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Covid-19: Ausbau der Impfstoff-Lieferungen in Deutschland und weltweit

Pharma-Unternehmen haben in unter einem Jahr die ersten Covid-19-Impfstoffe nicht nur erfunden und erprobt, sondern für sie auch die Großproduktion aufgebaut. Deshalb können sie diese überhaupt jetzt schon ausliefern. Zwar ist der weitere Ausbau der Produktion noch unterwegs; aber er wird nicht aufhören, bis pro Jahr weltweit 20 Milliarden und mehr Impfdosen hergestellt werden können.

Nahaufnahme von kreisförmiger Produktlinie zur Impfstoffproduktion mit Ampullen

Eine steiler Anstieg der Produktionskapazität

Zügig wachsende Netzwerke für die Produktion von Covid-19-Impfstoffen

Datum der BekanntgabeUnternehmen; StandortFunktion bei der Produktion des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs
05.05.2020BioNTech; Mainz (Rheinland-Pfalz)F&E, Produktion
05.05.2020Pfizer; Puurs (Belgien)Produktion
05.05.2020Pfizer; Kalamazoo, Andover, Chesterfield (alle USA)Produktion
02.09.2020Polymun; Wien (Österreich)Formulierung
10.09.2020Dermapharm; Brehna (Sachsen-Anhalt)seit Oktober 2020 Formulierung und Abfüllung
14.09.2020Siegfried; Hameln (Niedersachsen)seit Mitte Juni 2021 Abfüllung
17.09.2020BioNTech; Marburg (Hessen)Produktion (seit Februar)
07.10.2020Rentschler Biopharma; Laupheim (Baden-Württemberg)Fertigungsschritte mRNA-Reinigung
18.11.2021Delpharm; Saint-Rémy-sur-Avre (Normandie, Frankreich)seit August 2021 Abfüllung
06.01.2021Dermapharm; Brehna (Sachsen-Anhalt)Kapazitätsverdopplung für Formulierung und Abfüllung
13.01.2021Baxter BioPharma Solutions; Halle (Westfalen)sterile Fertigungsdienstleistungen (seit Februar 2021)
14.01.2021Allergopharma; Reinbek (Schleswig-Holstein)Formulierung des Impfstoffs (seit 30.04.2021)
15.01.2021Pfizer; Puurs (Belgien)Umbau für mehr Produktionskapazität
27.01.2021Sanofi; Frankfurt a.M.ab Sommer 2021 Abfüllung
29.01.2021Novartis; Stein a. Rh. (Schweiz)ab Ende Q2 Abfüllung
01.02.2021Rentschler Biopharma; Laupheim (Baden-Württemberg)Ausweitung der Kapazität für den Fertigungsschritt mRNA-Reinigung für BioNTech/Pfizer
05.02.2021Merck; Darmstadt (Hessen)Beschleunigte Versorgung mit Lipiden, die für den Impfstoff von BioNTech/Pfizer benötigt werden
11.02.2021Evonik; Hanau und DossenheimAusweitung der Lipid-Produktion für den Impfstoff von BioNTech/Pfizer
05.03.2021Polymun; Klosterneuburg (Österreich)Ausweitung der Kapazität für Herstellung der Lipidnanopartikel für Impfstoff von BioNTech/Pfizer
10.05.2021BioNTech; Singapurkünftig Produktion, nach Aufbau einer Produktionsanlage
19.05.2021Pfizer; Grange Castle bei Dublin (Irland)künftig Produktion
01.06.2021Pfizer; Puurs (Belgien)Ausweitung der Produktion
21.07.2021Lipoid; Ludwigshafen a. Rh. (Deutschland)Ausweitung der Zulieferung bestimmter Lipide für die Formulierung
21.07.2021BioVac; Kapstadt (Südafrika)künftig Mitwirkung im Produktionsnetzwerk von BioNTech/Pfizer ab Anfang 2022, um Impfstoff für die Afrikanische Union herzustellen (ausgehend von aus Europa zugeliefertem Wirkstoff)
24.08.2021BioNTech, Marburg (Deutschland)Ausweitung der Produktionskapazität
26.08.2021Eurofarma Sao Paulo (Brasilien)künftig Mitwirkung im Produktionsnetzwerk von BioNTech/Pfizer ab Anfang 2022, um Impfstoff für Südamerika herzustellen (ausgehend von aus den USA zugeliefertem Vorprodukt)

Quelle: Pressemitteilungen der genannten Unternehmen und der EMA; Medienberichte; Auskünfte der Unternehmen



In ähnlicher Weise haben auch andere Unternehmen Netzwerke für die Produktion ihrer Impfstoffe aufgebaut oder selbst Lizenzen an andere Unternehmen vergeben, die über die nötige Ausrüstung und dafür qualifiziertes Personal verfügen. Diese erhalten jeweils eine umfassende Schulung durch das Originalunternehmen.

Kooperationen sind der Weg zum schnellen Ausbau der Lieferungen für Corona-Impfstoffe

Keine rasche Erweiterung der Produktionskapazitäten verspricht hingegen die Idee, mittels Patentaufhebung und Zwangslizenzen beliebige andere Pharma-Unternehmen mit der Produktion der Impfstoffe zu beauftragen. Denn Impfstoffherstellung gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Arzneimittel-Produktion. Dabei kommt es auf jedes Detail an, damit die Impfstoffe wirksam und verträglich sind.

«

Impfstoffherstellung braucht immer einen intensiven technischen Vorlauf. Da geht nichts auf Zuruf.»

Han Steutel, vfa-Präsident

Nur mit Hilfe des Originalherstellers kann ein anderes Unternehmen zügig in den Stand versetzt werden, an der Produktion mitwirken. Deshalb sind Kooperationen der schlüssige Weg zur zügigen Ausweitung der Produktionsmengen.

Mehrere westliche Unternehmen kooperieren mit afrikanischen Unternehmen, um mit diesen in Afrika eine eigene Produktion für Covid-19-Impfstoffe aufzubauen:

  • Das belgische Unternehmen Univercells – das mit Reithera (Italien) an einem Covid-19-Impfstoff arbeitet – einem Medienbericht vom 6. Juni 2021 zufolge – mit dem senegalesischen Institut Pasteur in Dakar bei der Impfstoffproduktion zusammen. Es soll schon 2022 mit dem Abfüllen von in Belgien produziertem Impfstoff begonnen werden, im Verlauf von 2022 sollen dann auch weitere Produktionsschritte im Senegal ermöglicht werden.
  • BioNTech und Pfizer am 21. Juli 2021 angekündigt, mit Biovac in Südafrika an einem Technologietransfer zu arbeiten, durch den das Unternehmen nach und nach die komplette Produktion von mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 selbst durchführen kann. Etappenziel ist, dass Biovac 2022 das Abfüllen von andernorts hergestellten Impfstoffchargen für Afrika übernimmt. Bis in vier Jahren könnten dann auch die vorgelagerten Produktionsschritte in Afrika erfolgen, wenn alles nach Plan geht.
  • Das US-Unternehmen Dyadic International hat am 27. Juli 2021 eine Kooperation mit dem südafrikanischen Rubic Consortium bekannt gegeben. Das Consortium soll in diesem Rahmen mit Dyadics Zellkultur-Technologie für die Herstellung protein-basierter Covid-19-Impfstoffe ausgerüstet werden.