• Jedes fünfte neue Arzneimittel schon heute nicht mehr verfügbar
  • Geplante Verordnungsausschlüsse verschärfen Versorgungsprobleme
  • Behandlung von Brust- oder Hautkrebs, Diabetes, Epilepsie, Multipler Sklerose oder psychischen Störungen könnte darunter leiden


Berlin (vfa). Am Mittwoch findet vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages die Anhörung zum Arzneimittelversorgungsgesetz (AM-VSG) statt.

Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, sagt zum AM-VSG:

"Schon durch Umsetzungsprobleme bei der letzten gesetzlichen Neuregelung des Arzneimittelsektors durch das sogenannte AMNOG hat sich die Versorgungslage für Patienten verschlechtert: Mittlerweile ist jedes fünfte neue Arzneimittel in Deutschland nicht mehr verfügbar. So verlieren Patienten und Ärzte wichtige Therapieoptionen. Auch solche, die in der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen nach den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften Mittel der Wahl sind. Statt diese Versorgungslücken zu schließen, denkt der Gesetzgeber beim AM-VSG über neue Möglichkeiten von Verordnungsausschlüssen nach."

Die vorgesehenen Verordnungsausschlüsse für Medikamente, die genauso gut wirken wie andere, nehmen Patienten und Ärzten wichtige Behandlungsalternativen. Bei Brust- oder Hautkrebs, Diabetes, Epilepsie, Multipler Sklerose oder psychischen Störungen sind sie dringend auf ein breites Spektrum von Behandlungsmöglichkeiten angewiesen. Wird ein Arzneimittel nicht vertragen oder wirkt es nicht, ist es gut, wenn Alternativen zur Verfügung stehen. Das muss auch in Zukunft so bleiben.

Fischers Fazit: "Die gute Finanzlage der Krankenkassen lässt es zu, über eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungsqualität nachzudenken. Dass der Gesetzgeber das Gegenteil tut und die Möglichkeiten einer guten Therapie weiter einschränken will, ist nicht nachvollziehbar. Patienten sind unterschiedlich und brauchen Therapiealternativen"

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