"Rürups Richtung stimmt - seine heute vorgestellten Modelle greifen allerdings zu kurz", kommentierte Cornelia
Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). "Prämienbasierte Gesundheitssysteme brauchen eine soziale Abfederung. Konkrete Vorschläge zur Realisierung eines Solidarausgleichs über das Steuersystem, wie sie heute von Professor Bert Rürup vorgestellt wurden, gehen deshalb in die richtige Richtung. Allerdings handelt es sich bislang um reine Finanzierungskonzepte, die das Zwangssystem GKV unangetastet lassen. Eine wettbewerbliche Strukturierung des Gesundheitssystems, bei der der Bürger seinen Versicherer frei wählen kann, wird nach wie vor nicht angestrebt; Qualitäts- und Effizienzsteigerung stehen daher weiterhin nicht im Zentrum der Reformdebatte."

"Das Festhalten an den Monopolstrukturen führt vielmehr dazu, dass der Finanzierungsbedarf für die Prämienzuschüsse für Erwachsene, der von Professor Rürup mit 22,5 Mrd. Euro beziffert wird, ausschließlich über Steuer- und Abgabenerhöhungen gedeckt werden soll", erläuterte Yzer. Gegenfinanzierungen, wie sie bei einem Aufbrechen der Monopolstrukturen möglich wären und den Steuerzahler entlasteten, blieben damit automatisch außen vor.

"Ziel einer Gesundheitsstrukturreform muss dagegen weiter eine wettbewerbliche Neuorientierung sein, die sowohl das Finanzierungssystem als auch die Leistungsseite und das Vertragssystem umfasst, damit die Bürger den Nutzen eines Gesundheitssystems auf neuer Grundlage praktisch zu spüren bekommen: Qualitativ bessere Leistungen, mehr Selbstbestimmung, erhöhte Effizienz und zugleich eine verlässliche soziale Absicherung." Yzer verwies in diesem Zusammenhang auf das schon 2002 vorgestellte Reformkonzept des VFA (https://www.vfa.de/reformkonzept).

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 42 weltweit führenden Herstellern und ihren fast 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des VFA repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 85.000 Mitarbeiter, darunter 14.500 in Forschung und Entwicklung.