Forschende Pharma-Unternehmen konnten 2017 die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit unterschiedlichsten Krankheiten weiter verbessern. Insbesondere haben sie die Therapieoptionen durch das Arzneimittelsortiment mit 31 Medikamenten mit neuem Wirkstoff erweitert (ohne Biosimilars). Zudem haben neue Darreichungsformen die Behandlungsmöglichkeiten erweitert, beispielsweise für kleine Kinder. Für einige Patienten hat die Pharmaforschung sogar erstmals eine Behandlungsmöglichkeit geschaffen.

Die Anwendungsgebiete der Medikamente mit neuem Wirkstoff

Rund ein Drittel der Medikamente mit neuem Wirkstoff (11) ist gegen verschiedene Krebserkrankungen gerichtet. Einige dieser Mittel sind immunonkologische Medikamente, die das Immunsystem der Patienten zur Tumorbekämpfung aktivieren. Andere Mittel wirken, indem sie auf die eine oder andere Weise in die Steuerung der Krebszellen eingreifen. Für Patienten und Ärzte ist es wichtig, dass in der Krebstherapie unterschiedliche Therapieprinzipien verfügbar sind – sei es in Kombination oder als Möglichkeit zur Anschlussbehandlung, wenn der Tumor gegen die erste Therapie resistent geworden ist. Es ist deshalb von großem Wert, dass 2017 wie schon in den Jahren zuvor – viele Medikamente gegen unterschiedliche Krebsarten und -stadien die Versorgung erreicht haben. Schließlich erkrankt fast die Hälfte der Menschen in Deutschland im Laufe des Lebens an der einen oder anderen Form von Krebs.“

Zehn weitere Medikamente mit neuem Wirkstoff dienen der Behandlung von Entzündungskrankheiten – d.h. Krankheiten, denen eine Fehlsteuerung des Immunsystems zugrunde liegt. Rheumatoide Arthritis und Asthma zählen dazu, aber auch Schuppenflechte und atopische Dermatitis (auch Neurodermitis genannt).

Mit zwei neuen Medikamenten können Ärzte nun eine Hepatitis C bei den meisten Patienten binnen acht statt bisher zwölf Wochen ausheilen; und dies gelingt unabhängig vom Typ der Hepatitis-C-Viren, die die Leber befallen haben.

Ein neues Antibiotikum ist gegen bestimmte multiresistente Bakterien wirksam. Zwei weitere Antibiotika durchlaufen gerade das Zulassungsverfahren. Das zeigt, dass forschende Pharma-Unternehmen auf diesem Gebiet aktiv sind und den Wettlauf gegen die Resistenzbildung aufgenommen haben. Doch weitere gemeinsame Anstrengungen von Politik, akademischer und industrieller Forschung sind nötig, damit die Medizin der Resistenzbildung bei Bakterien immer einen Schritt voraus bleibt.