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Die forschungsintensivste Branche Deutschlands? Pharma!

Forschung findet Wege, damit Dinge neu und besser werden. Das gilt auch und insbesondere für die Pharmaforschung. Ihr Ziel: Die Entwicklung neuer Therapien, um Krankheiten zu verhüten, zu lindern oder zu heilen. Das nutzt nicht nur Patientinnen und Patienten sowie ihren behandelnden Ärzten, sondern auch dem Standort Deutschland.

Ein Labormitarbeiter begutachtet aus der Nähe Teströhrchen in einer Fertigungsanlage

Um Forschung erfolgreich betreiben zu können, ist viel Wissen, Zeit und Geld erforderlich. Das gilt umso mehr für forschende Pharmaunternehmen, die oftmals über Jahre an der Entwicklung von Arzneimitteln arbeiten. Um diese Herausforderung zu stemmen, sind nicht nur jede Menge Know-how und Millionenbudgets erforderlich, sondern auch viel Geduld: Denn der Weg vom Wirkstoffkandidaten zu den Patienten ist lang.

Rekordwerte in der Pharmaforschung

Aufgrund der langen Entwicklungsprozesse - von der ersten Idee bis zum zugelassenen Arzneimittel - investieren die im vfa organisierten Pharma- und Biotech-Unternehmen jährlich Milliardenbeträge: 2019 waren es rund 7,8 Milliarden Euro. So viel Geld wurde hierzulande noch nie innerhalb eines Jahres für Pharmaforschung ausgegeben. Anders gesagt: Das ist ein Rekordwert! Setzt man die Forschungsausgaben ins Verhältnis zum Umsatz, ist der innovative Pharmasektor mit einer Quote von 17,1 Prozent die forschungsintensivste Industrie Deutschlands.


Forschung macht Arbeit… und schafft Arbeitsplätze

Die Aktivitäten der forschenden Pharmaunternehmen sind wichtig für Medizin und Wirtschaft: So erfordert die starke Fokussierung der Branche auf Forschung und Entwicklung hoch qualifiziertes Personal. Insgesamt beschäftigt sie bundesweit rund 20.000 Fachkräfte. Manche mit Berufsausbildung, andere mit akademischem Abschluss. Die Forschungsaktivitäten der Pharmaunternehmen wirken wie ein Beschäftigungsmotor für weitere Branchen und sichern somit indirekt weitere zahlreiche Arbeitsplätze – etwa bei Lieferanten und Dienstleistern, die beispielsweise Laborausrüstungen und Testreihen stellen.


Die große wirtschaftliche Bedeutung der Pharmaforschung zeigt sich auch in den Pro-Kopf-Aufwendungen der Pharma-Unternehmen für Forschung: Je Mitarbeiter investieren die Unternehmen der Pharma- und Biotech-Industrie rund 30.000 Euro in die eigene Forschung, die im vfa organisierten Firmen momentan sogar 65.000 Euro. Zum Vergleich: Im Automobilbau liegen die Forschungsaufwendungen pro Kopf bei rund 28.000 Euro, im Maschinenbau sind es rund 12.000 Euro. Insgesamt fallen die Forschungsausgaben pro Kopf doppelt so hoch aus wie der durchschnittliche Betrag über alle Industriesektoren.

Der Pharma-Standort Deutschland ist in Europa gut aufgestellt

Ihre Stärke demonstriert die Pharmaforschung auch aus europäischer Perspektive: So entfällt rund ein Viertel der gesamteuropäischen Ausgaben für Pharmaforschung auf Unternehmen in Deutschland. Damit belegen die hierzulande ansässigen Pharma- und Biotech-Unternehmen hinsichtlich der Forschungsausgaben nahezu gleichauf mit der Schweiz einen Spitzenplatz.


Pharma: Ein Katalysator für Wissenstransfer

Neben den bedeutenden positiven Effekten für Verbraucher und Volkswirtschaft punktet die Pharmaforschung auch damit, dass sie als Katalysator für einen intensiven Wissenstransfer fungiert, der seinerseits wiederum zur Entwicklung neuer Ideen und Produkte beiträgt. Dies resultiert aus der Tatsache, dass die Pharma-Industrie in ein Netz zahlloser Kooperationen mit Wissenschaftlern, Universitätsinstituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingebunden ist - beispielsweise mit der Max-Planck-Gesellschaft, verschiedenen Helmholtz-Zentren und Fraunhofer-Instituten.

Darüber hinaus schreibt die Pharmaindustrie jedes Jahr zahlreiche Forschungspreise und Stipendien zur Stärkung der Forschung aus und unterstützt medizinische Einrichtungen. Zudem kooperiert die Branche eng mit innovativen Start-ups und finanziert deren erste Schritte vielfach mit Millionenbeträgen. Der Wissensaustausch, der auf allen Ebenen dieser Netzwerke stattfindet, trägt im erheblichen Maße zur Innovationskraft des Standorts Deutschlands bei.

Forschung im Dienst der Gesundheit

Nahaufnahme eines Kunden bzw. Patienten in einer Apotheke, dem ein mit einem Kittel bekleideter Arm auf die Schulter klopft

Den größten Nutzen von den forschenden Pharmaunternehmen haben Patienten, die an schweren und bisher noch unheilbaren Krankheiten leiden: Sie profitieren unmittelbar von neuen und immer effektiveren Therapien. Hinzu kommt ein positiver gesamtwirtschaftlicher Effekt, denn schließlich bewirken hoch wirksame Arzneimittel, dass die Folgekosten von Krankheiten sinken.

Corona-Impfstoff: Gute Chancen für „made in Germany“

Und dieser wirtschaftliche Fußabdruck der Pharmaforschung wirkt sich nicht nur auf das wirtschaftliche Geschehen in Deutschland positiv aus, sondern weltweit: Sollte es Pharmaunternehmen in Deutschland gelingen, wirksame Impfstoffe gegen Covid-19 zu entwickeln, wäre dies nicht nur ein Segen für die Menschen, die seit Monaten auf ihren gewohnten Alltag verzichten müssen. Es würde auch dazu beitragen, die globale Wirtschaft nach mitunter harten Lockdowns wieder in den Normalbetrieb zu versetzen. Die Chancen dafür stehen bestens, denn die Pharmaindustrie bringt dank ihrer wirtschaftlichen Stärke und des hervorragend ausgebildeten Personals alle Voraussetzungen mit, um bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen erfolgreich zu sein.