9. Januar 2025 Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Ursachen, Folgen und Lösungen
Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. Die Ursachen für Versorgungsprobleme sind vielfältig und betreffen Patient:innen in unterschiedlichen Bereichen.
Ob Produktionsengpässe, globale Abhängigkeiten oder steigende Nachfrage: Die Komplexität der Lieferketten macht schnelle Lösungen oft schwierig. Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) nennt die Hintergründe und beleuchtet mit einem Fünf-Punkte-Plan konkrete Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit nachhaltig zu gewährleisten.
Die wichtigsten Fragen und Antworten
Fünf-Punkte-Plan
Wie Lieferengpässe bei Arzneimitteln behoben werden können
Die stabile Versorgung mit Medikamenten ist eine zentrale Aufgabe für unser Gesundheitssystem. Doch Lieferengpässe – ausgelöst beispielsweise durch globale Krisen wie die Corona-Pandemie oder geopolitische Konflikte – stellen eine erhebliche Herausforderung dar. Gerade bei innovativen Medikamenten ohne Alternativen können Engpässe gravierende Folgen für Patient:innen haben. Mit einem Fünf-Punkte-Plan macht der vfa Vorschläge, um diese Probleme nachhaltig zu lösen.
1. Frühwarnsysteme für Lieferketten etablieren
Die Arzneimittel-Lieferketten sind komplex. Ein Frühwarnsystem könnte Probleme frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen ermöglichen. Die Bundesbehörde BfArM arbeitet bereits daran, bestehende Datenbanken zu erweitern und zu nutzen, um kritische Engpässe zu vermeiden. Auch auf EU-Ebene gibt es Projekte wie CHESSMEN, die einheitliche Überwachungsinstrumente schaffen sollen. Die Möglichkeiten von Big Data und Künstlicher Intelligenz bieten große Chancen, neue Datensätze - beispielsweise von SecurPharm - systematisch zu erschließen.
2. Lieferketten auf den Prüfstand stellen
Stresstests können aufzeigen, wie anfällig Lieferketten und Produktionsnetzwerke sind. Die EU und andere Länder setzen solche Tests ein, um Risiken zu identifizieren und Abhängigkeiten zu verringern. Die pharmazeutische Industrie sollte Anreize erhalten, ihre Bezugsquellen zu diversifizieren und ihre Produktion widerstandsfähiger zu machen.
3. Bei Lagerhaltung genau hinsehen
Erweiterte Lagerhaltung wird oft als Lösung gesehen, birgt jedoch Herausforderungen. So können Lagerkosten und der Kapitalaufwand hoch sein. Statt großer zentraler Lager wäre eine bessere Nutzung bestehender Bestände eine effektive Lösung, unterstützt durch ein effizientes Frühwarnsystem.
4. Reservekapazitäten aufbauen
Deutschland ist ein führender Standort für innovative Arzneimittel. Diese Stärke sollte genutzt werden, um Reservekapazitäten aufzubauen. Flexible Produktionsnetzwerke und vereinheitlichte Vorschriften zwischen der EU und den USA könnten Engpässe in Krisen minimieren. Gleichzeitig könnten Versicherungsmodelle ähnlich wie in der Pandemiebekämpfung helfen, Produktionskapazitäten vorzuhalten.
5. Innovation und Technologieführerschaft fördern
Ein starkes Innovationsnetzwerk ist essenziell - auch um die technologische Souveränität zu erhalten. Deutschland spielt eine wichtige Rolle im europäischen und globalen Gesundheitsmarkt. Durch bessere Bedingungen für Forschung und Produktion – etwa durch Patentschutz, digitale Sicherheit und Innovationscluster – können technologische Risiken minimiert und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.
Ausblick
Der vfa setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene dafür ein, die Arzneimittelversorgung sicherzustellen. Mit dem Fünf-Punkte-Plan werden pragmatische und zukunftsorientierte Lösungen angeboten, um Lieferengpässe zu vermeiden und die Resilienz des Gesundheitssystems zu stärken.
vfa-Podcast #MacroScope zu Lieferengpässen bei Medikamenten
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