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So kommen Covid-19-Medikamente zu den Patient:innen

Eine Reihe von Schritten sind gemäß den Vorgaben des deutschen Bundesgesundheitsministeriums (BMG) nötig, bis eine Covid-19-positive Patientin oder ein Patient eine antivirale Behandlung erhält. Das wird hier an einem Beispiel dargestellt (jede der genannten Personen könnte auch ein anderes Geschlecht haben). Welche weiteren Varianten es zum geschilderten Ablauf gibt, ist im Anschluss erläutert.

Eine ältere Patientin konsultiert ihre Ärztin via Tablet.

1. Diagnose

Eine ältere Frau lässt nach einem positiven Corona-Selbsttest in einer Teststation einen Corona-Schnelltest durchführen. Auch er fällt positiv aus.

2. Verordnung

  • Es liegt eine Schnelltest- oder PCR-Test-bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 vor.
  • Die Patientin ist mindestens 12 Jahre alt.
  • Die Patientin gehört zu einer Risikogruppe, in der die Krankheit häufiger als bei anderen zu einer Krankenhauseinweisung führt, beispielsweise wegen Diabetes, Immunsuppression oder auch einfach aufgrund eines Alters ab 50 Jahre (laut Robert Koch Institut) bzw. 60 Jahre (laut DGHO)
  • Die Patientin benötigt noch keine Unterstützung durch Sauerstoffzufuhr.
  • Der Symptombeginn (wenn überhaupt schon Symptome spürbar sind) liegt nicht weiter als sieben Tage zurück.

3. Veranlassen der Behandlung

Ist eine Infusion oder sind Injektionen vorgesehen, prüft die Ärztin, ob die Behandlung in der Ambulanz eines nahe gelegenen Krankenhauses durchgeführt werden kann. Dafür kann sie (wie auch die Patientin selbst) ein Postleitzahl-basiertes Suchtool oder die „Liste der Krankenhäuser, die an der Versorgung mit monoklonalen Antikörpern teilnehmen" (beides vom Robert Koch Institut) zuhilfe nehmen. Die Liste beruht allerdings auf freiwilligen Meldungen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Findet sich ein geeignetes Krankenhaus, dann überweist sie die Patientin dort hin.

In manchen Fällen ist es aber auch möglich, dass die Ärztin die Infusionen/Injektionen selbst im Rahmen einer aufsuchenden Behandlung vornimmt; das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn die Patientin in einer Pflegeeinrichtung wohnt. Dann muss die Ärztin das Medikament dafür aus einer sogenannten Stern- oder Satellitenapotheke beschaffen. So heißen diejenigen Krankenhausapotheken, die zur Bevorratung mit Covid-19-Medikamenten berechtigt sind. Das Robert Koch Institut führt diese auf einer Liste auf.

Hat die Ärztin hingegen antivirale Tabletten oder Kapseln vorgesehen, stellt sie ein Rezept dafür aus. Dieses Rezept kann nur am Ausstellungstag und an vier nachfolgenden Werktagen eingelöst werden; das vermerkt die Ärztin auch darauf. Die Rezeption der Arztpraxis übermittelt unverzüglich das Rezept an eine von der Patientin ausgewählte Vor-Ort-Apotheke oder Online-Apotheke (die Patientin muss es also nicht selbst dort einreichen).

4. Belieferung der Erkrankten mit einem Medikament zum Schlucken

Vor-Ort-Apotheken und Online-Apotheken dürfen antivirale Covid-19-Medikamente zum Schlucken in kleiner Menge (zwei Packungen) vorrätig halten; Krankenhausapotheken dürfen sogar fünf Packungen vorrätig halten (siehe 2.3 der Allgemeinverfügung des BMG vom 25.03.2025). Die beauftragte Apotheke liefert das rezeptierte Medikamente unverzüglich zusammen mit einem Patienteninformationsblatt (Gebrauchsinformation oder Hinweise für den Anwendenden) mit Hilfe eines Boten zur Patientin nach Hause (bzw. im Fall einer Online-Apotheke durch Versand mittels Paketzusteller).

Für die Packung bestellt die Apotheke dann Ersatz beim Großhandel.

5. Anwendung

Wenn Tabletten oder Kapseln veordnet wurden, beginnt die Patientin sofort zuhause mit der Einnahme, die über mehrere Tage erfolgen muss.

Wurde eine Infusion oder wurden Injektionen verordnet, lässt sich die Patientin zum vereinbarten Termin von einem Bekannten in die betreffende Klinikambulanz fahren (oder wird für die Behandlung von ihrer Ärztin besucht). Sie erhält einmalig die Infusion oder die Injektionen (verteilt auf mehrere Körperstellen).

Falls der Bekannte, der sie gefahren hat, noch keine Booster-Impfung hatte, begibt er sich daraufhin in Quarantäne, wie es das Robert Koch Institut vorsieht.

Alternative Wege zur Anwendung

Statt telefonisch hätte der Kontakt zwischen der Erkrankten und ihrer Ärztin auch in einer Videokonferenz, durch Mailverkehr oder in der Praxis stattfinden können (gemäß BfArM).

Die Ärztin hätte mit der Beschaffung des Antikörper-Medikaments aus einer Stern- oder Satellitenapotheke auch eine Vor-Ort-Apotheke beauftragen können.

Sollte sich ein Patient oder eine Patientin aufgrund einer anderen Erkrankung ohnehin in stationärer Behandlung befinden, wenn die Covid-19-Infektion festgestellt wird, kann die Behandlung auch direkt in der Klinik erfolgen.