Berlin (vfa). "Forschungsförderung ist Zukunftssicherung! Denn Forschung schafft die Wissensbasis für neue Produkte, Anwendungen und Problemlösungen und ist deshalb Deutschlands wichtigste Ressource. Wer sich nicht dazu durchringen kann, Forschung mit vollem Schub zu fördern, vergibt Chancen auf neue Hightech-Arbeitsplätze und die Exportgüter von morgen! Deshalb ist es geboten, eine steuerliche Forschungsförderung für alle forschenden Unternehmen einzuführen." Das sagt Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), heute mit Blick auf die Koalitionsgespräche.

In ihren Verhandlungen loten Vertreter von CDU/CSU und SPD derzeit aus, ob sie die schon in der letzten Legislaturperiode vorgesehene Forschungsförderung über Steuerrabatte nun einführen wollen.

"Angesichts des internationalen Standort-Wettbewerbs sind die Zukunftschancen Deutschlands eng mit seiner Forschungsstärke verknüpft", so Fischer weiter. "Insbesondere Firmen, die ihre Standorte international auswählen können, brauchen gute Argumente, weshalb sie Forschungsinvestitionen gerade in Deutschland tätigen sollten."

Fast alle Wettbewerber-Nationen der EU wie auch Japan und die USA haben eine steuerliche Forschungsförderung implementiert: Firmen können hier ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) direkt steuermindernd geltend machen. Firmen, die noch vor der Vermarktung erster Produkte oder Dienstleistungen stehen, erhalten eine Steuergutschrift. Frankreich wirbt beispielsweise intensiv mit einem 50-prozentigen Steuerabzug im ersten Jahr um die Ansiedlung innovativer Firmen.

Wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) tritt der vfa dafür ein, dass Deutschland eine steuerliche Forschungsförderung in Form eines 10-prozentigen Abzugs des F&E-Aufwands von der Steuerschuld implementiert.

Abschließend stellt Fischer klar: "Auch die zwischenzeitlich erwogene Einführung der steuerlichen Forschungsförderung nur für kleine und mittlere Unternehmen wäre keine entschlossene Zukunftspolitik für Deutschland: Hiermit würde sicherlich inhaltlich wertvolle Forschung gefördert, doch ein substanzieller Effekt bliebe aus. Denn kleine und mittlere Unternehmen erbringen maximal ein Fünftel der industriellen Forschungsleistung in Deutschland, und das oft auch erst dank Kooperation mit großen Firmen."

Ein Landkarte der steuerlichen Forschungsförderung findet sich unter: https://www.vfa.de/download/karte-steuerliche-forschungsfoerderung-europa-usa.japan.pdf

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter. Mehr als 18.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/vfapharma