Berlin (vfa). Heute hat die EU-Kommission ihren Endbericht zur Sektoruntersuchung der Pharma-Industrie vorgelegt.

Dazu erklärt vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer für die forschenden Pharma-Unternehmen: "Der Endbericht würdigt die bedeutende Rolle des innovativen Pharmasektors und seine Forschungs- und Entwicklungserfolge. Und er gibt Empfehlungen für mehr Innovation und Wettbewerb in der pharmazeutischen Industrie. Der vfa unterstützt die Empfehlungen der Kommission, das Gemeinschaftspatent mit dem zugehörigen gemeinschaftlichen Patentgerichtssystem voranzubringen. Die EU-Kommission liefert damit eine Grundlage für eine breite Debatte über die Voraussetzungen für mehr Innovationen und effizientere Generika-Märkte."

"Der Abschlussbericht wendet sich gegen eine schleichende Entwertung von Patenten. Denn eines ist klar. Würden die Ergebnisse von Forschung nicht durch Patente rechtlich abgesichert oder ließen sich diese Patente nicht durchsetzen, könnten immer weniger Unternehmen risikoreiche und aufwendige Entwicklungsarbeit durchführen. Denn wer würde im Schnitt 800 Mio. Dollar in die Hand nehmen, um ein neues Medikament zu entwicklen, wenn jeder unentgeltlich die Ergebnisse der Forschungsanstrengungen nutzen könnte. In Anbetracht solcher Summen wird klar: Ohne Patente keine Forschung! Wir forschenden Pharma-Unternehmen brauchen ein starkes, effizientes, rechtsicheres und kostengünstiges gemeinschaftliches Patentsystem. Die Statistiken zeigen, dass das Anreizsystem für pharmazeutische Forschung in Deutschland durch Patentschutz bislang funktioniert hat. In den letzten 20 Jahren (1989 bis 2008) wurden in Deutschland insgesamt 579 Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen eingeführt, also durchschnittlich rund 29 pro Jahr," so Yzer weiter.

Die Hauptgeschäftsführerin des vfa hebt außerdem hervor: "Zu einem funktionierenden System geistiger Schutzrechte gehört auch, dass die Arzneimittel nach Ablauf der Patente nachgeahmt und vermarktet werden können. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Märkten mit den höchsten Generikaanteilen. 2008 war jede zweite von Apotheken abgegebene Packung ein generisches Produkt. Und der Anteil hat sich seit dem erstmaligen Marktauftritt der Generika stetig erhöht. Fakt ist, Generika gelangen in manchen Märkten, zumeist den wirtschaftlich attraktiven, schneller auf den Markt als in anderen. Verzögerungen des Markteintritts von Generika sind daher vor allem auf unternehmerische Entscheidungen der Generikahersteller selbst und nationale Marktregulierungen zurückzuführen."

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 47 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Die Pressekonferenzen des vfa - ab sofort auch im Internet. Mehr dazu unter: http://www.vfa.de/onlinepk