Für vermehrte Anstrengungen zur Verbesserung der Gesundheitssituation in Entwicklungsländern plädieren die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) und der vfa. In einer gemeinsam vorgestellten Stellungnahme fordern sie Regierung und Parlament auf, die bisherige Hilfe auszuweiten und wirksamer zu gestalten. Dabei setzen sie auf einen Neubeginn nach der Bundestagswahl.

(© Pfizer)
Als konkrete Maßnahme empfehlen die Herausgeber unter anderem, künftig die Aktivitäten der Ministerien für Gesundheit, Entwicklungszusammenarbeit und Forschung im Bereich der globalen Gesundheit mittels einer Koordinierungsstelle abzustimmen. Im Parlament solle ein Unterausschuss für Gesundheit in Entwicklungsländern eingerichtet werden.

Unter den zahlreichen Engpässen im Gesundheitswesen der Entwicklungsländer sei die unzulängliche Personalausstattung ein besonderes Problem, erklärte der Vorsitzende der GKKE, Prälat Dr. Bernhard Felmberg. Es komme darauf an, genügend Fachkräfte auszubilden und durch entsprechende Arbeitsangebote auch in den jeweiligen Entwicklungsländern zu halten. Dies sei Teil einer umfassenden Entwicklung der Gesundheitssysteme, auf die sich die Entwicklungszusammenarbeit stärker als bisher einlassen müsse. Dabei sei es unverzichtbar, die nichtstaatlichen Einrichtungen gleichberechtigt zu beteiligen. „Ich denke vor allem an die vielen Gesundheitsdienste in kirchlicher Trägerschaft, die in einzelnen Ländern Afrikas bis zu 40 Prozent aller Gesundheitsleistungen erbringen“, so Felmberg.

Die vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer betonte, die Gesundheitssituation in Entwicklungsländern müsse schon um der Menschen willen verbessert werden, „aber auch, weil Gesundheit die Vorbedingung für das Erreichen anderer Entwicklungsziele ist, wirtschaftlicher wie politischer.“ Pharmafirmen engagierten sich bereits mit Medikamentenspenden, mit der Unterstützung von Gesundheitsprogrammen und bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen Krankheiten, die besonders in armen Ländern auftreten; dabei kooperierten sie eng mit öffentlichen Institutionen und Stiftungen. Zur Ausweitung solcher Partnerships sei aber staatliches Engagement nötig, wofür man auf die Bundesregierung hoffe. „Wenn sie in ihre Maßnahmen für die Gesundheit in Entwicklungsländern die Kompetenzen der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft einbezieht, kann das ihren Beitrag zur Erreichung der Entwicklungsziele deutlich steigern. Die forschenden Pharma-Unternehmen sind im zu solchen Synergien bereit.“

Erarbeitet wurde die Stellungnahme „Gesundheit in Entwicklungsländern“ von der Arbeitsgruppe Kirchen / Pharmaindustrie, der Vertreter der GKKE und des vfa als dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen angehören. Die Gruppe arbeitet seit längerem daran, die unterschiedlichen Erfahrungen und Standpunkte der Beteiligten einander näher zu bringen und daraus konkrete Lösungsvorschläge abzuleiten. Zuletzt veröffentlichte die Arbeitsgruppe ein Grundlagenpapier zur Bekämpfung tropischer Armutskrankheiten.


Weiterführende Informationen, darunter gemeinsam von GKKE und vfa formulierte Handlungsempfehlungen sowie Stellungnahmen von Prälat Dr. Bernhard Felmberg und vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer finden Sie hier.