„Wiederholt wird eine Gespensterdebatte über den Bestandsmarkt angezettelt, die von den Versorgungsproblemen der AMNOG-Praxis ablenken soll." das sagt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer zur Arzneimitteldiskussion im Zusammenhang mit dem Arzneiverordnubngsreport (AVR).

"Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung in Deutschland, hat die Medikamente des Bestandsmarkts wegen des bürokratischen Aufwandes nicht bewerten wollen und die Politik hat stattdessen das Preismoratorium für Arzneimittel und den gesetzlich festgelegten Rabatt bis 2017 verlängert."

Durch diese Alternative zum Bestandsmarktaufruf hätten die Krankenkassen allein 2014 rund 2 Milliarden Euro zu Lasten der Pharma-Industrie gespart. Diese Zusammenhänge und Kompensationen würden verschwiegen. Die Akteure setzten dabei auf ein kurzes Gedächtnis der Adressaten.



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PDF-INFOGRAFIK zum Herunterladen: Nur wenige Patienten erhalten die (laut früher Nutzenbewertung) für sie beste Medikation

„2014 war ohnehin ein atypisches Jahr bei den Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung. Es ist also ungeeignet, einfache Schlüsse aus seinem Verlauf zu ziehen. Zwar stiegen die Ausgaben um 2,9 Mrd. Euro auf 33,3 Mrd. Euro. Aber rund die Hälfte des Anstiegs gehen auf einmalige Sondereffekte zurück, nämlich auf die seit langem geplante Rückführung des Mengenrabattes, die Zunahme der Versichertenzahl - um rund 430.000 - sowie die erhöhte Apothekenvergütung. Die andere Hälfte des Zuwachses ging auf bedeutende therapeutische Innovationen zurück,“ so Birgit Fischer weiter.

Sie beklagt, dass wirkliche Probleme im Arzneimittelreport verschwiegen werden: „Leider offenbaren sich gerade in der Versorgung mit therapeutischen Innovationen immer noch gravierende Defizite. Das gesetzgeberische Ziel der letzten großen Arzneimittelreform (AMNOG) war es ja gerade, den Patienten einen unmittelbaren Zugang zu besseren Therapien zu ermöglichen. Dieses Ziel wurde aber bislang nicht erreicht. Aktuelle Analysen deuten darauf hin, dass nur wenige von den Patienten, für die der G-BA den Zusatznutzen der neuen Medikamente anerkannt hat, die entsprechenden Medikamente auch erhalten. In manchen Fällen liegt die AMNOG-gerechte Versorgungsquote mit Innovationen unter 10 Prozent! So bleibt der Zusatznutzen neuer Medikamente für viele Patienten im Versorgungsalltag ungenutzt. Der Nutzen neuer Therapieoptionen erreicht viele Patienten nicht. Diese Unterversorgung gilt es zu verhindern und nicht zu verschweigen.“