Berlin (vfa). Das Koch-Metschnikow-Forum, eine Nichtregierungsorganisation zur Förderung der Zusammenarbeit mit osteuropäischen Partnern in Gesundheit (KMF), hat in Verbindung mit dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) einen Fortbildungskurs für Ärzte und Manager von Tuberkulosekontrollprogrammen in stark von Tuberkulose betroffenen Ländern entwickelt. Er soll in die richtige Handhabung von zwei neuen, seit diesem Jahr verfügbaren Tuberkulose-Medikamenten einführen, die auch gegen multiresistente TB-Bakterien wirksam sind. Der erste Kurs mit Teilnehmern aus Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien und Südafrika wird vom 15. bis 17. Dezember 2014 in Berlin stattfinden, unterstützt von der Firma Janssen Pharmaceutica NV.

Tuberkulose (TB) gehört zusammen mit Malaria und HIV/AIDS zu den drei großen Killern der Menschheit, mit jährlich 1,2 Millionen Toten. Tuberkulose gehört zu den armutsassoziierten Erkrankungen, sodass nur wenig Geld in Forschung und Entwicklung zu neuen Diagnostika, Medikamenten und Impfstoffen gesteckt wird. Dabei machen zwei Entwicklungen vermehrte Forschungsanstrengungen dringend erforderlich: Tuberkulose und HIV/AIDS treten zunehmend zusammen auf und begünstigen einander; besonders die Länder Afrikas südlich der Sahara sind betroffen, aber auch in Russland und der Ukraine machen sich HIV-TB-Koinfektionen breit. Die Länder Osteuropas, Zentralasiens und des Südkaukasus leiden zudem besonders unter multiresistenten Stämmen des Erregers.

2014 kamen nun zwei neue Tuberkulosemedikamente auf den Markt: Bedaquilin von Janssen und Delamanid von Otsuka Pharma. Beide Medikamente greifen über neue Wirkmechanismen an. Um zu verhindern, dass der Erreger auch gegen die beiden Mittel Resistenzen entwickelt, dürfen diese nur wohlüberlegt und in sinnvollen Kombinationen mit anderen Medikamenten eingesetzt werden.

Das dafür neu geschaffene Tuberkulosetrainingszentrum am KMF wird in den kommenden Jahren weitere Kurse durchführen. Führende Tuberkuloseexperten in Diagnostik und Therapie beteiligen sich an den jeweiligen Lehrveranstaltungen: das Behring-Krankenhaus und das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK, Prof. Torsten Bauer), das Koch-Metschnikow-Forum e.V. (Dr. Marlies Höck) und die Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften.


Das KMF


Das Koch-Metschnikow-Forum e.V. (KMF) ist eine nicht kommerziell arbeitende Organisation mit Netzwerkcharakter zum Zwecke der Förderung der Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Russischen Föderation und anderen osteuropäischen Staaten. Insbesondere verfolgt das KMF das Ziel, die Harmonisierung der Gesundheitssysteme zu erreichen und einen Beitrag zur Standardisierung und Verbesserung der medizinischen Ausbildung, Behandlung und Betreuung zu leisten. Das KMF ging aus einer Arbeitsgruppe innerhalb des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, der Berliner Medizinischen Gesellschaft und der Charité hervor.


Der vfa

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 45 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 77.000 Mitarbeiter. 17.500 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.



Kontakt

KMF

Prof. Dr. Timo Ulrichs

Vize-Vorsitzender des

Koch-Metschnikow-Forums e.V.

timo.ulrichs@akkon-hochschule.de
www.koch-metschnikow-forum.de



vfa
Dr. Rolf Hömke
Senior Referent Wissenschaftspresse
Tel: +49 30 206 04 - 204
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