Mangelnde Effizienz, Rationierung oder fehlende Transparenz sind Beispiele für Missstände im Gesundheitswesen, gegen die sich Patienten immer stärker zur Wehr setzen. Die politischen Einflussmöglichkeiten der Patienten - und selbst der Patienten-Selbsthilfegruppen - sind allerdings nach wie vor gering. Zu Recht beklagen Patienten-Vertreter, dass sie an gesundheitspolitischen Entscheidungen noch immer nicht oder nicht angemessen beteiligt werden.

In vielen Fragen der Forschungs- und Gesundheitspolitik gibt es gemeinsame Interessen der Patienten und der forschenden Arzneimittelhersteller. Deswegen arbeiten wir seit der Gründung unseres Verbandes im Jahre 1994 eng mit Bundesverbänden von Patienten-Selbsthilfegruppen zusammen. Offen, konstruktiv, kritisch und transparent erörtern wir gemeinsam die Situation der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Dort, wo es gemeinsame Interessen gibt, bietet der Verband Forschender Arzneimittelhersteller die Plattform für die notwendigen Diskussionen mit den Entscheidern im Gesundheitswesen. Dort, wo es unterschiedliche Positionen von Patienten und Industrie gibt, werden sie benannt und akzeptiert - und wo Annäherungen möglich erscheinen, werden sie angestrebt.

Seit Jahren finden gemeinsame Informations- und Diskussionsveranstaltungen - z. B. zum Thema "Rationierung von Arzneimitteln in Folge der Budgetierung" - und Workshops - etwa zu den Themen "Biotechnologie" oder "Kosten-Nutzen-Bewertung" - statt.

Grundsätze der Zusammenarbeit

Unmittelbar nach Beginn der Zusammenarbeit mit Patienten-Selbsthilfegruppen im Jahr 1994 wurden gemeinsame Grundsätze festgelegt, die beiden Seiten eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglichen:

  • Der vfa bietet eine Plattform für die Diskussion gemeinsamer Anliegen, insbesondere im Bereich der Arzneimittelversorgung.
  • Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die gegenseitige Information, Diskussion und - wo möglich - die Verfolgung von gemeinsamen Interessen. Einzelinteressen werden nicht befriedigt, Interessenunterschiede werden akzeptiert.
  • Die Zusammenarbeit richtet sich ausschließlich auf die Bereiche Gesundheitspolitik, Forschung, Kommunikation und Weiterbildung. Ziel des VFA ist es, diese Aktivitäten auf Bundesebene für alle Patienten-Selbsthilfegruppen zu öffnen.
  • Der vfa dient als Mittler von Kontakten zu seinen Mitgliedsunternehmen, wenn dies von den Patienten-Selbsthilfegruppen gewünscht wird oder eine Kontaktaufnahme bei spezifischen Problemen nahe liegt.
  • Es gibt keine finanzielle Unterstützung oder ein Sponsoring von Projekten der Patienten-Selbsthilfegruppen durch den vfa. Um Vertretern von Patientenorganisationen die Teilnahme an vfa-Patientenveranstaltungen zu ermöglichen, übernimmt der vfa auf Antrag die Reisekosten. Der vfa orientiert sich hierbei an den Leitlinien des FSA-Kodex. Eine Kostenübernahme erfolgt nur in den Fällen, in denen die Patientenorganisation nicht in der Lage ist, die Reisekosten für ihren Vertreter selbst zu übernehmen. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • Der vfa macht sich für die Einhaltung ethischer Verhaltensweisen und Transparenz bei der Zusammenarbeit mit allen Partnern im Gesundheitswesen stark. Der neue FSA-Kodex zur Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen (FSA-Kodex Patientenorganisationen) trägt diesen ethischen Standards Rechnung. Er gibt klare Regelungen für die partnerschaftliche Kooperation vor und schafft die notwendige Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.