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Onkologie im Umbruch – Neue Chancen für Krebspatienten

Bei 206 Projekten geht es um Krebstherapien. Dieser Schwerpunkt passt gut zur „Nationalen Dekade gegen Krebs“, die die Bundesministerien für Forschung und für Gesundheit Anfang 2019 ausgerufen haben. Forschende Pharma-Unternehmen leisten damit ihren Beitrag dazu, dass Krebspatienten länger bei guter Lebensqualität mit ihrer Krankheit leben und immer öfter sogar geheilt werden können.

Warum forschende Pharma-Unternehmen an so vielen onkologischen Projekten zugleich arbeiten:

  • Seit den 1990er Jahren liefert die Grundlagenforschung eine Fülle an neuen Erkenntnissen über Krebserkrankungen. Das bringt Unternehmen auf viele Ideen für neue Medikamente.
  • Krebs ist nicht gleich Krebs. Allein die Projekte in dieser Erhebung adressieren 44 verschiedene Krebsarten. Bei vielen wird sogar noch genauer nach bestimmten Genmutationen unterschieden.
  • Ein Medikament ist nicht automatisch für alle Stadien einer Krebsart und als Erst- und Zweitlinientherapie gleichermaßen geeignet. Man muss es jeweils neu erproben.
  • Häufig ist eine Kombinationstherapie wirksamer als ein Einzelmedikament Jede Kombination muss aber eigens erprobt werden

Das führt beispielsweise dazu, dass Medikamente in bis zu 22 Projekten der Erhebung gleichzeitig erprobt werden: gegen bis zu 12 verschiedene Krebsarten und in bis zu fünf verschiedenen Projekten zur gleichen Krebsart.

Von den erfassten Projekten richten sich die meisten (35) gegen den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC), gefolgt von Brustkrebs (22), Prostatakrebs (15), dem Knochenmarkkrebs Multiples Melanom (12) und akuter myeloischer Leukämie
(12), einer Form von Blutkrebs.

Drei stilisierte Darstellungen erlären die Mechanismen von Chemotherapie, zielgerichteten Therapien sowie immunonkologischen Therapien.

(Diese Infografik können Sie sich auch als PDF-Dokument herunterladen.)

Für die Patienten ist es eine gute Nachricht, wenn zu ihrer Krebsart viele Ansätze parallel verfolgt werden. Denn damit steigen die Chancen, dass dieser Krebs auch dann langfristig in Schach gehalten werden kann, wenn das erste Medikament nicht mehr wirkt. Zudem werden neue Medikamenten-Kombinationen möglich, die vielleicht noch wirksamer sind. Schließlich steigt die Chance, ältere „Schrotschuss“-Therapien durch solche zu ersetzen, die genau auf den Einzelfall passen und damit wirksamer und nebenwirkungsärmer sind.

Mittelfristig ist es das Ziel, Patienten mit frühzeitig erkanntem Krebs zu heilen und im fortgeschrittenen Stadium die Tumore dauerhaft unter Kontrolle zu halten, so dass die Patienten damit lange leben können. Mit den Projekten dieser Erhebung dürfte man diesem Ziel für weitere Krebsarten ein gutes Stück näherkommen.