Die forschenden Pharma-Unternehmen bleiben eine stabile, exportstarke Branche, die Rekordsummen in Forschung investiert. Die deutliche Mehrheit der vfa-Mitglieder erwartet für das Jahr 2010 konstante oder leicht steigende Umsätze. Das ergab eine Umfrage des Verbandes bei seinen Mitgliedsfirmen.

(© Grünenthal)
Die Prognosen der einzelnen Unternehmen bezüglich der Entwicklungen von Umsatz und Beschäftigtenzahlen stehen zwar unter dem Eindruck der weltweit allgemein schwierigen Wirtschafts- und Finanzlage. Dennoch rechnen rund 80 Prozent der vfa-Mitgliedsfirmen mit stabilen oder wachsenden Umsätzen. Diejenigen Unternehmen, die von rückläufigen Umsätzen ausgehen, begründen ihre reduzierten Erwartungen mit Patentabläufen, Festbetragsregulierungen und Rabattverträgen. Ebenfalls werden die gesamtwirtschaftliche Lage sowie die kritische Situation in den Auslandsmärkten genannt.
Mehr als 60 Prozent der Unternehmen wollen ihr Personal halten oder ausbauen. Gleichzeitig planen allerdings auch 37,5 Prozent der Unternehmen einen Arbeitsplatzabbau.

Auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der pharmazeutischen Industrie werden sich voraussichtlich stabil zeigen. Während 16 Prozent der vfa-Mitgliedsunternehmen angeben, Budgetkürzungen im F&E-Bereich vornehmen zu wollen, stellen 55 Prozent in Aussicht, das derzeitige Ausgaben-Niveau halten zu wollen und 29 Prozent beabsichtigen, ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auszuweiten. Im Bereich Bio- bzw. Gentechnologie planen 38 Prozent eine Erhöhung, 62 Prozent erwarten eine konstante Entwicklung und kein einziges Unternehmen beabsichtigt, seine F&E-Aufwendungen zurückzufahren.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2008 um 6,9 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro - das sind über 13 Millionen pro Tag.

Der Vorstandsvorsitzende des vfa, Dr. Wolfgang Plischke, hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass die Innovationsoffenheit eine wichtige Stärke des deutschen Gesundheitsmarktes ist: Den Patienten stünden ab dem Tag der Zulassung moderne Medikamente zur Verfügung und pharmazeutische Unternehmen seien schnell im wichtigsten europäischen Markt präsent. Dieses Markenzeichen solle Deutschland global als Leitmarkt für Innovationen positionieren.

Ein wichtiges Standbein der pharmazeutischen Industrie in Deutschland ist nach wie vor der Export. Der Anteil der Pharmaexporte an den deutschen Gesamtexporten ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die Pharmabranche hat 2008 die geringsten Exporteinbrüche in der aktuellen Wirtschaftskrise zu verzeichnen.
Vor allem die Exporte nach Asien, insbesondere Japan, konnten weiter zulegen, während die Exporte in die Eurozone stabil blieben. Die osteuropäischen Märkte, aber auch die USA, haben sich für die vfa-Mitgliedsunternehmen sehr unbefriedigend entwickelt, nachdem der amerikanische Markt in den vergangene Jahren stets sehr expansiv gewesen war.