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VFA fürchtet Rückfall im Standortwettbewerb

Berlin (VFA). "Die kurzfristige Flickschusterei im Arzneimittelsektor bremst Investitionen in Deutschland aus. Das wird den Pharmastandort Deutschland nachhaltig schädigen", warnte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), heute in Berlin vor den Folgen des Sparpaktes im Gesundheitswesen, das radikale Einschnitte für die pharmazeutische Industrie enthält. Es wird morgen im Gesundheitsausschuss beraten und soll in dieser Woche endgültig vom Bundestag verabschiedet werden.

"Mit dem Sparpaket werden die forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland bestraft. Sie haben auf verlässliche Rahmenbedingungen gesetzt und am Standort Deutschland erheblich investiert. Bis heute stehen sie für ein überdurchschnittliches Wachstum bei den Investitionen und Forschungsaufwendungen", betonte Yzer:

  • So sind die Investitionen der VFA-Mitgliedsunternehmen von 1995 bis 2001 von 820 Millionen Euro auf 1,28 Milliarden Euro gestiegen - ein Plus von 56,10 Prozent.
    • Die Investitionen der forschenden Arzneimittelhersteller im Bereich Forschung und Entwicklung wuchsen in diesem Zeitraum sogar von 130,9 Millionen Euro auf 230 Millionen Euro - das ist eine Steigerung um 75,71 Prozent.
      • Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen in diesen Jahren bei den VFA-Mitgliedsfirmen um 48,33 Prozent von 2,24 Milliarden Euro auf 3,4 Milliarden Euro.
        • Neben ihren eigenen Forschungsanstrengungen unterstützen die VFA-Mitgliedsfirmen klinische Forschungsvorhaben an Universitätskliniken und anderen Einrichtungen mit rund 770 Millionen Euro pro Jahr.
        "Dieses Engagement am Standort Deutschland - gerade auch von ausländischen Investoren - ist jetzt in Gefahr", kritisierte die VFA-Hauptgeschäftsführerin den geplanten Zwangsrabatt und Preisstopp für Arzneimittel sowie die vorgesehenen Festbeträge auf Arzneimittelinnovationen.

        Nach einer Umfrage unter den VFA-Mitgliedsunternehmen in der vergangenen Woche sieht sich die Mehrzahl der forschenden Arzneimittelhersteller gezwungen, mit einem Abbau von Arbeitsplätzen beziehungsweise einem Stopp bei geplanten Neusteinstellungen auf das Sparpaket zu reagieren. Die meisten Unternehmen kündigten an, Investitionen einzufrieren und Forschungsaufwendungen zurück zu fahren, falls die Gesetzentwürfe beschlossen werden.

        Yzer: "Deutschland war früher die Apotheke der Welt mit großem volkswirtschaftlichen Nutzen für unser Land. Doch der Innovationsmotor für unsere Branche wurde durchGesetze systematisch gedrosselt." So sei in den 80-er Jahren die Biotechnologie massiv behindert worden: "An dieser Aufholjagd arbeiten wir heute noch." In den 90-er Jahren seien "durch Preisreglementierungen 6.500 Arbeitsplätze vernichtet worden, die erst nach Einführung der Patentschutzklausel wieder aufgebaut werden konnten", sagte Yzer. "Mit der jetzt vorgesehenen Kombination von Preisregulierung und Abschaffung der Patentschutzklausel setzt die Bundesregierung im neuen Jahrzehnt zum Doppelschlag an."

        "Anstatt innovative Technologien konsequent zu fördern und damit zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen, demonstriert die rot-grüne Koalition Unberechenbarkeit. Das ist keine Basis für Investitionen mit hohem Risiko", unterstrich die VFA-Hauptgeschäftsführerin und verwies auf den Wortbruch der Bundesregierung, die im November 2001 verbindlich zugesagt hatte, bis Ende 2003 auf gesetzliche Preisregulierungen für festbetragsfreie verschreibungspflichtige Arzneimittel zu verzichten.


        Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:
        Marc Rath
        Tel.: 030/20604-203
        Fax: 030/20604-209
Unsere Mitglieder und ihre Standorte

Unsere Mitglieder und ihre Standorte

Die Mitglieder des vfa repräsentieren mehr als zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 79.000 Mitarbeiter.
Mehr als 17.000 ihrer Mitarbeiter sind in Deutschland für die Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln tätig. Allein in Deutschland investieren die forschenden Pharma-Unternehmen jährlich rund 6,2 Mrd. Euro in die Arzneimittelforschung für neue und bessere Medikamente.