Drucken
öffnen / schließen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier: https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html

Länger im Beruf trotz Krebs?

Wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch einige Stunden am Tag arbeiten können, erhalten sie vom Staat Erwerbsminderungsrente. Für die Betroffenen ist eine Erwerbsminderungsrente aber oft nur die drittbeste Lösung. Die beste Lösung ist die Heilung. Die zweitbeste ist aber auch während einer Therapie möglichst lange das gewohnte Leben führen zu können. Deshalb kann man durchaus sagen: Je länger bei einer Erkrankung der Eintritt der Erwerbsunfähigkeit nach hinten geschoben werden kann, desto besser!

Eine seitlich aufgenommene Krebspatientin setzt eine Perücke auf, die ihr Gesicht verdeckt und die hintere Hälfte ihrer Glatze noch freilässt.

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Fast jeder Zweite erhält im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose. Der Eintritt in die Erwerbsminderungsrente aufgrund von Krebs ist damit persönlich wie gesellschaftlich relevant.

Neue Analysen zeigen, dass Menschen später in eine Erwerbsminderungsrente eintreten, und wie verhält sich dies bei Krebs?


Das durchschnittliche Eintrittsalter in eine Erwerbsminderungsrente ist in den vergangenen 15 Jahren gestiegen. Menschen mit Krebserkrankungen nehmen dagegen deutlich später die Erwerbsminderungsrente in Anspruch und damit länger am Erwerbsleben teil.

Im Jahr 2015 waren ca. 1,8 Millionen Menschen dauerhaft erwerbsunfähig. Ihr Durchschnittsalter bei Eintritt in die Erwerbsminderungsrente war 51 Jahre. Bei Krebserkrankungen lag das Eintrittsalter bei ca. 53 Jahren, also mehr als über 2 Jahre später. Im Durchschnitt nehmen Personen mit Krebserkrankungen im Jahr 2015 2,2 Jahre länger am Erwerbsleben teil als noch im Jahr 2001. Dieser Hinzugewinn ist fast viermal größer als bei Personen mit übrigen Erkrankungen. Das ist auch möglich durch den Beitrag moderner Krebsmedikamente.

Die vier Indikationen mit den meisten Zulassungen in den Jahren 2001 bis 2015 haben einen prozentualen Anteil von 67% an allen krebsbezogenen Zulassungen.

  • Krebserkrankungen des lymphatischen Systems: 29%
  • Lungenkrebs: 16%
  • Magen-Darm-Krebserkrankungen: 15%
  • Brustkrebs: 7%

In diesen innovationsstarken Krebsindikationen ist eine relevante Verschiebung des Eintrittsalters zu beobachten. Bei den Krebserkrankungen des lymphatischen Systems stieg das durchschnittliche Eintrittsalter in den vergangenen 15 Jahren beispielsweise um 3,8 Jahre.