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Das Preisniveau für neue Arzneimittel in Deutschland sinkt

Mittlerweile liegen die Preise für neue verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland im europäischen Mittelfeld. Mehr als zwei Drittel (69%) liegen unterhalb des Durchschnitts unserer Nachbarn, und ein Drittel (32%) der hiesigen Preise sind sogar die niedrigsten.

Das niedrige Preisniveau in Deutschland hat dafür gesorgt, dass sich inzwischen der Parallelhandel völlig umgedreht hat. Die offiziellen Anmeldungen von Parallelhändlern bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zeigen mit 70% mehr als doppelt so viele Ausfuhren wie Einfuhren an. Dies belegt, dass das Preisniveau innovativer Arzneimittel in Deutschland so niedrig ist, dass sich für Parallelhändler die Ausfuhr in andere europäische Länder lohnt.



Anteil der Arzneimittelausgaben stabil

Seit Jahrzehnten liegt der Anteil der Arzneimittel-Ausgaben an den Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung unverändert bei rund 16–17 Prozent, Tendenz zuletzt sogar fallend. Die Einnahmen der Kassen steigen seit Jahren, die Rücklagen sind hoch, das System ist stabil.

Die Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel machen nur sechs Prozent aus; oder andersherum: 94 Prozent ihrer Ausgaben geben die Gesetzlichen Kassen für andere Leistungen aus.




Drei von vier verschriebenen Präparaten sind Generika. Die forschenden Pharma-Unternehmen kennen sie gut, denn sie haben deren Wirkstoffe ursprünglich entwickelt. Nach dem Patentablauf werden sie meist sehr günstig – der durchschnittliche Herstellerabgabepreis eines Generikums liegt bei ca. 14 Cent pro Tablette: Was für wenige Jahre teuer erscheint, ist danach sehr lange günstig.

Dennoch gibt es Menschen, die finden, dass man gerade bei Arzneimitteln noch mehr sparen könnte. Nur: Mit den Einnahmen von heute finanzieren wir die Therapieerfolge von morgen. Wo sonst sollten die milliardenschweren Forschungs- und Entwicklungskosten für neue Therapien gegen Krebs, Alzheimer, Diabetes oder Rheuma herkommen?