Die Partizipation der Bürger und die Möglichkeit zur Verbesserung des jeweiligen Systems beizutragen gewinnt immer mehr an Bedeutung. In Deutschland ist die Beteiligung von Patienten in den Gremien des Gesundheitssystems seit 2004 in der Patientenbeteiligungsverordnung in § 140f SGB V geregelt. Nach den Erfahrungen der ersten Jahre erscheint jetzt eine Überprüfung der bisherigen Regelungen auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern angezeigt.

Am 21. September 2011 haben vfa und PhRMA in einer ersten Runde von Experten die Ergebnisse der Studie zur „Patienten- und Bürgerbeteiligung in Gesundheitssystemen“ vorgestellt. Die Studie, die beide Verbände gemeinsam beauftragten, wurde von der Düsseldorfer PROGNOS AG durchgeführt.

Die Studie vergleicht die Organisation von Patienten- und Bürgerbeteiligung in sechs europäischen Ländern, Australien und auf der EU-Ebene. Die verschiedene Bereiche und Institutionen in den nationalen Gesundheitssystemen wurden im Hinblick auf gesetzliche Verankerung und Verbindlichkeit, Rahmenbedingungen, Legitimation und Transparenz der Patienten- und Bürgerbeteiligung untersucht.

Während die Beteiligung von Patienten und Bürgern im Gesundheitssystem in all diesen Ländern unstrittig ist und praktiziert wird, ist die Umsetzung sehr unterschiedlich. Es zeigt sich, dass kein Land alle idealen Ansätze in sich vereint. Im Vergleich zu anderen Ländern sieht die Studie in Deutschland aber noch einigen Verbesserungsbedarf in der Patientenbeteiligung. Gerade in den Bereichen „Transparenz“ und „Legitimation“ sollte Deutschland versuchen, den Best-Practice-Standard zu erreichen.

Vertreter von Patienten- und Verbraucherorganisationen sowie Krankenkassen werden aufgefordert, die verschiedenen Vorschläge zur Verbesserung des bestehenden Systems auf ihre mögliche Umsetzbarkeit hin zu überprüfen und sich für die notwendigen Veränderungen einzusetzen.

Alle Beteiligten sind sich einige: „Es ist unstrittig, dass eine starke Beteiligung von Patientenvertretern im Gesundheitssystem notwendig ist. Wir sind der Meinung, dass diese Partizipation erheblich zur Qualität, Transparenz und Akzeptanz der Entscheidungen im Gesundheitssystem beiträgt. Die Studie und ihre Ergebnisse sollen zum konstruktiven Dialog beitragen.“

Die gesamte Studie ist hier abrufbar.