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27. Februar 2023 Covid-19: zugelassene und zur Zulassung eingereichte Medikamente

Obwohl der Erreger SARS-CoV-2 erst seit Anfang 2020 bekannt ist, konnten schon mehrere Medikamente zur Therapie entwickelt und zugelassen werden. Weitere befinden sich in der EU im regulären Zulassungsverfahren. Das zeigt die folgende Tabelle.

Art des Medikaments und Wirkprinzip Unternehmen Wirkstoff des Medikaments; Anwendungsart Status in der EU für die Covid-19-Therapie Status in den USA Bemerkungen
antivirale Antikörper (1) AstraZeneca Tixagevimab + Cilgavimab; als intramuskuläre Injektionen für Prävention von Covid-19 zugelassen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) am 28.03.2022, zur Therapie seit 20.09.2022 Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) . Im Einsatz. seit 08.12.2021 zugelassen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (Notfallzulassung) zur Prävention einer Covid-19-Infektion bei bestimmten Personen [1] . keine Angabe
intrazellulär wirksames antivirales Medikament, RNA-Polymerase-Hemmer Gilead Sciences Remdesivir; als Infusionslösung zugelassen in der EU seit 03.07.2020; im Markt zugelassen in den USA seit 01.05.2020 (Notfallzulassung) bzw. 22.10.2020 Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA; das Selbstverwaltungsgremium des deutschen Gesundheitswesens) hat den Nutzen des Medikaments im September 2021 für bestimmte Patientengruppen positiv bewertet. Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster)
intrazellulär wirksames antivirales Medikament, hemmt die Hauptprotease Pfizer Nirmatrelvir (= PF-07321332) und Ritonavir; als getrennte Tabletten zugelassen in der EU seit 28.01.2022 Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) , nach Rolling Review Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) bei der EMA ab 13.12.2021 und Zulassungsverfahren Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) ab 10.01.2022; kann seit 25.02.2022 in Deutschland verordnet werden in den USA wurde am 22.12.2021 eine Notfallzulassung erteilt Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) EMA publizierte schon vor der Zulassung Advice on Use Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) . Die deutsche Regierung Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) hat 1 Million Packungen des Medikaments bestellt.
immundämpfendes Medikament Merck KGaA, Winthrop Arzneimittel und andere Hersteller Dexamethason; als Injektionslösung zugelassen und auf dem Markt gegen Covid-19 in Deutschland und anderen Ländern (nach "Endorsement" Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) durch die EMA am 18.09.2020) [2] von den National Institutes of Health (NIH) für bestimmte Patient:innen empfohlen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) schon seit Jahrzehnten für andere Anwendungsgebiete zugelassen, u.a. Hirnödem, Schockzuständen, Transplantatabstoßungskrisen; patentfrei
immundämpfendes Medikament, IL-6-Antagonist Roche Tocilizumab; als Infusion seit 07.12.2021 zugelassen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) , nach Zulassungsverfahren Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) seit 16.08.2021; im Markt Notfallzulassung Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) am 25.06.2021 zugelassen (teils in Kombination mit weiteren Medikamenten) gegen rheumatoide Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis und Cytokin-Freisetzungs-Syndrom bei CAR-T-Zell-Behandlung
immundämpfendes Medikament, Interleukin-1-Rezeptorantagonist Sobi Anakinra; als Injektion seit 20.12.2021 zugelassen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) , nach Zulassungsverfahren Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) seit 19.07.2021; im Markt tbd zugelassen Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) gegen Rheumatoide Arthritis, Cryopyrin-assoziierte Periodische Syndrome (CAPS), familiäres Mittelmeerfieber und Morbus Still
immundämpfendes Medikament (mit zusätzlicher antiviraler Wirksamkeit), Mikrotubuli-Inhibitor Veru Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) Sabizabulin; orale Darreichungsform im ETF-Review Externer-Link (Öffnet im neuen Fenster) (also Review durch die Emergency Task Force der EMA) [3] seit 27.07.2022 tbd bislang noch gegen keine Krankheit zugelassen

Fußnoten zur Tabelle:

[1] Menschen ab 12 Jahren, bei denen eine Impfung aufgrund einer Immunschwäche nicht wirksam ist oder die aufgrund zu erwartender schwerwiegender Nebenwirkungen nicht geimpft werden können

[2] Das Medikament hat nationale Zulassungen und keine EU-Zentralzulassung; daher steht auf EMA-Webseiten nur, dass die EMA den nationalen Behörden eine Zulassung empfohlen hat. Das BfArM hat dieser Empfehlung für Deutschland entsprochen.

[3] Der ETF-Review, auch Artikel-18-Review, ist ein neues Bewertungsverfahren der EMA auf Basis von Artikel 18 der Verordnung 2022/123. Es dient zur Erarbeitung von Empfehlungen zu einem noch nicht zugelassenen Medikament für eine medizinische Notsituation, für das nationale Behörden eine Sonder-Einsatzgenehmigung erteilen wollen, bis es nach Zulassung ganz regulär verwendet werden kann.

Eine Zeitlang waren auch mehrere antivirale Antikörper zugelassen und teilweise auch auf dem Markt. Sie alle waren so entwickelt worden, dass sie sich nach Infusion oder Injektion bei Patient:innen an das Spike-Protein von SARS-CoV-2 binden. Es waren die Kombination Casirivimab + Imdevimab (von Regeneron / Roche), der Antikörper Sotrovimab (von GSK und Vir Biotechnology), Regdanvimab (von Celltrion), Tixagevimab + Cilgavimab (von AstraZeneca).

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