Die europäische Arzneimittelagentur EMA bietet auf der Website „European database of suspected adverse drug reaction reports“ statistische Auswertungen über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen für eine wachsende Zahl von Medikamenten. Die Nebenwirkungsinformationen werden monatlich aktualisiert.

Die Website der EMA gibt Auskunft über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen. (© vfa)

Die statistischen Auswertungen, die sogenannten Web-Reports, liefern beispielsweise zu einem Medikament die Zahl der Einzelfälle, differenziert unter anderem nach ...
  • Art der Nebenwirkung (z.B. Hautausschlag [skin rash]) und Nebenwirkungsklasse (dermatological),
  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Region des Auftretens (im europäischen Wirtschaftsraum oder außerhalb?).

Viele der Differenzierungen können sogar kombiniert werden.

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Beispiel für einen Web-Report über mögliche Nebenwirkungen von der Website der EMA (© vfa)
Die EMA weist auf der Website ausdrücklich darauf hin, dass Nebenwirkungen immer im Kontext des Nutzens eines Medikaments gesehen werden müssen und dass nur solche Medikamente zugelassen sind, bei denen der Nutzen die Risiken überwiegt. Auch muss man sich klar sein, dass in die gezeigten Fallzahlen auch solche Fälle eingehen, bei denen sich später herausstellt, dass das Medikament nicht zu dem beobachteten Effekt geführt hat.

Die Website der EMA geht auf ein europäisches Gesetz von 2004 zurück, dessen Umsetzung sich jedoch in die Länge zog, so dass sie erst 2012 freigeschaltet werden konnte.

In Deutschland veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) seit Mai 2007 in Deutschland gemeldete Verdachtsfälle (siehe UAW-Datenbank des PEI). Anders als die EMA listet das PEI anonymisierte Einzelfälle auf.