Die Pharmabranche erweist sich auch im Export als Stabilitätsanker in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Das belegt eine Studie der Prognos AG, die der vfa in Auftrag gegeben hatte und deren Ergebnisse nun in Berlin vorgestellt wurden.



Verladung von Medikamenten auf dem Flughafen Köln/Bonn

© Bayer Schering Pharma AG


Sie verdeutlichen die Exportdynamik der forschenden Pharma-Unternehmen im Vergleich mit den klassischen exportstarken Vorzeigebranchen Fahrzeugbau, Elektroindustrie und Chemische Industrie. Im Unterschied zu den deutlichen krisenbedingten Exporteinbrüchen in diesen Branchen erwies sich die Exportstärke der pharmazeutischen Industrie als vergleichsweise robust. Dies half rund 25.000 Arbeitsplätze in der pharmazeutischen Industrie und den Zulieferzweigen zu sichern. Zudem ist der inländische Wertschöpfungsanteil der Pharmaexporte stabil.

Die Studie arbeitet zudem folgende Ergebnisse heraus:

  • Der Anteil der Pharma-Exporte an den deutschen Gesamtexporten ist in den vergangenen Jahren stetig und dynamisch gewachsen - von 2,3 Prozent im Jahr 2000 über 4,8 Prozent in 2008 auf prognostizierte 5,6 Prozent im Jahr 2015.
  • Das Volumen der Pharmaexporte hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2008 auf 45,2 Mrd. Euro mehr als vervierfacht, während sich die gesamtwirtschaftlichen Exporte in diesem Zeitraum in etwa verdoppelt haben. Die prognostizierte Entwicklung bis 2015 ist weiterhin überdurchschnittlich: Das Wachs¬tum wird auf 6,3 Prozent pro Jahr geschätzt - im Vergleich zu 3,6 Prozent pro Jahr Zuwachs bei den Gesamtexporten.
  • Pharma-Exporte sorgen für überdurchschnittlich hohe zusätzliche Wertschöpfung in anderen Branchen und helfen damit gerade in Krisenzeiten Arbeitsplätze zu sichern.


Die Zahlen belegen aus Sicht des vfa den Nutzen einer vor allem auch im Ausland erfolgreichen Branche für die deutsche Volkswirtschaft. Sie bestätigen damit die Argumentation des vfa, wonach die forschenden Pharma-Unternehmen insbesondere in der wirtschaftlichen Krise eine stabilisierende Rolle spielen.

Die Ergebnisse werden gestützt durch die in der letzten Woche vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Studie zur Erstellung eines Satellitenkontos für die Gesundheitswirtschaft. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass Pharma der Haupttreiber des Exportwachstums der Gesundheitswirtschaft in Deutschland ist. Etwa die Hälfte aller Exporte der Gesundheitswirtschaft ist pharmagetrieben.


Die Kurzstudie als Download:

Stellungnahme des vfa-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Plischke: "Schwierige Zeiten - Spannende Zeiten!"

Stellungnahme der vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer: "Aufbruch in ein besseres Gesundheitssystem?!"