHO, UNICEF oder Weltbank beraten lassen. Bevor die Länder Impfstoffe erhalten, müssen sie eine sachgerechte Infrastruktur nachweisen, aber auch gut ausgebildetes Gesundheitspersonal und Aktivitäten zur Aufklärung der Bevölkerung. Detaillierte Impfstoff-Anfragen stellten bisher 86 von 92 ärmeren Teilnehmerstaaten. Über ein „Country Readiness Portal“ können AMC-Teilnehmer ihre endgültigen nationalen Einsatz- und Impfpläne einreichen.
Illustration des Zusammenspiels von Nationen, COVAX Facility und Impfstoffherstellern

Downloads: PNG | JPG | PDF
Grafik ist für die Berichterstattung mit Angabe „Abbildung: vfa“ ohne Kosten freigegeben; keine Nutzung für Werbematerial.

«

Dies ist ein ermutigender Fortschritt, aber die Menge der Dosen, die über COVAX verteilt werden, ist immer noch relativ gering. Eine unserer Hauptprioritäten ist es jetzt, den Ehrgeiz von COVAX zu erhöhen, um allen Ländern zu helfen, die Pandemie zu beenden.»

Tedros A. Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO am 5. März 2021

Kooperation mit den Herstellern

Hersteller von Impfstoffen, die mit der COVAX Facility zusammenarbeiten, sollen durch Vorab-Kaufverpflichtungen und Vorauszahlungen in die Lage versetzt werden, ihre Produktionskapazitäten zügig und umfangreich auszuweiten. Dafür stellt die COVAX Facility Milliardenbeträge bereit. In den Vorab-Kaufverpflichtungen werden Liefermengen, Lieferfristen und Preise festgelegt, wobei die COVAX Facility Preise aushandeln will, die höchstens auf dem Niveau bilateral abgeschlossener Lieferverträge mit einzelnen Staaten liegen. Wie die Impfstofflieferungen teilnehmenden Länder zugeteilt werden und zu verwenden sind, regeln WHO-Leitlinien.

  • AstraZeneca lieferte die ersten, Ende Februar 2021 über die COVAX Facility ausgelieferten Impfstoffe. Zusammen mit seinen Lizenznehmern, darunter vor allem das Serum Institute of India, stellte das Unternehmen den Löwenanteil der bis 8. April 2021 von COVAX ausgelieferten ersten 38 Millionen Impfdosen bereit. Ziel sei es, in den folgenden Monaten insgesamt 142 Länder mit Hunderten von Millionen Dosen des Impfstoffs zu versorgen, teilte das britisch-schwedische Unternehmen mit. Der Großteil dieser Dosen werde an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen gehen. AstraZeneca war das erste global agierende Pharmaunternehmen, das sich im Juni 2020 COVAX anschloss. Der britisch-schwedische Mutterkonzern hatte die Bereitstellung von 170 Millionen seines Impfstoffs AZD1222 zugesagt.
  • Das chinesische Unternehmen Clover Biopharmaceuticals sicherte in einem Vorabkaufvertrag zu, der COVAX Facility bis zu 414 Millionen Dosen seines Impfstoffkandidaten SCB-2019 zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung dafür ist eine Notfallzulassung der WHO. Im Gegenzug verpflichteten sich Vertreter der COVAX Facility, im Jahr 2021 insgesamt 64 Millionen Dosen zu kaufen. Im Folgejahr besteht die Option, bis zu 350 Millionen weitere Dosen von Clover zu erwerben. Die Lieferung des Impfstoffs wird voraussichtlich im 4. Quartal 2021 beginnen.
  • Der US-Konzern Johnson & Johnson hat über seine belgische Tochter Janssen Pharmaceutica N.V. die Lieferung von 220 Millionen Dosen seines Eine-Dosis-Impfstoffs an die COVAX Facility angekündigt. Der Impfstoff soll bis zum dritten Quartal 2021 über das südafrikanische Unternehmen Aspen Pharmacare zur Verfügung gestellt werden – dem Vernehmen nach zum Preis von zehn US-Dollar pro Dosis. Bis Ende 2021 sollen weitere 180 Millionen Dosen für die 55 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union folgen. Insgesamt stellt der US-Konzern in Aussicht, bis 2022 rund 500 Millionen Dosen an COVAX zu liefern. Ein Anteil von 200 Millionen Dosen soll schon 2021 zur Verfügung gestellt werden, teilte das Unternehmen beim G20-Gesundheitsgipfel am 21.05.2021 in Rom mit.
  • Moderna (USA) hat zugesagt, bis zu 500 Millionen Impfdosen an COVAX zu liefern. Davon sollen knapp 100 Millionen im Jahr 2021 ankommen, wie das Unternehmen beim Gesundheitsgipfel der G20-Staaten in Rom am 21. Mai 2021 bekanntgab. Die übrigen Mengen sind für 2022 vorgesehen.
  • Der US-Hersteller Novavax schloss am 7. Mai 2021 einen Vorabkaufvertrag über 350 Millionen Dosen seines Impfstoffkandidaten NVX-CoV2373 zur Lieferung an COVAX ab. Die Lieferung ist Teil einer Zusage über insgesamt 1,1 Milliarden Dosen, die das Unternehmen am 18. Februar 2021 bekanntgegeben hatte. Novavax geht davon aus, dass die Auslieferung der vom Serum Institute of India produzierten Impfstoffe im dritten Quartal 2021 beginnen kann. Entwicklung und Herstellung von NVX-CoV2327 werden mit Mitteln der COVAX Facility gefördert.
  • Der Vorstandschef des US-Unternehmens Pfizer kündigte beim G20-Gesundheitsgipfel in Rom am 21. Mai 2021 an, sein Unternehmen werde COVAX im Jahr 2022 eine Milliarde Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs zur Verfügung stellen. Bereits 2021 will das Unternehmen eine Milliarde Dosen direkt an ärmere und sehr arme Länder liefern. Sehr armen Ländern werde man nur die Herstellungskosten in Rechnung stellen, sagte der Pfizer-Chef Albert Bourla, etwas wohlhabenderen Ländern einen niedrigen Preis. Am 10.06.2021 teilten Pfizer und BioNTech mit, dass die USA für 500 Millionen der zu einem gemeinnützigen Preis zu liefernden Dosen die Kosten übernehmen.
  • Sanofi/GSK (Frankreich/UK) stehen mit einer Absichtserklärung zur Lieferung von 200 Dosen ihres gemeinsamen Impfstoffs im Wort. Das Unternehmen hofft auf die Zulassung seines ersten Impfstoffkandidaten Ende 2021.
  • Das Serum Institute of India, das Impfstoffe in Lizenz von mehreren anderen Herstellern produziert, hat sich verpflichtet, COVAX jeweils 100 Millionen Dosen vom AstraZeneca/Oxford-Kandidaten und vom Impfstoffkandidaten des US-Herstellers Novavax zu liefern – zum Preis von 3 US-Dollar pro Dosis. Darüber hinaus laufen Verhandlungen zur Lieferung von weiteren 300 bis 400 Millionen Impfstoffdosen. Am 15. Februar 2021 bestätigte die WHO die Eignung von zwei Versionen des AstraZeneca/Oxford-Impfstoffs für den Notfalleinsatz. Eine Version stammt aus dem Serum Institute of India, die andere von AstraZeneca – SK Bio (Südkorea). Nach der positiven Bewertung von Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit beider Impfstoffvarianten durch die WHO konnte die weltweite Auslieferung im Rahmen von COVAX im ersten Quartal 2021 einsetzen. Allerdings verzögern sich die Lieferungen von Impfstoffdosen des Serum Institute of India im März und April 2021. Grund ist eine neue Welle von COVID-19-Infektionen in Indien, die den landeseigenen Bedarf an Impfstoffen stark erhöht.
  • Mit dem chinesischen Hersteller Sinopharm wurde ein Vorabkaufvertrag für den inaktivierten Virus-Impfstoff SCB-2019 mit WHO-Notfall-Zertifikat abgeschlossen werden. Rund 60 Millionen Dosen will Sinopharm von Juli bis Oktober 2021 zur Verfügung stellen. Falls erforderlich Darüber hinaus kann COVAX weitere 60 Millionen Dosen im vierten Quartal 2021 und weitere 50 Millionen Dosen in der ersten Jahreshälfte 2022 erwerben.
  • Nachdem der Impfstoff "CoronaVac" von Sinovac am 1. Juni 2021 eine WHO-Notfallzulassung erhalten hatte, stellte das chinesische Pharmaunternehmen eine Lieferung von insgesamt 380 Millionen Dosen in Aussicht. Wie in einem Vorabkaufvertrag geregelt, wird die COVAX Facility zunächst 50 Millionen Dosen zu kaufen, die von Juli bis September 2021 zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus besteht die Option, weitere 150 Millionen Dosen im vierten Quartal 2021 sowie zusätzliche 180 Millionen Dosen in der ersten Jahreshälfte 2022 zu kaufen.

Zudem hat sich COVAX ein Vorkaufsrecht auf weitere Impfdosen gesichert. Es tritt dann in Kraft, wenn Impfstoffe, deren Entwicklung derzeit mit COVAX-Mitteln gefördert wird, eine behördliche Zulassung erhalten.