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Projekte für Coronaimpfstoffe in Deutschland

Berlin (vfa). Pharmaunternehmen und Forschungsinstitute weltweit arbeiten an mehr als 150 verschiedenen Impfstoffen gegen Covid-19, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Infektionskrankheit. Acht davon werden in Deutschland entwickelt, wobei einer schon mit Freiwilligen erprobt wird, ein zweiter in Kürze folgt (Genehmigung für Deutschland ist erteilt) und ein dritter voraussichtlich ab September erprobt werden kann. Zudem produzieren einige deutsche Unternehmen Komponenten für im Ausland in Entwicklung befindliche Impfstoffe. Auch mehrere deutsche Universitäten wirken an ausländischen Impfstoffprojekten mit.

Die häufigsten Impfstofftypen

Keiner der vielen Impfstoffe gleicht dem anderen, doch gehören die meisten von ihnen zu einem von drei Impfstofftypen:

  • Vektorvirenimpfstoffe: Sie enthalten harmlose Viren, die als SARS-CoV-2 "verkleidet" sind. Sie sollen eine Immunantwort auch gegen das echte Coronavirus wecken. - In Deutschland in Entwicklung: 4 Vektorvirenimpfstoffe.
  • Totimpfstoffe: Sie enthalten meist nur ausgewählte Virusproteine, die gentechnisch hergestellt werden. Auch sie sollen eine Immunantwort hervorrufen, die SARS-CoV-2 abwehrt. - In Deutschland in Entwicklung: 1 Totimpfstoff.
  • Genbasierte Impfstoffe: Sie enthalten ausgewählte Gene von SARS-CoV-2 in Form der Erbsubstanzen mRNA oder DNA. Nach der Impfung stellen Zellen des Geimpften damit Virusproteine her, die dann wie die Proteine eines Totimpfstoffs wirken. - In Deutschland in Entwicklung: 3 genbasierte Impfstoffe mit mRNA.

Die aktiven Unternehmen und Forschungsinstitute in Deutschland

Eigene Impfstoffe entwickeln in Deutschland:

  • BioNTech und Pfizer (Mainz/Idar Oberstein): genbasierter Impfstoff mit mRNA
  • CureVac (Tübingen): genbasierter Impfstoff mit mRNA
  • Leukocare (Planegg) mit ReiThera (Italien) und Univercell (Belgien): Vektorviren-Impfstoff
  • Prime Vector Technologies (PVT) (Tübingen): Vektorviren-Impfstoff
  • ARTES Biotechnology (Langenfeld, Rheinland): Totimpfstoff (mit Viruslike Particles)
  • baseclick (Neuried bei München): genbasierter Impfstoff mit mRNA
  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (Braunschweig) / Univ. München / Univ. Marburg / Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf / IDT Biologika (Dessau): Vektorviren-Impfstoff
  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (Braunschweig) / CanVirex (Braunschweig / Basel, Schweiz): Vektorviren-Impfstoff

Zu Projekten in anderen Ländern tragen bei:

  • Vibalogics (Cuxhaven): Produktion für den Vektorviren-Impfstoff von Janssen (Tochter von Johnson & Johnson) (USA)
  • CEVEC Pharmaceuticals (Köln): Produktion für einen nicht genannten Impfstoffhersteller
  • Richter-Helm BioLogics (Hamburg): Produktion für den DNA-Impfstoff von Inovio (USA)
  • Merck (Darmstadt): unterstützt Produktionsanlagen von Halix (Niederlande) für den Vektorviren-Impfstoff von Oxford University / AstraZeneca
  • Bayer (Leverkusen): hat Unterstützung der Impfstoffproduktion anderer Unternehmen angeboten
  • Universität Gießen: wirkt im OpenCorona-Konsortium (Führung: Karolinska-Institut, Schweden) an der Entwicklung eines genbasierten Impfstoffs mit
  • Tropeninstitut der Universität Tübingen: wird im dänisch-niederländisch-deutschen PREVENT-nCoV-Konsortium an der Erprobung eines Totimpfstoffs mitwirken

Grafiken und weitere Informationen

Illustration der sieben Etappen zur Entwicklung eines neuen Impfstoffs

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Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiter. Mehr als 18.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/vfapharma