Der Fortschritt in der Medizin erfordert gute Wissenschaft als Fundament. Deshalb tritt der vfa für Wissenschaftlichkeit in der Pharmaforschung und generell im Forschungsbetrieb ein.

Zur Wissenschaftlichkeit gehört, dass Wissenschaftler in der Industrie und in akademischen Einrichtungen ihre Ergebnisse durch andere Wissenschaftler kritisch begutachten lassen und dass Ergebnis-Publikationen durch interne und externe Review-Verfahren dahingehend überprüft werden, ob sie wissenschaftlichen Standards entsprechen. Sogenannte Raubzeitschriften – also vorgebliche Fachzeitschriften und Online-Fachzeitschriften zur Ergebnis-Publikation ohne jede Kontrolle – unterlaufen dieses Prinzip. Sie erschweren und diskreditieren zudem die Forschung durch Streuung von Fehlinformationen. Gleiches gilt für „Predatory Conferences“. Der vfa distanziert sich von solchen „Zeitschriften“ und „Konferenzen“.

Es ist gut, dass durch die Recherchen von ARD, Süddeutscher Zeitung und SZ Magazin das Problem der Raubzeitschriften und Predatory Conferences in seiner Tragweite sichtbar und weithin diskutiert wird. Es wird dadurch deutlich, dass noch mehr getan werden muss, damit diese zurückgedrängt werden.

Ein Ergebnis der Recherche ist aber auch, dass viele Wissenschaftler auf Raubzeitschriften hereingefallen sind und gar nicht die Intention hatten, Standards der Wissenschaftlichkeit zu unterlaufen. Deshalb ist es geboten, bei den Autoren von Artikeln in einer Raubzeitschrift nicht automatisch von Vorsatz auszugehen. Gleiches gilt für die Einrichtungen, in denen diese Wissenschaftler beschäftigt sind, seien es Unternehmen oder Forschungsinstitute.

Arzneimittel werden von den Zulassungsbehörden nicht auf der Basis von Fachaufsätzen zugelassen, sondern auf der Basis umfassender Resultat-Dokumentationen (Clinical Study Reports oder Rohdaten). Deshalb besteht nicht die Gefahr, dass Predatory Journals Einfluss auf Arzneimittelzulassungen genommen haben.