Drucken
öffnen / schließen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier: https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html

Fehlverhalten Einzelner soll nicht die Branche in Misskredit bringen

Berlin (VFA). Seit mehr als zwei Jahren haben die Mitglieder des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) gute Erfahrungen mit einer selbst initiierten Maßnahme zur Korruptionsbekämpfung gemacht: der Freiwilligen Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie e.V. Diese wacht über die Einhaltung eines Kodex, der die Zusammenarbeit von Unternehmen mit niedergelassenen und Klinikärzten sowie weiteren im Gesundheitswesen Tätigen regelt. "Das ist wichtig und sinnvoll, damit nicht das Fehlverhalten einzelner Unternehmen die ganze Branche in Misskredit bringt", erläuterte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des VFA die Motivation ihrer Mitglieder. Damit leiste der Verband einen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung im Gesundheitswesen, wie das heute anlässlich der Veröffentlichung des "Jahrbuchs Korruption" von Transparency International Deutschland gefordert wurde. Der VFA hoffe, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen.

Für Transparenz bei klinischen Studien mit Patienten - ein weiteres Anliegen von Transparency International - sorgt die forschende Pharmaindustrie schon seit dem vergangenen Jahr. "Unsere Unternehmen haben dafür gesorgt, dass alle ihre klinischen Studienprogramme mit Patienten nicht nur von den Behörden, sondern von jedermann überblickt werden können", erläuterte Yzer. Kenndaten zu allen Studien - und später auch ihre Ergebnisse - würden in Datenbanken ins Internet gestellt. Damit die Studien leicht gefunden werden können, hat der internationale Pharmaverband eine Suchmaschine eingerichtet, die alle Studiendatenbanken zugleich abfragt. Sie kann aufgerufen werden unter: http://www.ifpma.org/clinicaltrials

Was den grauen Arzneimittelmarkt betrifft, bestehe weitgehende Übereinstimmung mit der Analyse und den Forderungen von Transparency International. Illegalen Praktiken wie der Wiedereinführung von Arzneimittellieferungen, die für Entwicklungsländer bestimmt waren, in Industrieländer müssten unterbunden werden. Lücken in der Arzneimittel-Vertriebskette vom Hersteller bis zum Patienten, die von Fälschern zum Einschleusen ihrer Waren genutzt werden könnten, müssten dringend geschlossen werden. Insbesondere sollte der pharmazeutische Großhandel verpflichtet werden, Medikamente nur von pharmazeutischen Unternehmen zu beziehen.

Nicht nachvollziehbar ist für den VFA die These von Transparency International Deutschland, dass die Strukturprobleme des Gesundheitswesens in einem Überangebot an Waren und Dienstleistungen bestehen. Yzer: "Solange auf vielen Gebieten medizinische Unterversorgung besteht, kann davon nicht die Rede sein."



Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 39 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 86.000 Mitarbeiter, darunter mehr als 14.500 in Forschung und Entwicklung.



Die Pressekonferenzen des VFA - ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter:https://www.vfa.de/onlinepk